Aufnahme: 2024

Eudenbacher verabschiedeten sich von ihrer Krippe

In der Pfarrkirche St. Maria Himmelfahrt erklangen Alphorn und Orgel.

(bk) Sie hat die Pfarrgemeinde über die Weihnachtszeit begleitet - die Krippe in der Pfarrkirche des Ortes Eudenbach. Nun galt es Abschied von dem Jesuskind, Maria und Josef, zu nehmen. Den würdigen Rahmen bildeten zwei Instrumentalisten, die nicht zum ersten Mal gemeinsam musizierten. Der Organist Thomas Schlosser, er leitet Kirchenchöre in Horhausen und Neustadt/Wied, und der Alphornbläser Tom Schönwald aus Buchholz-Seifen, der sich neben dem Spiel des Alphorns auch mit zeitkritischen Texten und Gedichten beschäftigt, machten diese Feierstunde zu einem besonderen Erlebnis.

Das Orgelwerk „Weihnachtspastorale“ eröffnete das Konzert. Im Anschluss erklangen Orgel und Alphorn zu dem Titel „Bim Wägchrüz“, zu Deutsch „Beim Wegekreuz“. In einer kurzen Erläuterung schilderte Schönwald deren Bedeutung: „Zu unterschiedlichen Anlässen wurden Wegekreuze aufgestellt. Diese konnten sowohl trauriger als auch fröhlicher Natur sein. Aber stets deuten diese Kreuze auf Ereignisse aus dem Leben der Menschen hin.“ Auch das Alphorn, so Schönwald, wurde geblasen, um besondere Ereignisse bekannt zu machen. Wurde ein hoher Ton gespielt, so kündete es von einer frohen Botschaft, ertönte ein tiefer Ton, so handelte es sich um eine schlechte, eine traurige Nachricht. vorstellen Das sich anschließende Stück „Westschweizer Choral“ soll einst die Holzfäller in den Wäldern dazu veranlasst haben, ihre Arbeit zu unterbrechen, um dem Echo in den Bergen zu lauschen. „Alphornbläser haben sich stets Orte ausgesucht, die ihr Instrument weit hinaus ins Land ertönen ließen. So wurde das Alphorn oftmals als Signalinstrument eingesetzt.“ Er selbst hat lange in der Schweiz gelebt und so seine Verbindung zu dem Alphorn aufgebaut.

„Das Alphornspiel ist mir ein lieb gewonnenes Hobby geworden. Früher spielte ich Waldhorn. Heute bin ich Mitglied im Jodlerverband, in dem auch Alphornbläser landesübergreifend organisiert sind“, so der begeisterte Musiker. Die Besucher der Feierstunde „Abschied von der Krippe“ genossen dieses Konzert der ganz besonderen Art. Nun wird der Chorraum wieder ohne das opulente Krippenspiel sein und die zahlreichen Figuren treten ihren „Sommerschlaf“ an, um zur kommenden Weihnachtszeit die Eudenbacher Pfarrkirche erneut zu schmücken.

Quelle
Rundblick Siebengebirge | 26. Jahrgang | Nr. 3 | Samstag, 20. Januar 2024 | Kw 3 |
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