Aufnahme: 1984
Richtfest des Freizeitzentrums
"Sauna und medizinische Massagen werden ab August u. a. im neuen Freizeitzentrum in Oberpleis, zwischen Freibad und Tennishalle gelegen, unter einem Dach angeboten. Jetzt wurde zunächst einmal Richtfest gefeiert. Bauherren des zweigeschossigen Millionenprojektes sind die Vettern Hans und Wilfried Rösgen. Im Oktober vorigen Jahres fand der erste Spatenstich statt. Den Vettern Rösgen gehört bereits die Tennishalle und seit 1983 als Pächter auch das Freibad, das die Stadt Königswinter aus finanziellen Gründen privatisierte.
Der Richtkranz mit den roten Bändern war bereits hochgezogen worden, als die ersten Gäste zum Richtfest eintrafen. Zu den Ehrengästen, die von den Bauherren begrüßt wurden, gehörten neben den Bauhandwerkern auch Ratsmitglieder sowie Vizebürgermeister Herbert Krämer, der Landtagsabgeordnete Franz Riscop, Beigeordneter Werner Scharrenbroich und Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz. Architekt des Bauvorhabens ist Dipl.-Ing. Ernst Nachtsheim, bauleitender Architekt Ludwig Otto, der auch den Richtspruch in Ermangelung eines Zimmerers sprach, da für den Bau kein Zimmermann notwendig ist.
In seiner Begrüßungsansprache betonte Wilfried Rösgen, dass man durch Planungsänderungen vor der Bewältigung schwieriger Aufgaben gestanden habe. Doch man habe sie alle mit Hilfe auch der Stadt und der Behörden gemeistert. Der gesamte Bau umfasst 12 000 Kubikmeter umbauten Raum. Insgesamt sind drei Saunaeinrichtungen eingebaut. Dazu gibt es eine Whirlpool-Anlage, aus der 32 Grad heißes Wasser sprudelt. Auch Sonnenbänke wird es im neuen Freizeitzentrum demnächst geben, ebenso Ruheräume. Auch ein Hallenbad ist vorhanden.
Vorgesehen sind im neuen Oberpleiser Freizeitzentrum ein Sportgeschäft sowie ein Kosmetik- oder Friseursalon. Für die Saunagäste wird es eine Gaststätte und für die übrigen Gäste eine zweite öffentliche Gaststätte geben. Die Tennisspielerinnen und -spieler aus der nahegelegenen Tennishalle können im neuen Haus demnächst zur Erfrischung die Nasszellen benutzen. Durch eine Wärmeregulierungseinrichtung kann bis 40 Prozent Energie eingespart werden. Wilfried Rösgen ist besonders stolz darauf, dass sieben neue Arbeitsplätze durch den Betrieb der neuen Einrichtung geschaffen werden.
Stellvertretender Bürgermeister Herbert Krämer übermittelte die Glückwünsche der Stadt und betonte die bisherige gute zehnjährige Zusammenarbeit mit den Familien Rösgen, denn bereits 1974 wurde die Tennishalle auch den Schulen zur Verfügung gestellt, und ab vergangenem Jahr sparte die Stadt durch die Privatisierung des Freibades 80 000 DM. Dazu Rösgen:' Dazu verhalf uns wiederum der Wettergott durch den vergangenen Supersommer.' Als Geschenk überreichten Paul und Anneliese Bellinghausen, die Helfer im Freibad, ein riesengroßes Saunatuch unter dem Beifall der Ehrengäste, zu denen sich am späten Abend noch das Oberpleiser Prinzenpaar gesellte. Herbert Krämer hatte noch eine Bitte an die Rösgens: Da es in Oberpleis keine Kegelbahn mehr gibt, eine solche in irgendeiner Ecke noch einzubauen.
