Aufnahme: 1965
Wer erinnert sich noch?
Zu der gestellten Frage, wer erinnert sich noch: Ich, Paul Winterscheidt!
Während meiner Ausbildung zum Bankkaufmann 1954 bis 1957 in der Spar- und Darlehnskasse Oberpleis, gehörte neben dem Erwerb der Kenntnisse des Bankgeschäftes auch diie Einblicknahme in das der Bank angeschlossene Warengeschäft, denn dieses gehörte getreu der Raiffeisenschen Philosphie (Förderung der Wirtschaft ihrer Mitglieder) zu einer Bankgenossenschaft damals dazu.
Rund drei Monate in der Sommerzeit 1955 habe ich also im Warengeschäft mitgewirkt und "geschuftet". Zu meinen Aufgaben gehörten der Verkauf von Düngemitteln in Groß- und Kleinmengen, Hühnerfutter aller Art, das Vorbereiten von Saatgut durch beizen und auch der Verkauf von Brikett. Letztere waren rar und mußten neben der staatlich geordneten Lieferung durch Zukauf von Deputaten ergänzt werden, um den Bedarf der Kunden einigermaßen zu decken. Kleinstmengen habe ich noch selbst in die Schütt-Waage befördern und verkauft.
Eine weitere Aufgabe war das Messen der Feuchtigkeit in den von den Landwirten angeliieferten (angekauften) Getreidemengen, das Ausladen von Düngemittelsäcken aus angefahrenen Eisenbahn-Wagons sowie die Feststellung des Wertgehaltes von per Wagon angeliefertem Thomasmehl, was für die Bezahlung desselben von Bedeutung war.
Thomasmehl für die Viehwiesen, Stiickstoff, Phosphor, Kali und Kalk (hieraus leitet sich der Volldüngerbegriff "Nitrophoska" ab), waren die gebräuchlichsten Düngemittel. Und auch die damals noch lasch gehandelten Spritzmittel bereicherten unser Warenangebot.
Es war für mich eine lehrreiche und körperlich ertüchtigende Tätigkeit, die mich nicht daran gehindert hat, die Banklehre mit einer für mich sehr erfolgreichen Note zum Abschluß zu bringen.
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