Unverpackt-Laden in Oberpleis - Unverpackt-Familie soll auch Existenz von „Tante Ännie“ sichern

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Aufnahme: 2025

Unverpackt-Laden in Oberpleis - Unverpackt-Familie soll auch Existenz von „Tante Ännie“ sichern

Annika Grabitz (von links), Barbara Grabitz, Elke Schnell-Erdtmann und Attila Flöricke begrüßten die Besucher zu einem Informationsabend im Unverpacktladen.

Oberpleis · Der Unverpackt-Laden „Tante Ännie“ in Oberpleis will künftig ein solidarwirtschaftliches Konzept anbieten. Diese „Unverpackt-Familie“ soll auch einen Beitrag zum Erhalt des Geschäfts leisten. Wie das funktionieren soll.

„Schuld“ an der Idee, einen Unverpacktladen zu gründen, ist eigentlich ein Okapi. Dieses vom Aussterben bedrohte Tier hat Barbara Grabitz bereits in ihrer Kindheit fasziniert, wenn sie mit den Eltern einen Zoo besuchte.

Der Wunsch, etwas zum Schutz dieser bedrohten Tierart und für den Naturschutz zu tun, ließ Grabitz auch in späteren Jahren nicht mehr los. Sie wollte einen Beitrag leisten. Gemeinsam mit ihrer Familie – sie ist Mutter von zwei Töchtern – beschäftigte sie sich mit dem Thema „Nachhaltiger Konsum“.

„Wir haben uns dann die Frage gestellt, an welcher Stelle wir als Einzelne etwas verändern können“, erzählt Grabitz. „Schlussendlich fiel unser Blick auf den massiven Verpackungsmüll, den wir durch den Einkauf von Waren in der Gesellschaft produzieren“, so Grabitz weiter. Als dann vor vier Jahren mitten in Oberpleis ein geeigneter Ladenraum leerstand, fiel die Entscheidung: „Wir gründen einen Unverpacktladen.“

Unverpacktläden noch junge Branche

Eine mutige Entscheidung, denn immerhin ist die Branche der Unverpacktläden in Deutschland eine junge Branche. Das bestätigt auch Attila Flöricke, der Barbara Grabitz derzeit als Unternehmensberater zur Seite steht. Flöricke ist spezialisiert auf diese Branche und hat in Deutschland bereits neun Unverpacktläden bei der Gründung beraten.

„Der Unverpacktladen von Barbara Grabitz wurde bislang in Oberpleis gut angenommen, und das in Krisenzeiten“, sagt Flöricke zur Entwicklung des Unverpacktladens in Oberpleis, den Inhaberin Grabitz übrigens „Tante Ännie“ genannt hat. Der Name „Tante Ännie“ erinnert ein wenig an die Tante-Emma-Läden von anno dazumal.

„Tante Ännie gab es allerdings wirklich“, sagt Grabitz lachend. „In Pleiserhohn, dem Dorf, wo ich aufgewachsen bin und auch heute noch lebe, hat es eine nette Nenntante gegeben, die den Dorfkindern immer Malzbonbons schenkte.“ So wurde die Nenntante zur Namenspatin des Ladens.

Die Krisenzeiten durch die Folgen der Coronapandemie oder des Ukrainekrieges, die auch das Konsumverhalten der Menschen beeinflusst haben, hat Grabitz mit ihrem Unverpacktladen mit Durchhaltevermögen durchgestanden. „Für uns kleine Einzelhändler war das mehr als eine Herausforderung“, beschreibt Grabitz diese Zeit. „Um auch in solchen Zeiten einen sicheren Stand zu haben, müssen wir neue Wege gehen“, so die Unternehmerin.

Aufbau einer „Unverpackt-Familie“

Die Idee für ein neues wirtschaftliches Konzept ist in den letzten Monaten gereift. Unter dem Motto „Tante Ännie‘s Gemeinschaft“ möchte die Unternehmerin eine Art „Unverpackt-Familie“ aufbauen. „Das bedeutet: Kunden, die Teil dieser Familie sind, zahlen einen monatlichen Beitrag im Voraus, der je nach Familiengröße festgelegt werden kann und haben dann die Möglichkeit, für dieses Guthaben im Unverpacktladen nach Wahl jede Ware einzukaufen“, so Attila Flöricke. Das sichere der Unternehmerin und ihren Mitarbeitern wie eine Grundsäule die Existenz des Ladens. Zudem sei der Wareneinkauf besser plan-, und kalkulierbar. Dahinter stecke der Grundgedanke der Gemeinwohl-Ökonomie, der auf solidarisches Wirtschaften, Vernetzung und Kommunikation setze.

Quelle
General-Anzeiger vom 28.08.2024; Foto und Bericht: Frank Hohman; Bericht: Iris Zumbusch Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 28.08.2024
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