Aufnahme: 2024

Neuer Termin, neues Konzept - Warum der Rathaussturm in Königswinter vorgezogen wird

Schon vor der Pandemie hatte das Interesse am Königswinterer Rathaussturm immer mehr nachgelassen. Die Ausrichter ziehen jetzt die Konsequenzen. Wie die aussehen und warum der Straßenkarneval damit früher beginnt.

Schon lange vor Corona hatte das Interesse der Bürger und der Karnevalsvereine an der Erstürmung des Oberpeiser Rathauses am Rosenmontag immer mehr nachgelassen. Da am gleichen Tag in mehreren Orten im Bergbereich von Königswinter traditionell die Karnevalszüge stattfinden, mieden die meisten Jecken den Termin. Mit einem völlig neuen Format soll sich das in diesem Jahr ändern. Die Übergabe der Macht vom Bürgermeister an die Narren findet bereits am Samstag, 3. Februar, und somit eine Woche vor Karneval statt.

An Ideen hat es beim Rathaussturm auch in der Vergangenheit oft nicht gemangelt. Beim letzten Rathaussturm vor der Corona-Pandemie im Jahr 2020 zum Beispiel brachen in Plees die Goldenen 1920er Jahre an. Während der jecke Mob draußen im Regen stand, feierten die ehrwürdigen Kreise aus Verwaltung und Stadtrat im Pleeser Admiralspalast, dem Rathaus, eine rauschende Party bei Schampus und Charleston.

Um dem dekadenten Treiben ein Ende zu setzen, setzte das feierlustige Fußvolk, unterstützt vom gesamten karnevalistischen Adel aus Königswinter und der geballten Macht der staatsen Funken-Armee, zum Sturm auf „Babylon Plees“ an. Bürgermeister Peter Wirtz präsentierte sich im güldenen Glitzerfummel, mit schwarzen Lack-High-Heels an den Füßen und Schampus-Glas in der Hand. Zum Schluss gab es statt Schampus im Rathaus für alle Kölsch und Ähzezupp.

Insgesamt ließ das Interesse an der Veranstaltung am Rosenmontag jedoch immer mehr nach. Bürgermeister Lutz Wagner lud daher im vergangenen Herbst die Königswinterer Karnevalsvereine ins Rathaus ein. Thema: ein attraktiver Rathaussturm. „Ich fand es schon lange seltsam, den Rathaussturm zum Ende der Session stattfinden zu lassen. Auch eine nur symbolische Schlüsselübergabe am Rosenmontag, wenn fast alles gelaufen ist, ergibt keinen Sinn“, so Wagner.

Quelle
kamelle.de vom 30.01.2024; Foto: Frank Homann; Bericht: Hansjüren Melzer
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