Aufnahme: 2025

Warum an der Großbaustelle auf der A3 besonders viele Unfälle passieren

Auf der A3 zwischen dem Kreuz Bonn/Siegburg und der Anschlussstelle Siebengebirge hat es 2025 besonders viele Unfälle gegeben.

Siebengebirge · Seit Ostern 2025 laufen auf der A3 die Arbeiten für den vierten Bauabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Bonn/Siegburg und der Anschlussstelle Siebengebirge. Die Sperrungen führten in diesem Jahr zu besonders vielen Unfällen.

Vor der Autobahn-Großbaustelle im Siebengebirge gab es in diesem Jahr eine sehr große Zahl von Unfällen. Die mehrjährige Sanierungsmaßnahme wird dabei auch für die Feuerwehren zu einer Herausforderung. So hatte der für die Autobahn 3 zuständige Löschzug Aegidienberg in fünf Monaten mehr als doppelt so viele Einsätze wie im gesamten Jahr 2024.

Seit Ostern 2025 laufen die Arbeiten für den vierten Bauabschnitt zwischen dem Autobahndreieck Bonn/Siegburg und der Anschlussstelle Siebengebirge. Seit Ende April war an der Anschlussstelle Siebengebirge in Fahrtrichtung Köln zunächst die Abfahrt und seit Juli die Auffahrt gesperrt. Die Sperrung wurde Mitte Oktober aufgehoben. Bestand hat jedoch die Verengung von drei auf zwei Fahrspuren, die die Ursache für die meisten Unfälle ist.

42 Feuerwehreinsätze zwischen April und Oktober

Seit Baubeginn wurde der Verkehr ab dem Parkplatz Logebachtal Ost bis rund fünf Kilometer vor dem Autobahnkreuz Bonn/Siegburg über zwei von drei Spuren geleitet. Seit Mitte Oktober beginnt die Verengung erst bei Königswinter-Bellinghausen. Weil viele Verkehrsteilnehmer mit den Geschwindigkeitsbegrenzungen vor der Fahrbahnverengung Probleme haben, kam es nach Angaben der Bad Honnefer Feuerwehr allein im Bereich des Logebachtal-Parkplatzes und des Westerwälder Tors, wie die alte Brücke über die A3 bei Aegidienberg-Brüngsberg genannt wird, zwischen Juni und Anfang Oktober zu 20 Einsätzen wegen Unfällen. Allein im September waren es sechs. Hinzu kamen weitere sechs Unfälle im Baustellenbereich.

Alles in allem verzeichnete die Feuerwehr auf den acht Autobahnkilometern in ihrem Zuständigkeitsbereich bis Mitte Oktober 42 Einsätze, davon allein 35 in Fahrtrichtung Köln. Gegenüber den 19 Einsätzen im gesamten Jahr 2024 war das eine deutliche Steigerung. „Das ist ein Einsatzrekord für den Löschzug Aegidienberg“, sagt der Sprecher der Bad Honnefer Feuerwehr, Lennart Gerlach.

Gefälle und Kurven sind eine gefährliche Kombination

„Die Vielzahl an Einsätzen im Zeitraum von rund fünf Monaten stellte insbesondere für den Löschzug Aegidienberg eine Belastung dar“, sagt Gerlach. In den meisten Fällen habe es sich dabei um Auffahrunfälle gehandelt. Mit dazu beigetragen habe sicher auch die Tatsache, dass dieser Abschnitt ein starkes Gefälle aufweist und kurvenreich ist. „Das ist eine gefährliche Kombination“, meint er. Glücklicherweise habe es bei den Unfällen meist nur Leichtverletzte gegeben.

Gerlach geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Unfälle sogar noch höher sein dürfte. Die Feuerwehr werde nur dann hinzugerufen, wenn auch ein Rettungswagen alarmiert werde. Meist ginge es nur um die Absicherung der Unfallstelle oder die Beseitigung von Betriebsstoffen. Manchmal müsse aber auch der Rettungsdienst bei der Versorgung der Verletzten unterstützt werden.

Mitte Oktober wurde die Fahrbahnverengung verlegt

Die Kölner Polizei, die für die Autobahn zuständig ist, bestätigt die hohe Anzahl von Unfällen in diesem Jahr, auch wenn die Zahlen der Polizei nicht ganz mit denen der Feuerwehr übereinstimmen. „Zwischen dem 25. April und dem 23. Oktober wurden zwischen der Anschlussstelle Bad Honnef und dem Autobahnkreuz Bonn/Siegburg in Fahrtrichtung Köln insgesamt 29 Verkehrsunfälle registriert“, teilte eine Sprecherin mit. Darunter seien 24 Unfälle mit Leichtverletzten und fünf Unfälle mit Schwerverletzten gewesen. Im gleichen Zeitraum 2024 habe es nur zwölf Unfälle gegeben, darunter waren allerdings auch ein tödlicher Unfall sowie zwei Unfälle mit Schwerverletzten und neun mit Leichtverletzten. 2023 gab es 20 Unfälle, davon sieben mit Schwerverletzten und 13 mit Leichtverletzten.

Mitte Oktober wurde die Fahrbahnverengung nach Norden verlegt. Seitdem wird der Verkehr erst in Höhe von Königswinter-Bellinghausen von drei auf zwei Spuren geleitet. „Wir sind froh, dass sich die Baustelle verschoben hat. Seitdem hatten wir dort keinen Einsatz mehr“, sagt Gerlach. Auf die Kollegen aus Königswinter dürften hingegen in Zukunft mehr Einsätze zukommen. Der Löschzug Ittenbach ist für den Abschnitt von der Anschlussstelle Siebengebirge bis zum Kreuz Bonn/Siegburg in Fahrtrichtung Köln zuständig. „Bisher hatten wir nur sechs Einsätze innerhalb der Baustelle. Jetzt sind die Karten aber neu gemischt, weil die Zusammenführung der Spuren wieder in unserem Einsatzgebiet liegt. Wir rechnen mit erhöhten Einsatzzahlen“, sagt Feuerwehrsprecher Marc Neunkirchen.

Zweispurige Fahrbahn bis Frühsommer 2026

Die Autobahn GmbH des Bundes als Bauherrin weist auf die besonderen Herausforderungen der Baumaßnahme „unter laufendem Verkehr“ hin. Sie sei anspruchsvoller und komplexer als eine Neubaumaßnahme, weil sie neben der Planung des Bauablaufs ein gut ausgearbeitetes Konzept für die Baustellen-Verkehrsführung verlange, heißt es von einer Sprecherin. „In den Baufeldern wird eine Vielzahl von verschiedenen Gewerken zeitgleich abgewickelt, das erfordert ein hohes Maß an Koordination und Abstimmung.“ Die Verkehrsführung in dieser Bauphase fordere aber auch den Verkehrsteilnehmern im Vergleich zu der geplanten Verkehrsführung im weiteren Bauverlauf mehr ab – dadurch, dass in Fahrtrichtung Köln derzeit lediglich zwei Fahrspuren zur Verfügung stünden.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger - siehe Link unten

Quelle
General-Anzeiger vom 27.10. 2025; Foto: Ralf Klodt; Bericht: Hamsjürgen Melzer Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger
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