Aufnahme: 1989
Mitgliederzahl überschritt die 3000 - Aufwärtstrend bei der Raiffeisenbank
gst. Das Geschäftsvolumen der Raiffeisenbank stieg im Berichtsjahr 1988 um 2,7 Prozent auf 240 Millionen Mark. Dies teilte Direktor Theodor Sehleder in seinem Rechenschaftsbericht auf der gut besuchten außerordentlichen Generalversammlung mit. Die Ausleihungen haben um 6,7 Prozent zugenommen und die Kundeneinlagen stiegen um 1,8 Prozent auf 107 Millionen Mark. Das Eigenkapital der Bank erhöhte sich auf 11,7 Millionen Mark. Es beträgt fünf Prozent der Bilanzsumme. Erfreulich sei auch das Betriebsergebnis gewesen, sagte Direktor Sehleder. Der ausgewiesene Reingewinn betrage 536000 Mark. An Steuern waren 1,2 Millionen Mark bezahlt worden. Die Zahl der Mitglieder sei durch die Fusion mit der Raiffeisenbank Uckerath auf 3911 gestiegen. Sie erhalten von dem ausgewiesenen Reingewinn eine Bruttodividende von 7,8 Prozent. Das entspricht etwa 152000 Mark. Der Rest wird den gesetzlichen Rücklagen zugeführt.
Und eben die im vergangenen Jahr beschlossene Fusion mit der Uckerather Bank bildete auf dieser außerordentlichen Generalversammlung den Anlaß zu einer heftigen Diskussion. Gegen den Zusammenschluß war zwar keiner der Bankmitglieder. Doch weil die Mitgliederzahl die Schallgrenze von 3000 überschritten hat, gibt es die Gesetzespflicht Vertreter zu wählen, die über das Bankgeschehen beraten. So soll für 50 Mitglieder ein Vertreter in die Vertreterversammlung gewählt werden. Einige Mitglieder fühlten sich benachteiligt und waren der Ansicht, daß nun die Mitglieder nichts mehr zu sagen hätten. Doch dieser irrigen Ansicht versuchte der Vorstand zu widersprechen. Gelungen ist dies nicht ganz. Einern Versammlungsbesucher war die Zahl ein Vertreter für 50 Bankkunden einfach zu wenig. Er fühle sich dabei überrumpelt. Aufsichtsratsvorsitzender Bernd-Wilhelm Dahs, der die Versammlung leitete, versuchte diesen Diskussionsredner davon zu überzeugen, daß diese
Handhabung gesetzlich vorgeschrieben sei. Doch der Redner verlangte einen Vertreter für 30 Bankkunden. Nach einer teils heftigen Diskussion sprach sich die Mehrheit der Versammelten für den Vorschlag des Vorstandes aus. Demnach bleibt es bei 50 Kunden pro Vertreter.
Beschlossen wurde die Einführung der Vertreterversammlung - die normale Versammlung aller Mitglieder soll beibehalten werden, die Annahme einer Satzung im Zusammenhang mit der Einführung einer Vertreterversammlung sowie die Neuregelung zum Bilanzrichtliniengesetz und die Einführung einer Wahlordnung für die Vertreterversammlung. Schließlich wurde der Wahlausschuß bestimmt. Vorstandsvorsitzender Friedrich Müller berichtete über die weitere Aufwärtsentwicklung der Bank und sagte, daß im April mit dem Bau einer neuen Zweigstelle in Thomasberg gegonnen würde. Der Bau einer neuen Zweigstelle in Ittenbach ist für 1990 vorgesehen. Für 50-jährige treue Mitgiedschaft wurden mit der goldenen Raiffeisennadel geehrt: Benedikt Pesch, Heinrich Zimmermann, Anton Vester, Karl Ditscheid, Josef Knebel, Adolf Lichtenberg, Peter Quirrenbach, Wilhelm Derenbach, Wilhelm Bellinghausen aus Kamp und Wilhelm Bellinghausen aus Bellinghausen sowie Theodor Schmitz und Willi Kratz.
Direktor Sehleder tritt in den Ruhestand
gst. Am 1. April tritt das Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank, Theodor Sehleder, nach 27-jähriger Tätigkeit in der Geschäftsführung der Genossenschaft in den Ruhestand. Für seine erfolgreiche Tätigkeit wird ihm am 14. April, 19 Uhr, im Bankgebäude Oberpleis in einer Feierstunde gedankt.
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