Aufnahme: 1969 (
Gasthaus Lichtenberg ("Köbes") musste für den Neubau der Apotheke weichen
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Am vergangenen Freitag, dem 6. Juni 1969 erfolgte die Verlegung der „Apotheke am Kirchplatz" in die neuen, modernen Geschäftsräume in der Dollendorfer Straße und die Abnahme durch den Herrn Regierungspräsidenten. Die Verlegung der Apotheke wurde durch den Regierungspräsidenten gefordert, da die Räumlichkeiten am Kirchplatz in keiner Weise mehr den Vorschriften der neuen Apotheken-Betriebsordnung entsprachen.
Hier, in der Dollendorfer Straße 8, direkt gegenüber der Oberpleiser Hauptschule, entstand nach knapp 1 1/2 jähriger Bauzeit unter der umsichtigen Planung und gewissenhaften Bauleitung von Architekt Ewald Krämer, Uthweiler, ein beachtlicher Gebäudekomplex. Mitte Dezember 1967 wurde zunächst die ehemalige Gaststätte Lichtenberg (siehe Bild oben) abgerissen.
Im Anschluss daran wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen, die zunächst recht gut vorangingen. Aber wie schon so oft stieß man auch hier wieder auf den berüchtigten und fast schon von jedem Architekten gefürchteten Oberpleiser Treiblett. Nach kurzer Umdisponierung wurde eine Aussteifung der Baugrube durch Magerbetonwände erreicht. Natürlich musste auch die Gründung anders zusammengesetzt werden. Rund 4 t Stahl waren notwendig, um den Baugrund ausreichend zu befestigen. Außerdem wurden das Fundament und der gesamte Kellerboden gegen aufsteigende Feuchtigkeit durch besondere Isolierungsmaßnahmen (u. a. durch Wannenbildung mittels Alufolie) geschützt. Nach dieser unvorhergesehenen Unterbrechung gingen die Bauarbeiten zügig weiter.
Der dreigeschossige Rohbau wurde in Stahlbeton - Skelettbauweise mit Ausmauerung erstellt. Obwohl dem verantwortlichen Architekten durch die vorhandene Nachbar-Bebauung die Höhe des gesamten Gebäudetraktes vorgeschrieben war, gelang es ihm erstaunlicherweise, 3 Geschosse mit einem ausgebauten Dachgeschoß unterzubringen. Das Innere der Apotheke wurde nach den neuesten Gesichtspunkten und unter Berücksichtigung langjähriger Erfahrungen aufgebaut. In hochmodernen palisanderfurnierten Zug- und Schiebeschränken sind die Medikamente übersichtlich und griffbereit angeordnet. Dem eigentlichen Apothekenraum ist ein Labor angegliedert, das vorbildlich den letzten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse aufweist.
Das Offizin ist mit den dazugehörenden Arzneikellern, der Materialkammer, dem Verbandsstoffraum und den Diensträumen im 1. Obergeschoß durch eine gesonderte schmucke Kunststeinwendeltreppe verbunden In der neuen Apotheke findet man ein reichhaltiges Lager von Arzneimitteln, Drogen und Arzneizubereitungen verschiedenster Art für Mensch und Tier. Allopathische und homöopathische Arzneimittel dienen hier den Wünschen dieser Arzneirichtungen, die immer mehr an Bedeutung gewinnen. Mutter und Kind gebührt eine besondere Fürsorge. Darum können die Kleinen hier alles erhalten, was sie benötigen, um gesund zu bleiben und prächtig zu gedeihen.
Die Apotheke wäre unvollständig, wenn sie sich nur auf Arzneimittel für den kranken Menschen beschränkte. Die Erhaltung der Gesundheit ist heute eine Notwendigkeit für alle. Hierzu gehört auch die sorgfältige Körperpflege. Was man hierzu für den täglichen Bedarf benötigt, findet man in großer Auswahl. In Apotheker Josef Gossen wird der „Kunde" einen versierten Fachmann vorfinden, der mit einem geschulten Mitarbeiterstab seine größte Aufgabe darin sieht, den Kranken zu helfen und den Gesunden die Gesundheit zu erhalten.
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