Aufnahme: 2025

Kapelle in Oberpleis verschandelt - „Wir verstehen einfach nicht, wer so etwas macht und warum“

Entsetzt über die sexistischen und politischen Schmierereien an der Kapelle sind Ilona und Norbert Jansen. Sie pflegen das Heiligenhäuschen auf dem Hartenberg bei Oberpleis liebevoll und ehrenamtlich.

„Wir sind einfach erschüttert“, sagen Ilona und Norbert Jansen unisono. Sie können immer noch nicht fassen, was Vandalen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag in dem von ihnen so liebevoll gepflegten Heiligenhäuschen auf dem Hartenberg bei Oberpleis angerichtet haben. Nicht nur, dass die weißgetünchten Außenwände des kleinen Gotteshauses, das weithin sichtbar unter einer großen Linde auf dem Hartenberg thront, mithilfe eines dicken, schwarzen Eddings mit politischen und sexistischen Parolen beschmiert wurden, auch im Innenraum des Kapellchens haben die unbekannten Täter gewütet.

Bilder fehlen oder wurden falsch herum hingehängt, das Kreuz über dem Altar abmontiert und – offensichtlich als Provokation – ebenfalls kopfüber wieder aufgestellt. In das Fürbittenbuch haben die Vandalen einen kaum leserlichen Kommentar hineingekritzelt – augenscheinlich ebenfalls politischer Natur, genauer gesagt zur Wahl. Obendrein ließen sie so einiges an Inventar mitgehen: Bilder, ein Grablicht, das Abendmahl, Blumenschmuck mitsamt Übertöpfen und sogar eine Sitzbank, die Ilona Jansen gerade erst eigenhändig mit neuem Stoff bezogen hatte.

Das Ehepaar Jansen kümmert sich seit einigen Jahren um das kleine Gotteshaus, steckt viel Zeit und Herzblut in Pflege und Erhalt des denkmalgeschützten Gemäuers. Fast täglich schauen beide auf dem Hartenberg nach dem Rechten, tauschen Kerzen aus, sorgen für frischen Blumenschmuck. Erst vor zwei Jahren haben sie das Heiligenhäuschen, das unmittelbar am viel frequentierten Kapellenwanderweg liegt, eigenhändig neu gestrichen. „Wir haben uns gefreut, dass alles wieder so schön aussieht“, so Ilona Jansen.

Der traurige Anblick, den das Heiligenhäuschen nach der Randale bietet, tut den beiden in der Seele weh: „Wir verstehen einfach nicht, wer so etwas macht und warum.“ Hätten die Täter „nur“ aus blinder Zerstörungswut gehandelt, dann hätten sie doch wohl kaum so viele Gegenstände aus dem Inventar mitgehen lassen.

Die herbeigerufene Polizei habe Fotos gemacht und die Schäden aufgenommen, berichtet Norbert Jansen im Gespräch mit dem General-Anzeiger, der auch Anzeige erstattete. Mit dem Saubermachen musste das Ehepaar aus polizeilichen Gründen allerdings erst mal warten, obwohl die beiden am liebsten sofort losgelegt hätten. „Am Nachmittag hat sich die Polizei dann aber noch mal bei uns gemeldet, dass das Heiligenhäuschen wieder freigegeben ist“, erzählt Jansen.

Engagement für das kleine Gotteshaus in zweiter Generation

Seine Frau und er möchten das Kapellchen wieder so herrichten, wie es war – und zwar so schnell wie möglich. „Ich habe Angst, dass sonst Nachahmer kommen“, sagt Ilona Jansen. Mit „einfach Überstreichen“ ist es allerdings nicht getan: „Wir müssen erst mal einen Reiniger finden, mit dem man den Edding entfernen kann. Sonst sieht man das durch den Anstrich.“ Anstatt der gestohlenen Bank haben die Jansens bereits zwei Stühle aufgestellt.

Das Heiligenhäuschen auf dem Hartenberg steht unter Denkmalschutz. Erbaut wurde es um das Jahr 1905 von der Familie Meurer aus Dankbarkeit für eine überstandene Viehseuche. Zuvor hatte sich an der Stelle ein Unterstellplatz für Fuhrleute befunden, die dort auf ihrem Weg von Kloster Heisterbach nach Siegburg Rast machten. Zeitgleich mit dem Bau des kleinen Gotteshauses wurde auch der Lindenbaum gepflanzt, unter dem heute Bänke zur Rast mit Fernblick einladen.

Seit 1980 hatte sich Marianne Gorzolla mit viel Herzblut um das Heiligenhäuschen gekümmert, nach ihrem Tod trat Tochter Ilona Jansen gemeinsam mit ihrem Mann in ihre Fußstapfen. Für sein Engagement erhält das Ehepaar viel Zuspruch von Spaziergängern und Radfahrern: „Man bekommt immer, wenn wir hier sind, ein Dankschön gesagt. Dass wir anderen eine Freude machen können, macht uns selber auch Freude“, sagt Ilona Jansen.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 12.09.2025 - siehe Link unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 12.09.2025; Foto: Ralf Klodt; Bericht: Gabriela Quarg Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger vom 12.09.2025
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