Raiffeisengenossenschaft plant neues Bankgebäude - Baubeginn Sommer 1978

Aufnahme: 1978 (Bericht 1979)

Raiffeisengenossenschaft plant neues Bankgebäude - Baubeginn Sommer 1978

Noch in diesem Jahr will die Raiffeisenbank Siebengebirge mit Sitz in Oberpleis einen dreigeschossigen Neubau an der Dollendorfer Straße errichten, dort, wo früher die alte Löwen­ Apotheke gestanden hat. Durch das enorme Wachstum der Bank war der Neubau dringend erforderlich. Auf einer Pressekonferenz im Gebäude der Bank stellte die Leitung der Raiffeisenbank das Modell des Neubaues der Öffentlichkeit vor. Allein in den letzten sieben Jahren stieg die Bilanzsumme von 40,4 Millionen DM auf 8 Millionen DM, die Kundeneinlagen von 36,3  Millionen DM auf 74,7 Millionen DM, die Kundenkonten von 13800 auf 19900 und die Buchungsposten von 594800 auf 800600. In allen Bereichen ist also mehr oder weniger eine Verdoppelung festzustellen.

Mit diesem Wachstum stieg der Bedarf an Räumlichkeiten und organisatorischen Erfordernissen, die in dem bestehenden Bankgebäude nicht mehr verwirklicht werden konnten. Die Verwaltungsorgane der Genossenschaft haben dieser Notwendigkeit Rechnung getragen und befaßten sich seit geraumer Zeit mit der Errichtung des neuen Bankgebäudes. Mit dem schrittweisen Ankauf dreier Grundstücke in der Dollendorfer Straße in Oberpleis wurden zunächst die Grundstücks- und damit auch die Standortfragen geklärt. Danach konnte dann im Sommer 1977 mit der eigentlichen Neubauplanung begonnen werden. Dies geschah über die Einholung von baulichen Gutachten.  Das  Gebäude sollte sich harmonisch in die bauliche Gesamtsituation unter Berücksichtigung des gewachsenen Ortskerns einfügen.

Im März des vergangenen  Jahres trat ein Gutachterausschuß zusammen, der sich mit drei Entwürfen befaßte. Doch konnte man kein eindeutiges Ergebnis erzielen. Architekt Karl-Heinz Görres aus Ittenbach reichte einen vierten Entwurf ein, der dann die Zustimmung der Verwaltungsorgane fand. Das frei stehende Gebäude  präsentiert sich zur Dollendorfer Straße hin mit einer eingeschossigen Halle. Das erste und zweite Obergeschoß sind rückwärtig angeordnet und terrassenförmig abgestuft. Die unterschiedlichen Dachformen in Verbindung mit funktionsgerechten großen Grasflächen geben dem Objekt seine eigene Note. Die Verwendung von heimischen Materialien, insbesondere von Schiefer für die Dachflächen sollen dieses unterstreichen. Herzstück des Ganzen ist die geräumige Schalterhalle. Sie ist sowohl über den Haupteingang von der Dollendorfer Straße her als auch von den rückwärts gelegenen Parkplätzen gut zu erreichen. Dabei  wurde an die Autofahrer, Fußgänger, Gehbehinderten und Rollstuhlfahrer ebenso gedacht wie an die besonders eiligen Kunden, die nur auf einen Sprung Zeit haben.

In der Schalterhalle ist die Kasse mit vier Personen besetzt. Separate Beratungsplätze und Besprechungsräume sind rund um die Schalterhalle angegliedert und für den Kunden auf kurzem Wege zu erreichen. Weniger kundenbezogene Bereiche und rein verwaltungstechnische Zweige sind im ersten und zweiten Obergeschoß vorgesehen, so der Sitzungssaal und die Räume der Geschäftsleitung. Doch nicht nur der heutige Bedarf wurde bei der Planung berücksichtigt. Auch die heute noch nicht überschaubare Zukunft wurde so weit wie möglich mit in die Uberlegungen einbezogen. Zum Beispiel kann durch Herausnahme der Buchhaltung, die zur Zeit im Schalterraum integriert und nur mit mobilen Elementen abgeteilt ist, zusätzlicher Schalterraum ohne baulichen Aufwand geschaffen werden. Dies läßt sich auch in weiteren Abschnitten vollziehen.

Die gesamte Grundstücksgröße beträgt 3377 qm, davon werden 741 qm bebaut. Der umbaute Raum beträgt 7151 qm, die Nutzfläche 1164 qm. Die Schalterhalle wird sechsmal so qroß wie die bisherige: 438 qm. 40 Kunden können gleichzeitig mit Autos anfahren. Für sie wurde im Hof Parkraum geschaffen. Die Kosten des Neubaus: 3,5 Millionen DM. Es wird eine Bauzeit von einem Jahr veranschlagt. Der Bauantrag liegt zur Zeit bei der Stadt. Die Geschäftsleitung hofft, im Sommer dieses Jahres mit dem Bau beginnen zu können, vorausgesetzt das Wetter spielt mit. Für die Inneneinrichtung wurden zwei namhafte Bankeinrichtungsfirmen um Rat gefragt. Alle Verantwortlichen haben sich Mühe gegeben, ein nicht zu klotziges Gebäude, aber doch auffallend und vor allem zweckdienlich zu schaffen.
gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 26, vom 23.03.1979; Fotograf unbekannt; Bericht: Günther Steeg
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Rudolf Pieper (SZ)
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