Neue Vereinsvorsitzende gehen in Bockeroth zwei Jahre in die Lehre

Abgebildete Personen

Aufnahme: 2025

Neue Vereinsvorsitzende gehen in Bockeroth zwei Jahre in die Lehre

Die neuen Besen kehren jetzt in Bockeroth: Um frische Kräfte für die Vorstandsarbeit zu gewinnen, haben die bisherigen Vorstände der Bürgergemeinschaft ihre Nachfolger für zwei Jahre „in die Lehre“ genommen. Jetzt, 24 Monate später, schiebt Vorsitzender Christoph Thaysen (4. v. r.) den bisherigen, langjährigen Vorstandschef Holger Willcke (3. v. r.) mit der Sackkarre symbolisch vom Dorfplatz Am Milchbock.

Ein kleiner, kurzer Satz kann viel verändern: „Mit 41 Jahren habe ich auch angefangen“, sagt Holger Willcke (65), seit 24 Jahren Vorsitzender der Bürgergemeinschaft (BG) Bockeroth. Er blickt vielsagend zu Christoph Thaysen (41) hinüber, der dieses ehrenamtliche Spitzenamt übernehmen wird. Damit die Übernahme eines Vorstandspostens nicht zum plötzlichen Sprung ins kalte Wasser wird, hat die BG einen Plan entwickelt: Die Vorstände nehmen ihre gewählten Nachfolger zwei Jahre lang „an die Hand“, um sich als Co-Vorsitzende oder Co-Schatzmeister ins Aufgabenspektrum für geschäftsführende Vorstandsämter einarbeiten zu können. Das Resultat dieser Idee: Niemand aus der Riege der im Mai 2023 gewählten „Azubis“ hat aufgegeben. Alle sind dabeigeblieben.

„Es ist uns wichtig, für einen geordneten Übergang zu sorgen“, sagt Willcke. Wie sehr viele Vereine hatte auch die Bürgergemeinschaft in Bockeroth zuerst Probleme, engagierte Frauen und Männer zu finden, die sich für ihren Wohnort in besonderer Weise einbringen wollen und einen Posten bekleiden, der mit Verantwortung und mitunter einem gerüttelt Maß an ehrenamtlicher Arbeit verbunden ist. Erst recht gilt das aus dem Grund, da das Spektrum an Themen, das eine BG abdeckt, groß ist: Ziel der BG ist es, Ansprechpartner für die Bewohner des Ortes zu sein und die Interessen der Menschen in Bockeroth gegenüber der Stadt Königswinter, dem Rhein-Sieg und andere Behörden und Institutionen zu vertreten.

Der Auslöser, diesen Verein anno 1971 zu gründen, war einer, der heutzutage auf den ersten Blick gar nicht mehr so ersichtlich ist, wenn man sich durch den rund 770-Seelen-Ort mit der besonderen Höhenlage bewegt. Eigentlich vertritt die am 15. Mai 1971 gegründete BG die Interessen der drei Königswinterer Ortsteile Bockeroth, Düferoth und Friedrichshöhe. Bis 1969 gehörten die drei Orte zur Gemeinde Stieldorf. Im selben Jahr wurde im Zuge der Kommunalreform aus drei Orten einer – unter dem Ortsnamen Bockeroth. Da zwischenzeitlich der Gesamtort im Laufe der Jahre aber beständig, allerdings keineswegs ausufernd gewachsen ist, ist von der Dreiteilung von Bockeroth heute nichts zu sehen. Jedoch zeigen weiße Ortsschilder, wo die drei einst eigenständigen Dörfer begannen, respektive endeten. „In meinem Personalausweis steht als Wohnort Düferoth – nicht Bockeroth“, berichtet Vorstand Klaus Wiesehügel, Kassierer der Bürgergemeinschaft.

Das ist der Vorstand der BG

Seit Mai 2023 bildeten Vorsitzender Holger Willcke (65) und Christoph Thaysen (41) ein Chefduo, außerdem die zweite Vorsitzende Susanne Knöß (62) und Benni Maier (44), Schriftführer Wolfgang Thaysen (72) und Friederike Bohle (53) sowie Kassierer Klaus Wiesehügel (72) und Tandem-Partner Carsten Thaysen (37). Den Vorstand komplettierte Guiseppe Montelepre als Beisitzer, der nun ausscheidet, sowie die Beisitzer Reiner Großkopf (60) und Jens Kupke (39), die, wie Großkopf sagt, „ihre Probezeit schon hinter sich haben“. Ganz neu mit dabei ist Karin Zwartek (36), die sich ebenfalls um die Kasse kümmert. Ein Detail familiärer Natur dürfte bei der Suche nach einem adäquaten, verlässlich zu nennenden Vorsitzenden und der Übergabe von Verantwortung gewiss eine oscarreife Nebenrolle gespielt haben: Willcke und Thaysen sind bereits als Schwiegervater und Schwiegersohn ein Duo mit besonderer Verbindungskraft.

Eine Besonderheit der neuen Riege, die sich am Dienstag, 6. Mai, bei der Mitgliederversammlung nach der zweijährigen Tandemarbeit zur Wahl stellt, ist, dass alle Vorstands-Azubis gebürtige Bockerother sind – ein ganz entscheidendes Kriterium für das Engagement, so Willcke: „Die sind hier groß geworden, fühlen sich hier zu Hause. Und man kennt sie hier im Dorf, das ist ganz wichtig für die Ansprache.“ 226 Mitgliedschaften zählt die Bürgergemeinschaft aktuell, was somit etwa 400 Menschen entspricht – und das bei rund 770 Einwohnern.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom  05.05.2025 - siehe Link unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 05.05.2025; Foto: Frank Hohman; Bericht: Mario Quadt Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 05.05.2025
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