Verabschiedung von Hein Renn und Peter Wertenbruch, "Eckpfeiler" der Raiffeisenbank Oberpleis

Aufnahme: 1985

Verabschiedung von Hein Renn und Peter Wertenbruch, "Eckpfeiler" der Raiffeisenbank Oberpleis

"Sie brachten die Bilanzen und Jahresumsätze in die Höhe: Heinz Renn und Peter Wertenbruch und wurden mit einer Feierstunde verabschiedet.

Die Raiffeisenbank Siebengebirge verabschiedete feierlich die beiden 'Eckpfeiler' der Bank: Heinz Renn und Peter Wertenbruch. Die Laudatio für Wertenbruch, der 33 Jahre der Bank diente, sprach der aus Heisterbacherrott stammende Vorstandsvorsitzende Friedrich Müller. Wertenbruch begann seine Laufbahn als Bankkaufmann nach dem Besuch der Volks und Handelsschule am 1. Juli 1938 bei der Spar-und Darlehnskasse in Asbach.

Am 1. Januar 1951 übernahm er die Rendantur in Heisterbacherrott. An Besoldung erhielt er in den Anfangsjahren ein Gehalt von 170 Mark, zuzüglich 30 Mark Mankogeld. Wenig später erlebte die Bank einen Aufschwung und mietete neue Büro-und Lagerräume für 60 Mark monatlich an. Im gleichen Jahr wurde der Antrag des Geschäftsführers Wertenbruch auf Gewährung eines Tarifgehaltes von 300 Mark monatlich dahingehend entschieden, dass der Anspruch anerkannt wird, die Kasse aber aus Rentabilitätsgründen die Zahlung zunächst nicht durchführte. Der erste Versuch einer Fusion mit der Spar- und Darlehnskasse in Oberpleis wurde im August 1953 von Peter Wertenbruch gemacht. Damals entschied sich die Generalversammlung zwar für eine Zusammenarbeit im Warengeschäft, nicht aber im Kassengeschäft.

Um sein Gehalt zu verbessern, gab Wertenbruch nebenbei Unterricht in Stenografie und in Schreibmaschinenschreiben zum Stundenlohn von nur 50 Pfennig. Um die Bankangestellten vor Raubüberfällen zu schützen, beschloss der Vorstand 1965, eine Alarmanlage anzubringen und Pistolen zu kaufen, die aber nie angeschafft wurden.

Der Zusammenschluss mit Oberpleis kam dann im Juni 1969. Bei der Übernahme betrugen die Einlagen 3 166 000 Mark und die Bilanzsumme 3 417 000 Mark; Ende 1971 stiegen die Einlagen auf 5,3 Millionen Mark, eine Steigerung um 71 Prozent. Unter Wertenbruchs Führung wurde Heisterbacherrott damit die größte Zweigstelle der Raiffeisenbank Siebengebirge. Mit Einlagen von 22 Millionen Mark am Jahresende 1984 verabschiedete sich Wertenbruch aus dem Bankfach. Für den Ruhestand wurde ihm von der Bank ein Ruhesessel überreicht.

Die Verabschiedung von Heinz Renn als Leiter des Warengeschäftes nahmen Bernd-Wilhelm Dahs, Vorsitzender des Aufsichtsrates, und der 76jährige Ehrenvorsitzende Josef Giesen vor. Heinz Renn hatte Landwirtschaft studiert und sein Studium 1948 als Diplomingenieur abgeschlossen. Von 1955 bis 1958 wirkte er nach seiner Tätigkeit bei der Landwirtschaftskammer Rheinland bei der Rheinischen Warenzentrale in Hennef. 1958 trat er in die Oberpleiser Bank ein, wo ihm das Warengeschäft bei einem Anfangsgehalt von 900 Mark übertragen wurde. Hinzu kam eine Leistungsprämie von einem Prozent des 960 000 Mark übersteigenden Warenumsatzes aufs Jahr.

Doch der damalige Vorstand hat die Einsatzfreude von Heinz Renn unterschätzt, denn er steigerte den Umsatz von 1,5 Millionen Mark (1960) auf heute zehn Millionen Mark. Die Leistungsprämie wurde dem Bankvorstand zu hoch. Dadurch wurde die Prämie zunächst halbiert und dann ganz gestrichen. Renn setzte Bauvorhaben immer durch, auch gegen Widerstände. Unter seiner Geschäftsführung wurde das Betriebsgelände durch Tausch und Zukauf laufend vergrößert. Direktor Wilhelm Brück überreichte den Pensionären die Silberne Ehrennadel des Deutschen Genossenschaftsverbandes und ebenfalls Geschenke an Renn und Wertenbruch. Dazu gab es Bilder der ehemaligen Wirkungsstätten für Wertenbruch und Renn. Heinz Renn bedankte sich und schilderte nach einer weiteren Gratulation des Betriebsratsvorsitzenden Karl-Walter Göbler für die Belegschaft in humorvoller Form die vergangenen 27 Jahre und den kontinuierlichen Aufbau des Bankgeschäftes. 'Vom Donnerbalken zur Toilette' wusste er lustige Anekdötchen zu berichten, sagte aber auch, dass die Jahre des Aufbaus hart und dennoch schön gewesen seien."


Quelle
Bonner Rundschau
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