Aufnahme: 2026

Warum der „Alte Zoll“ in Oberpleis schon wieder einen neuen Pächter sucht

Der „Alte Zoll“ sucht einen neuen Pächter oder eine neue Pächterin. Spätestens am 31. Dezember 2026 läuft das Pachtverhältnis zwischen der städtischen Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft (WWG), die Eigentümerin der Traditionsgaststätte im Zentrum von Oberpleis ist, und Pächter Benjamin Achenbach aus. Das bestätigten die WWG und Pächter Achenbach dem General-Anzeiger auf Nachfrage. Damit müssen die Weichen in der Traditionsgaststätte zum wiederholten Mal in recht kurzer Zeit, vorliegend nach gerade einmal eineinhalb Jahren, neu gestellt werden.

„Wir suchen gemeinsam einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin, da das Pachtverhältnis im gegenseitigen Einvernehmen spätestens zum 31. Dezember enden wird“, teilte WWG-Geschäftsführer Christopher M. Holderbaum auf Anfrage mit. „Zwar konnten Fragen zum Brandschutz und zur dauerhaften Konzession zwischenzeitlich allesamt positiv geklärt werden, dennoch haben sich beide Vertragsparteien darauf verständigt, das Pachtverhältnis zu beenden.“

WWG und Pächter stünden hier im engen Austausch, da der historische „Alte Zoll“ ein prägendes und identitätsstiftendes Gebäude im Ortskern von Oberpleis sei, dessen professionelle Bespielung sehr viel Engagement, Energie und Herzblut verlange. „Gemeinsam soll der Betrieb in gute Hände übergeben werden“, so Holderbaum.

Trennung im gegenseitigen Einverständnis

Achenbach bestätigte die Mitteilung der WWG. „Nachdem kurz nach Vertragsbeginn mein Geschäftspartner abgesprungen war, war die Verantwortung und Belastung für mich kaum zu stemmen“, sagt er. Er wäre froh, wenn bereits im Laufe des Jahres ein Nachfolger gefunden würde, weil er parallel bereits eine Teilzeitstelle als Haustechniker in einem Bonner Hotel angetreten hat. „Diese Tätigkeit könnte ich dann ausbauen“, so Achenbach zum General-Anzeiger.

Seit dem Start des neuen Pächters im Juni 2025 hatte es zwischen beiden Seiten allerdings wiederholt Unstimmigkeiten gegeben. Bis kurz vor Weihnachten bestanden im Gebäude unter anderem bauliche Defizite, die der Erteilung einer dauerhaften Konzession entgegengestanden hatten. Nachdem die WWG Kenntnis über die Mängel erlangt hatte, beauftragte sie nach eigner Aussage umgehend Fachfirmen, um diese zu beheben.

Für die Übergangsphase wurde dem neuen Betreiber eine vorläufige Konzession erteilt, die nach Abschluss der Arbeiten in eine endgültige Konzession umgewandelt werden konnte. Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für Personal und Gäste bestanden, sodass der Betrieb reibungslos weitergeführt werden konnte, betonte Holderbaum.

Am 1. Juni 2025 hatte der eigentlich unbefristete Pachtvertrag des neuen Betreibers begonnen, nachdem Vorgängerin Soledad Sichert die WWG um Auflösung ihres noch bis Sommer 2026 laufenden Pachtvertrags gebeten hatte. Auslöser dafür war seinerzeit, dass ihr langjähriger Koch Benito Di Lorenzo erkrankt war. Wenige Tage nach Beginn des neuen Pachtvertrags in der Nachfolge von Sichert sprang dann aber Achenbachs Geschäftspartner Dennis Kern, der im Gegensatz zu Achenbach über mehr gastronomische Erfahrung verfügte, aus familiären Gründen ab.

Kern hätte die Erfahrung als Sommelier unter anderem aus dem Vendome in Bergisch Gladbach und dem Kameha in Bonn mitgebracht. Dann fiel auch noch der fest eingeplante Koch aus, sodass seit der Eröffnung Ende Juni nur verschiedene Flammkuchen und eine Vesperplatte auf der Speisekarte standen. Ab Mitte August sollte ein renommierter Koch mit 30-jähriger Berufserfahrung auch als Küchenchef im Alten Zoll seinen neuen Wirkungskreis finden. „Ich wollte einen wirklich geeigneten Koch finden. Ein Leih-Koch kam für mich nicht infrage“, sagte Achenbach dazu.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger - siehe Link unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 12. 05. 2026, Foto und Bericht: Hansjürgen Melzer Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger
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