Pastorale Einheit - Wie es bei den Katholiken im Siebengebirge weitergeht

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Aufnahme: 2025

Pastorale Einheit - Wie es bei den Katholiken im Siebengebirge weitergeht

Siebengebirge · Bis zum 30. Juni müssen die Katholiken im Siebengebirge eine Entscheidung über die Neuorganisation ihrer Gemeinde treffen. Dabei geht es um zwei sehr unterschiedliche Wege.

Der Pfarrgemeinderat in Unkel trat im Februar aus Verärgerung über die Versetzung seines Pfarrers Michael Ottersbach und die Vorgaben des Erzbistums für den Weg zu den neuen Pastoralen Einheiten zurück. Die verbleibenden Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände und Seelsorgeteams in den Seelsorgebereichen Bad Honnef, VG Unkel, Königswinter-Tal und Königswinter am Oelberg müssen bis zum 30. Juni eine Entscheidung von großer Tragweite treffen.

Es werden 80 Prozent der Stimmen gebraucht

Sie müssen beschließen, ob die bisher 16 Kirchengemeinden zwischen Eudenbach und Erpel entweder zu einer einzigen zentralen Pfarrei fusionieren oder aber zu vier Pfarreien – je einer pro Seelsorgebereich. Der Fusionsprozess soll bei der ersten Option bis Ende 2032 und im zweiten Fall bis Ende 2030 abgeschlossen sein. Der Pferdefuß an der Sache: Wenn sich weniger als 80 Prozent der Vertreter der Gremien für den sogenannten „Spurwechsel“, das heißt vier Pfarreien, entscheiden, weist der Kölner Erzbischof die Fusion zu einer einzigen Pfarrei an.

Fest steht bereits, dass Michael Ottersbach ab dem 1. September seine Stelle als Leitender Pfarrer in den Seelsorgebereichen Bad Honnef und VG Unkel nach genau sieben Jahren aufgeben muss und stattdessen die Leitung in der Pastoralen Einheit Köln-Ehrenfeld mit drei Seelsorgebereichen übernimmt. Dort wird er für rund 30.000 Katholiken zuständig sein, so wie Markus Hoitz dann alleiniger Leitender Pfarrer für die 32.000 Katholiken in der Pastoralen Einheit Siebengebirge sein wird.

Seit dem Sommer 2024 haben sich die Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände und Pastoralteams immer wieder getroffen, um über die beiden Optionen zu diskutieren. Es wurde ein Koordinierungsteam mit jeweils vier Vertretern aus den drei Gremien gebildet, das den Informations- und Beratungsprozess zur Pastoralen Einheit abstimmen sollte. Hoitz und Ottersbach schildern den Diskussionsprozess als sehr differenziert. „Da schlugen die Wogen zum Teil sehr hoch. Es wird vielfach ein Hauen und Stechen erwartet, wenn es in Zukunft nur noch einen Kirchenvorstand in einer Pfarrei geben sollte“, berichtet Hoitz. „Der Austausch war sehr gut. Es gab Pro und Contra für beide Optionen“, sagt Ottersbach. Die Empörung beim Unkeler Pfarrgemeinderat sei eher die Ausnahme gewesen.

Die Mitglieder des Pfarrgemeinderats Unkel hatten im Februar erklärt, ihr Amt niederzulegen. In einem Schreiben an Ottersbach bedauerten sie unter anderem die mangelnde Beteiligung durch das Erzbistum vor der Personalentscheidung und beim Prozess zu den neuen Pastoralen Einheiten. „Wir wollen diesen Weg nicht länger als ‘demokratisches Feigenblatt’ begleiten“, heißt es in dem Schreiben. Die ehemaligen Pfarrgemeinderatsmitglieder beklagen sich darüber, dass es nur die Möglichkeit gebe, zwischen zwei Varianten zu wählen. Sie sehen den „nur von Köln gewollten“ Weg zur Großpfarrei als „vorgezeichnet“, das Erzbistum habe „für den sogenannten Spurwechsel in die kleinere Variante struktureller Veränderung ein faktisch unerreichbar hohes Quorum aller Gremien vorgegeben“. Nach dem Rücktritt des Unkeler Pfarrgemeinderats haben die jeweils drei Gremien pro Seelsorgebereich nun noch insgesamt elf Stimmen, so dass zum Beispiel die vier Stimmen des Seelsorgeteams für die Eine-Pfarrei-Option schon ausreichen würden.

Obwohl auch die beiden Leitenden Pfarrer dem von Köln vorgegebenen Verfahren durchaus kritisch gegenüberstehen, sehen sie in der Schaffung größerer Einheiten auch Chancen. „Das Gemeindeleben mit der Jugend- und Seniorenarbeit oder der Caritas wird weiter vor Ort stattfinden“, sagt Ottersbach. Hoitz ergänzt: „Das Problem mancher Vertreter in den Gremien ist, dass sie die Veränderungen an den Verwaltungsstrukturen festmachen und nicht an der Lebendigkeit des Gemeindelebens.“ Bereits in der Corona-Zeit habe er beobachtet, dass sich viele Menschen schwer damit tun, alte Gewohnheiten aufzugeben und Neues in den Blick zu nehmen.

Neue Wege auch bei den Kitas

Eine große Veränderung wird es auch bei den neun katholischen Kitas in der Pastoralen Einheit Siebengebirge geben. Die Trägerschaft wechselt in den nächsten zwei bis drei Jahren von den Kirchengemeinden zu der im Oktober 2024 neu gegründeten Trägerorganisation des Erzbistums, Katholino gGmbH. Einzige Ausnahme ist der Kindergarten in Unkel-Scheuren, da dieser in Rheinland-Pfalz liegt. Für ihn muss noch ein Träger gesucht werden. Künftig werden für die Pastorale Einheit noch zweieinhalb Stellen im Verwaltungsbereich zur Verfügung stehen, die sich um Personal und Organisation kümmern. Zurzeit sind es noch drei.

Nach dem Weggang von Michael Ottersbach wird es einen Leitenden Pfarrer, fünf weitere Priester, zwei Diakone und drei Gemeindereferenten geben. Bis 2030 soll die Zahl auf einen Leitenden Pfarrer, drei Priester, einen Diakon und drei bis vier Gemeindereferenten schrumpfen. Bis 2035 geht jeweils noch eine weitere Stelle verloren. Für Markus Hoitz persönlich bedeuten das: „Das erste Lernziel für mich ist Delegation."

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 25.04.2025 siehe Link unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 25.04.2025; Foto: Frank Hohman; Bericht: Hansjürgen Melzer Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 25.04.2025
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