Aufnahme: 2025
Interview TuS-Geschäftsführer - Sportfest ist ein Meilenstein für die inklusive Gemeinschaft des TuS Oberpleis
Königswinter · Der TuS 05 Oberpleis lädt für den 23. August gemeinsam mit dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW zu einem großen inklusiven Sportfest ein. TuS-Geschäftsführer Michael Weber erklärt, warum Sport der ideale Weg ist, um Menschen zusammenzubringen und Barrieren abzubauen.
Alle können mitmachen, ganz gleich ob mit oder ohne Beeinträchtigung – in vielen Sportvereinen ist „Teilhabe“ kein leeres Wort. Beim TuS 05 Oberpleis zum Beispiel wird der Inklusions-Gedanke bereits seit langem erfolgreich gelebt, nicht nur in integrativen Gruppen, sondern auch bei allen anderen Sportangeboten. Am Samstag, 23. August, richtet der Verein gemeinsam mit dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW ein großes inklusives Sportfest unter dem Motto „Gemeinsam aktiv sein – unabhängig von Alter oder Einschränkungen“ aus. GA-Mitarbeiterin Gabriela Quarg sprach im Vorfeld der Veranstaltung mit TuS-Geschäftsführer Michael Weber über Inklusion im Sportverein.
Wie steht es um die Inklusion bei ihnen im Verein?
Michael Weber: Im TuS 05 Oberpleis begleitet uns der Inklusionsgedanke schon seit vielen Jahren. Gerade der Sport bietet ja so viele Möglichkeiten zur Teilhabe. Unsere Anlagen sind alle inklusiv gebaut, und allein am Rehasport nehmen 300 Menschen teil. Seit Anfang des Jahres haben wir auch eine Partnerschaft mit dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW, mit dem wir jetzt auch das SPORTout-Fest ausrichten. Wir sind also längst mehr als ein Fußballverein.
Was erwartet die Besucher bei dem Fest?
Weber: Es soll ein großes inklusives Sportfest für alle unabhängig von Alter oder Einschränkungen sein. Jeder kann vorbeikommen, schauen, mitmachen und Neues ausprobieren. Der TuS wird viele seiner Sportangebote vorstellen, von Pilates über Cheerleading bis zur inklusiven „Tu(S)gether-Kids“-Gruppe für Kinder mit und ohne Behinderung. Der BRSNW bietet unter anderem ein Rollator-Training und einen Rollstuhlparcours an. Höhepunkte sind ein Einlagespiel im Rollstuhlbasketball sowie ein Walking Football-Turnier mit Teams aus ganz NRW, unter anderem dem 1. FC Köln.
Walking Football - also so etwas wie Fußball im Gehen?
Weber: Ja, das ist die gesundheitsfördernde Variante des Fußballs. Wie der Name schon sagt, wird nicht gerannt, und der Ball darf nicht über Hüfthöhe gespielt werden. Es gibt auch keinen harten Körperkontakt. Im Vordergrund stehen Spaß, soziale Kontakte und das gesunde Bewegen an der frischen Luft - „Fußball entschleunigt“ sozusagen. Gespielt wird in gemischten Mannschaften.
Mal ehrlich, Fußball ohne Laufen und Sprinten, wird das nicht eher belächelt?
Weber: Wer noch laufen kann, macht sich vielleicht darüber lustig. Aber spätestens, wenn man älter wird, nicht mehr so fit ist oder es plötzlich körperliche Einschränkungen oder Beschwerden gibt, dann kommt man auf die Idee, es mal auszuprobieren. Walking Football ist als Präventionssportangebot anerkannt und macht wirklich Spaß. Darum wird es auch immer beliebter.
Und wie wird das Angebot beim TuS angenommen?
Weber: Wir bieten Walking Football seit 2019 an, und es hat sich richtig gut etabliert. Zu den regelmäßigen Trainings mittwochs um 19 Uhr kommen Männer und Frauen im Alter von Mitte 30 bis Ende 80, mit und ohne Beeinträchtigung, darunter auch richtig gute ehemalige Fußballer. Die Mannschaft spielt auch Turniere und Freundschaftsspiele.
Und was sind die „Tu(S)gether-Kids“?
Weber: Das inklusive Sportangebot für Kinder mit und ohne Beeinträchtigungen gibt es bei uns seit einem Jahr. Bei den Spielen wird auf die unterschiedlichen Möglichkeiten der Kids eingegangen, sodass alle die gleichen Chancen haben und jeder gewinnen kann. Wir haben das Glück, für die Gruppe zwei tolle Übungsleiterinnen zu haben, die beide entsprechend ausgebildet sind und mit viel Einfühlungsvermögen auf die Kinder eingehen.
Plant der Verein, die Angebote im inklusiven Bereich noch auszubauen?
Weber: Wir sind für Ideen absolut offen und unterstützen alle, die etwas anbieten möchten. Für Kinder mit Problemen und Auffälligkeiten ist Sport eine tolle Möglichkeit, um die kognitive und die motorische Entwicklung zu fördern und mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln. Als Träger von Offenen Ganztagsschulen nehmen wir den Bedarf durchaus wahr. Selbstverständlich stehen alle unsere Sportangebote allen Menschen offen, das ist ganz wichtig!
Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 18.08.2025 - siehe Link unten.
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