Aufnahme: 2025

Weiterer Projektentwickler vom Seniorendorf in Oberpleis wirft das Handtuch

Oberpleis · Sieben Jahre lang hat er sich mit der Entwicklung vom Seniorendorf am Pleisbach in Oberpleis beschäftigt. Nun hört Dirk Hillesheim auf. Dem GA hat er erzählt, warum er das Projekt nicht weiter verfolgen möchte.

irk Hillesheim hat genug. Der Geschäftsführer der InovaVita, die das Seniorendorf am Pleisbach in Oberpleis bauen wollte, hat das Projekt aufgegeben. Ein neuer Investor aus Bonn soll nun nach Möglichkeit das Vorhaben an der Propsteistraße in abgespeckter Form fortführen. Eine Pflegeeinrichtung ist nicht mehr geplant, sondern nur noch Wohnungen für Senioren.

„Ich bin über das Projekt alt geworden“, sagt Hillesheim. Vor sieben Jahren hatte er als Geschäftsführer der InovaVita, einem Büro für Sozialplanung und Projektentwicklung, mit den Planungen für das Seniorendorf auf dem Gelände der Weiner KG begonnen. Zuletzt waren dort noch eine Tagespflege mit 16 Plätzen, 75 Wohnungen im Betreuten Wohnen, ein Restaurant und 14 Seniorenbungalows vorgesehen.

Politisch sei das Projekt, dessen Kosten mit rund 40 Millionen Euro veranschlagt wurden, nach wie vor gewollt, sagt Hillesheim. „Doch die Gespräche mit der Verwaltung sind nicht zielführend“, schränkt er ein. Investoren würden wegen der schwierigen Zusammenarbeit mit der Baubehörde um Königswinter inzwischen häufig einen Bogen machen. „Das Seniorendorf könnte längst gebaut sein“, sagt er überzeugt. Stattdessen habe man immer wieder neue Gutachten beibringen müssen. Zuletzt war dem Fachausschuss im November 2023 eine Expertise vorgestellt worden, die die möglichen Folgen eines Hochwassers durch den nahe gelegenen Pleisbach für das Seniorendorf untersuchte.

Viel Geld in Gutachten investiert

„Es gibt kein anderes Projekt, für das so viele Gutachten verlangt wurden. Wir haben dafür Unmengen von Geld ausgegeben. Das ist unvorstellbar“, so Hillesheim. Allein das Hochwassersimulationsmodell habe sechsstellige Kosten verursacht. Insgesamt seien bisher rund 700.000 Euro in derartige Expertisen investiert worden. Das Bauvolumen sei gleichzeitig um 40 Prozent gegenüber den ersten Planungen reduziert worden. Und bis heute habe man immer noch keinen Bauantrag einreichen können.

Im Herbst 2024 habe ihm die Stadt Königswinter „eine engmaschige Frist“ gesetzt, bis wann weitere Nachweise zu erbringen seien. In einer Vorlage für den Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Klimaschutz am 9. April informiert die Verwaltung die Politik, dass sie den Vorhabenträger zunächst im September und dann noch einmal im November aufgefordert habe. Da keinerlei Rückmeldung erfolgt sei, habe man schließlich eine Frist bis zum 31. Dezember 2024 gesetzt, verbunden mit der Ankündigung, dass – sollten die Nachweise innerhalb der Frist nicht eingehen –, davon ausgegangen werden muss, dass eine Umsetzung des Projektes nicht mehr möglich sei.

In der Folge sei geplant, dem zuständigen Ausschuss einen Beschluss zur Einstellung der Bauleitplanverfahren vorzulegen. Dieser Sachverhalt sei dem Vorhabenträger und einem potenziellen neuen Investor im November 2024 noch einmal mündlich in einem Gespräch erläutert worden. Der Vorhabenträger habe die Nachweise bislang jedoch noch nicht erbracht und werde die Verfahren voraussichtlich selbst nicht weiterführen können. Im Frühjahr 2025 hätten sich jedoch neue Investoren an die Verwaltung gewandt, die eventuell in die Verfahren als Vorhabenträger eintreten oder auf der Fläche ein anderes Vorhaben durchführen möchten.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger und der Galerie: "Seniorendorf Oberpleis" - siehe Links unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 31.03.2025; Foto: Frank Homan; Bericht: Hansjürgen Melzer Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger
Räume & Galerien
Kommunales Presseberichte Presseberichte 3 (ab 2001) Straßen
Aufrufe
256

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.