Aufnahme: 2025
Bürgermeisterin von Königswinter - So emotional verlief die Vereidigung von Heike Jüngling
Königswinter · Heike Jüngling ist bei der konstituierenden Ratssitzung als Bürgermeisterin von Königswinter vereidigt worden. Mit dem GA sprach sie über ihre Nervosität und einen „schönen Moment“. Eine Mahnung richtete der Sitzungsleiter an die AfD.
Spätestens als Parteifreund Stephan Unkelbach ihr die schwere Amtskette um den Hals legt, wird es emotional. Doch eine Last dürfte es für Königswinters neue Bürgermeisterin Heike Jüngling kaum sein. Im Gegenteil. „Ein schöner Moment“, kommentiert Jüngling diesen Teil ihrer Amtseinführung bei der konstituierenden Ratssitzung am Dienstag im Schulzentrum Oberpleis im Gespräch mit dem GA. Als Christdemokratin kaum verwunderlich: Bei ihrer Vereidigung entscheidet sich Jüngling für die optionale religiöse Formel: „So wahr mir Gott helfe.“
Schwarz-Grüne Koalition möglich
Ob sie den Beistand von oben wirklich braucht, sei dahingestellt. Hilfreich dürfte für ihre fünfjährige Amtszeit in jedem Fall sein, dass ihre CDU mit 22 Sitzen im neuen Stadtrat mit Abstand die stärkste Kraft ist. Für die absolute Mehrheit benötigt die Union allerdings einen Koalitionspartner. Einzig realistischer Kandidat dafür sind nach jetzigem Stand die Grünen, die in der vergangenen Wahlperiode noch mit SPD und Königswinterer Wählerinitiative koalierten. Offizielle Verhandlungen könnten vorbehaltlich der Zustimmung aller notwendigen Parteigremien bald starten.
Doch das ist am Dienstag Zukunftsmusik. Dafür stehen an diesem Abend jede Menge Wahlen für die Ratsmitglieder an: Ausschüsse müssen besetzt, ihre Vorsitzenden bestimmt werden – genau wie die ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeister: Michael Ridder, Norbert Mahlberg (beide CDU-Fraktion) und Insa Thiele-Eich (Königswinterer Wählerinitiative). Doch der Höhepunkt ist Jünglings Amtseinführung. „Ich war supernervös“, sagt sie tags darauf angesichts der aufwendigen Vorbereitung. Gleichwohl habe bei der Sitzung eine „superkonzentrierte Stimmung“ geherrscht, alle hätten konstruktiv miteinander gearbeitet. So schafften die Ratsmitglieder es, die umfangreiche Tagesordnung vollständig abzuarbeiten – nicht selbstverständlich und ein Umstand, auf den Jüngling nach eigener Aussage anfangs „nicht gewagt“ habe zu hoffen.
Mahnung an AfD
Vor Jünglings Vereidigung liegt die Sitzungsleitung zunächst bei Unkelbach als längstem ununterbrochen amtierenden Ratsmitglied, worüber sich der CDU-Mann, noch keine 50 Jahre alt, selbst überrascht zeigt. Gefühlt sei er vor nicht allzu langer Zeit noch als Stimmzähler benannt worden, weil der jüngste in seiner Fraktion war.
In seiner Eröffnungsrede richtet Unkelbach nicht zuletzt Dankesworte an den bei der Sitzung offiziell verabschiedeten ehemaligen Bürgermeister Lutz Wagner (Königswinterer Wählerinitiative), der seiner damaligen Dezernentin Jüngling in der Stichwahl Ende September knapp unterlag: „Lutz hat dem Stadtrat schon lange vor mir angehört. Er war gefühlt immer da. Ich kenne keinen Stadtrat ohne Lutz Wagner. Allein das beschreibt schon den Einsatz, den Lutz für diese Stadt gebracht hat, und macht deutlich, welcher Verlust das für dieses Haus und für uns alle ist.“ Mahnende Worte schickt Unkelbach in Richtung AfD-Fraktion, die die Zahl ihrer Ratsvertreter mit nun fünf deutlich erhöht hat. Diese hätten die Chance, sich im Königswinterer Rat anders zu verhalten als viele ihrer Kollegen sowie kritisch aber konstruktiv mitzuwirken und keine „Blockadepolitik“ zu betreiben. „Dieser Stadtrat hier wird sich nicht von Ihnen auseinanderdividieren lassen. Diese wundervolle Stadt ist bunt und tolerant und vielfältig und divers. In diesem Stadtrat ist kein Platz für Fremdenfeindlichkeit oder Homophobie“, machte Unkelbach deutlich.
Zu den Presseberichten - siehe Links unten.
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