„Champagnerperlen“ auf dem Petersberg

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Aufnahme: 2024

„Champagnerperlen“ auf dem Petersberg

Das Salon-Ensemble Petersberg hatte zum Neujahrskonzert in die Rotunde des Steigenberger Grandhotels eingeladen.

(bk) Sie entstand 1886 und zeugt von rhythmischer Prägnanz und Eingängigkeit. Dem Komponisten Richard Eilenberg genügte oft nur eine kurze Melodie, um aus ihr ein Charakterstück zu entwickeln. Mit seiner Petersburger Schlittenfahrt prickelte es im Sektglas, und das Salon-Ensemble Petersberg stimmte die Besucher auf das neue Jahr 2024 ein. Georg Hamza, in Rumänien geboren, war er ein Geiger mit Leib und Seele.

Mit besonderer Vorliebe pflegte er auch die traditionelle Salonmusik im Wiener Stil. Mit seinem Ensemble setzte er eine alte Familientradition fort. Für Salonorchester komponierte er auch „Fandango y Fiesta“, ein weiterer Programmpunkt des Konzertes. Ein Walzer von Emmerich Kálmán entführte die Zuhörer in die Welt der Csardasfürstin. Das Publikum lag ihm zu Füßen. Titel wie „Schön Rosmarin“ halten sich bis heute im Repertoire vieler Orchester. Ihr Urheber ist der 1875 in Wien geborene Komponisten-Virtuose Fritz Kreisler. In der Redoute konnte man sich von dem Talent dieses Musikers überzeugen. Das nächste Werk wurde am 24. Juli 1852 im Garten des Lokals „Zum Wilden Mann“ im Wiener Prater erstmals aufgeführt. Die Anna-Polka von Johann Strauss erklang nun auch auf dem Petersberg. Von Petite fleur wurden mindestens 34 Versionen veröffentlicht - unter anderem von Petula Clark, The Ventures, Britt Hagen und Manu Dibango. Dieses Werk von Sidney Bechet gehörte auch zum Repertoire des Salon-Ensembles. Gerhard Winkler war ein deutscher Komponist der Unterhaltungsmusik. Sein Song „Toulouse“ stand in der Rotunde ebenfalls auf dem Programm.

Zigeunerliebe ist eine romantische Operette in drei Akten von Franz Lehár. Auszüge daraus wurden zum Jahresbeginn zu Gehör gebracht. Nach einer kurzen Pause setzte sich das Konzert mit dem spanischen Marsch „Caramba“, den Joe Rixner 1938 komponierte, fort. Mit „Syncopation“ stand ein weiteres Werk von Fritz Kreisler auf dem Programm. 1924 sagte Jo Knümann dem Konzertsaal ade und widmete sich intensiv seinen Kompositionen. Auch hier machte er sich in kürzester Zeit einen Namen. Neben „Russisch“ und „Rumänisch“ gelangen ihm mit „Ungarisch“ wohl seine größten Würfe in der Unterhaltungsmusik. Davon konnten sich auch die Gäste in der Redoute überzeugen.

Erneut stand ein Werk von Winkler auf dem Programm. Ein Sizilianisches Ständchen, den „Andalusischen Tanz“ entlockte das Ensemble den Instrumenten. Peter De Rose zeigte schon als Kind großes Interesse an Musik. Er lernte von seiner älteren Schwester das Klavierspiel und veröffentlichte ein erstes eigenes Werk im Alter von 18 Jahren. „Buona Sera“ ist ein von Carl Sigman und De Rose geschriebenes Lied, das vor allem durch die Aufführung von Louis Prima im Jahr 1956 bekannt wurde. Nun kannten es auch die Zuhörer des Neujahrskonzertes. Sleigh Ride, eine Schlittenfahrt, ist ein beliebtes Orchesterstück der gehobenen Unterhaltungsmusik. Es wurde von Leroy Anderson Ende der 1940er Jahre komponiert und erklang nun auf dem Petersberg.

Mit einem Medley endete ein Konzert, das hinsichtlich der Programmvielfalt einen excellenten musikalischen Einstieg in das Jahr 2024 bot. „Rudolf“s White Winter Wonderland“ mit „Weißer Winterwald“ von Felix Bernard,      dessen Text die Romanze eines Paares während der Wintersaison beschreibt, „Rudolph, the Red Nosed Reindeer“, dem Titel eines auf einem Malbuch für Kinder basierenden Weihnachtsliedes von Johnny Marks und „White Christmas“, dem Titel eines von Irving Berlin komponierten Weihnachtsliedes, machte deutlich, dass sich der Besuch dieses außergewöhnlichen Neujahrskonzertes gelohnt hatte. Für dieses Hörvergnügen der besonderen Art sorgten Maria Kapuscinska an der ersten  Violine, Hans-Josef Fritsche an der Violine Obligat, Michael Wolf an Klarinette und Saxophon, Thomas Bungart am Schlagzeug und Edgar Zens an Klavier und Akkordeon. Als Conférencier fungierte Wolfgang Semrau.

Quelle
Rundblick Siebengebirge | 26. Jahrgang | Nr. 2 | Samstag, 13. Januar 2024 | Kw 2 |
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