Aufnahme: 1965
Die Befragung der amtierenden Bürgermeister nach einem Jahr Siebengebirgszeitung
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
"Am 19. September 1964 übergaben wir den Bewohnern des Siebengebirges Heft 1 der SIEBENGEBIRGS-ZEITUNG.
Unsere gestellte Aufgabe sollte eine unabhängige, lokale, meinungsfreudige Wochenzeitung für die Heimat und das Brauchtum im Siebengebirge und der weiteren Umgebung des Rhein-Sieg-Gebietes auf christlicher Grundlage sein.
Rückblickend können wir heute - nach einem Jahr - sagen, dass unsere Vorstellungen und Wünsche zum größten Teil in Erfüllung gegangen sind. Es allen recht machen kann niemand - auch wir nicht. Wohl dem, der frei von Schuld und Fehlern ist. Jede objektive Kritik haben wir begrüßt, allen Anregungen und Vorschlägen sind wir nachgegangen. Der Jugend haben wir eine Sportseite gewidmet. Unsere Frauenredaktion Ilse vermittelte lukullische Genüsse. Die Politik haben wir draußen gelassen und uns dafür um so mehr der Heimatkunde gewidmet und die Vergangenheit neu erstehen lassen.
So ist es uns am heutigen Geburtstag ein Herzensbedürfnis, allen unseren Lesern, Informanten, Inserenten und Mitarbeitern ein sehr ernst gemeintes Dankeschön für ihre Mitarbeit zu sagen.
Sie alle haben uns im schwierigen Anfangsjahr die Treue gehalten. Dafür versprechen wir ihnen, sie auch im kommenden Jahr schnell und gut über die Geschehnisse im schönen Siebengebirge zu orientieren nach unserem Wahlspruch: „WER VIELES BRINGT, WIRD VIELEN ETWAS BRINGEN!" Deshalb können wir heute mit Vertrauen in die Zukunft blicken.
Auf weitere gute Zusammenarbeit - auch im neuen Erscheinungsjahr unserer
SIEBENGEBIRGS-ZEITUNG!
Verlag, Herausgeber und Redaktion
Wir fragten, prominente Leser antworteten….
Zum Jahrestag unserer Heimat-Zeitung befragten wir in vielen Orten unseres Erscheinungsgebietes prominente Leser über ihre Meinung zur Siebengebirgs-Zeitung.
Mit Ausnahme von Bad Honnef und Königswinter, deren verantwortliche Herren unsere Zeitung sehr begrüßen und ihr für die Zukunft alles Gute wünschen, jedoch aus verständlicher Rücksicht auf die in diesen Orten erscheinenden Heimatzeitungen eine öffentliche Stellungnahme ablehnten, wurden wir überall bereitwilligst empfangen. Dafür allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön.
Bürgermeister Anton Weber, Oberpleis:
„Ein Jahr ist bei weitem noch kein Anlass, Jubiläum zu feiern.
Zeitschriften und Zeitungen glänzen mehr in der Quantität als in der Qualität.
Wenn sich aber eine neue Heimat-Zeitung die Aufgabe stellt, auch wenn sie nur wöchentlich erscheint, neben dem aktuellen Geschehen die Vergangenheit und ihre lebendige Geschichte wach zu halten, so ist dies sehr zu begrüßen. Vor allem hat sie dann eine dankbare Aufgabe übernommen. Parteienzank darf hierin allerdings keinen Platz finden.
Möge die Siebengebirgs-Zeitung in dieser Art, im Sinne der Heimat und für die Heimat und ihre Bewohner immer da sein."
Bürgermeister Friedrich Müller, Heisterbacherrott:
„In letzter Zeit vermisse ich aktuelle und kommunalpolitische Berichte, die speziell unsere Gemeinde betreffen. Ansonsten bin ich mit der Siebengebirgs-Zeitung sehr zufrieden. Besonders die Heimatberichte schildern die Geschichte unserer engeren Heimat so aufschlussreich, dass sie dem Alteingesessenen wie dem Neuzugezogenen immer wieder interessant erscheinen."
Bürgermeister Karl Haacks, Ittenbach:
„Als gebürtiger Ittenbacher freue ich mich über die heimatkundlichen Beiträge in Ihrer Zeitung ganz besonders natürlich, wenn es sich um meinen Heimatort Ittenbach und seine nahe Umgebung handelt.
Ich finde nur, dass der Kommunalpolitik mehr Raum gewidmet werden müsste."
Bürgermeister Peter Schmitz, Aegidienberg:
„Wir hier oben in Aegidienberg, haben uns schon daran gewöhnt, dass in den allgemein erscheinenden Tageszeitungen aus unserer Gemeinde nur selten etwas berichtet wird.
Darum begrüßen wir das Erscheinen der Siebengebirgs-Zeitung umsomehr, da sie in jeder Ausgabe irgendeine Nachricht, sei sie nun kommunalpolitischer oder aktueller Art, von Aegidienberg veröffentlicht.
Außerdem ist ihre zusammenfassende Berichterstattung aus allen Siebengebirgsgemeinden etwas völlig Neues. Ich sehe hierin eine große Zukunft für die Zeitung. Nicht zuletzt wird dadurch die Zusammengehörigkeit der einzelnen Gemeinden zueinander bekräftigt.
Mich persönlich interessieren natürlich die heimatkundlichen Berichte ganz besonders.
Ein solches Heimatblatt ist nur zu empfehlen. Diese Zeitung müsste eigentlich von jeder Familie gelesen werden.
Ich wünsche der Siebengebirgs-Zeitung für ihre weitere Zukunft viel Erfolg."
Bürgermeister Fritz Nenzel, Oberdollendorf:
"Ich begrüße das Erscheinen der Siebengebirgszeitung, da sie im Gegensatz zu den Tageszeitungen nicht oder nur kaum von Politik berichtet, dafür umso eingehender vom heimatlichen Lokalgeschehen. Ganz besonders erfreut bin ich von den Berichten über die Vergangenheit unserer Heimat. Als Dollendorfer Bürger habe ich mich besonders über die Artikel der alten Höfe gefreut."
Bürgermeister Franz-Willi Riscop, Niederdollendorf:
Bürgermeister Riscop von Niederdollendorf ist über die Aufmachung der Siebengebirgszeitung, besonders über die reichhaltige Bebilderung, sehr erfreut. Der Siebengebirgs-Zeitung wünscht er für die Zukunft alles Gute. Nur eine Bitte hat er: Die Siebengebirgs-Zeitung möge in Zukunft zu den Berichten über die Sitzungen der Gemeinderäte eigene Kommentare schreiben.
Bürgermeister Herbert Schonauer, Oberkassel:
In Oberkassel fragten wir Bürgermeister Schonauer. Er begrüßt ebenfalls das Erscheinen einer Zeitung für das gesamte Siebengebirge, ist allerdings der Meinung, dass aus dem Lokalgeschehen zu wenig gebracht würde. Nach Meinung von Bürgermeister Schonauer müsse die Siebengebirgszeitung das Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen Gemeinden mehr herausstreichen."
Im Jahre 2004 stellte die Siebengebirgs-Zeitung ihr Erscheinen ein.
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