Freizeit- und Erholungszentrum seiner Bestimmung übergeben
Das Siebengebirge hat ein erstes Freizeitzentrum. In der vergangenen Woche wurde das Gebäude am Oberpleiser Freibad in Anwesenheit zahlreicher Gäste aus Politik und Wirtschaft seiner Bestimmung übergeben. Neben dem Freibad steht jetzt auch ein Hallenbad zur Verfügung. Saunafreunde finden eine herrliche Anlage und auch die Tennisfreunde können ihrem Hobby frönen. Ein Kosmetikstudio wurde eingerichtet und selbst einen Sportshop gibt es — und das alles unter einem Dach. Vor zehn Jahren wurde die Tennishalle auf einem Erbpachtgrundstück durch die jetzigen Bauherren des Freizeitzentrums, die Vettern Hans und Wilfried Rösgen, errichtet. Damals dachte noch keiner der beiden an eine Erweiterung zu einem großen Gesundheits- und Erholungszentrum.
Schuld daran sei die Stadt, behaupteten humorvoll die beiden Vettern, die über die Entstehungsgeschichte und die Bauzeit bis zur Vollendung berichteten. So habe sich die Stadt Königswinter überlegt, wie man aus den roten Zahlen beim Freibad Oberpleis herauskäme. Vizebürgermeister Herbert Krämer, der mit einem Blumenstrauß in den Farben der Stadt die Glückwünsche aussprach, betonte, dass die Stadt jährlich bis zu 80.000 Mark dem Bad zugeschustert habe. Den Vettern Rösgen wurde bei der Vorsprache für das neue Zentrum von der Stadt die Übernahme des Schwimmbades praktisch auferlegt und sie sagten nach reiflicher Überlegung zu. Ihren Wagemut belohnte Petrus 1983 mit einem Supersommer.
Jetzt entstand ein Gesundheits- Erholungs- und Freizeit-Zentrum zwischen der bereits bestehenden Tennishalle und dem übernommenen Freibad. Den größten Teil des neuen Zentrums nimmt allerdings der Saunabetrieb ein. Die Vettern Rösgen betonten in ihren Begrüßungsansprachen, dass man zunächst dem Saunabetrieb nicht gerade freundlich gegenüberstand. In vielen anderen Saunen habe man Maß genommen, um in Oberpleis einen ganz modernen Betrieb aufzubauen. Das sei gelungen und die anfängliche Skepsis überwunden. Unter der Leitung von Architekt E. Nachtsheim aus Königswinter und Bauleiter Ludwig Otto aus Oberpleis wurde das nicht alltägliche Bauwerk in etwas mehr als einem Jahr fertiggestellt. Die Kürze der Bauzeit war nur durch das schnelle Handeln der Baugenehmigungsbehörden möglich. Die umfangreiche und aufwendige Technik im neuen Zentrum ist einmalig,
Im ersten Obergeschoss befinden sich ein Café und ein Restaurant. Für die Saunagäste wurde ein hervorragender Ruhebereich mit Blick auf die Terrasse, Liegewiese und Wald geschaffen. Die im deutschen Schwimmsport bekannten und mehrfachen Deutschen Meister, die Gebrüder Mack, übernahmen im neuen Freizeitzentrum die Massageabteilung. Ebenso übernahmen im Fußball nicht unbekannte Personen den Verkauf im Sportshop. Angegliedert ist im neuen Zentrum auch eine medizinische Fußpflege. Für die Stadt Königswinter, aber auch für die weitere Umgebung ist dieses Zentrum eine Bereicherung der Gesundheitsvorsorge.
Das Gelände hat eine Gesamtnutzfläche von 4.400 Quadratmeter. Zum Bau wurden u. a. 65 Tonnen Stahl benötigt. Im gesamten Zentrum mussten 15.000 Meter Kabel verlegt werden. Vizebürgermeister Krämer betonte in seiner Glückwunschansprache, dass sich das neue Zentrum sehr gut in den Ortsbereich und auch in die gesamte Landschaft des Oberpleiser Raumes einpasse. Vor allem könne man sich freuen, dass durch die Verwirklichung dieses Bauwerkes wieder Arbeitsplätze geschaffen wurden."
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.