Aufnahme: 2024
TuS-Radsportler von Oberpleis nach Berlin
Ein Jahr nach der „Euro-Tour“ durch die Benelux-Staaten und Frankreich hatten die Radsportler des TuS 05 Oberpleis dieses Mal die Hauptstadt ins Visier genommen.
(bk) Oberpleis. In sechs Tagen sollte aus dem Siebengebirge einmal quer durch die Republik nach Berlin geradelt werden. Zum Start der TuS-Tour ließ es sich Bürgermeister Lutz Wagner nicht nehmen, die Pleeser Pedalleute höchstpersönlich durch das Pleisbachtal zu eskortieren. Nach dem Abschied des Stadtoberhauptes ging es über Siegburg, Lohmar, Scheiderhöhe, Durbusch mit wunderbarem Blick aufs Siebengebirge und Heiligenhaus bis nach Hochkeppel. Weiter ging die Fahrt durch die Hansestadt Wipperfürth und die sauerländische Architekturperle Lüdenscheid.
Das Tagesziel Altena an der Lenne wurde nach 100 km und 1.150 km erreicht. Die 2. Etappe forderte die Cyclisten mit einem 8 km langen Anstieg gleich mächtig heraus. Der TuS-Tross passierte die südlichen Ausläufer von Menden, Wickede, Soest und Lippstadt, um nach 117 km und 750 hm Paderborn zu erobern. Am 3. Tag stand der TuS-Tross vor den Herausforderungen einer klassischen Mittelgebirgsetappe. Die Route führte ins südniedersächsische Northeim. Nach einer zwischenzeitlichen Schauer ging es trockenen Reifens weiter nach Northeim, wo nach 130 km und 925 hm das Nachtlager aufgeschlagen wurde.
Mit der Überquerung des Harzes wartete am 4. Tag die Königsetappe auf die Pleeser. Mit angenehmen 1 bis 3 % Steigung begann die Anfahrt auf Sankt Andreasberg. Die Bergstadt Sankt Andreasberg erwies sich als „harter Brocken“ mit einer Steigung von bis zu 18 %. Die folgende kurze Abfahrt reichte kaum, um die Beine auszulockern. Über die ehemalige innerdeutsche Grenze und die Ortschaft Elend ging es danach weiter bis kurz vor Schierke, wo eine dritte kräftige Rampe zu bewältigen war. Begleitet vom sanften Rattern der dampfbetriebe nen Brockenbahn rollte die Gruppe anschließend bis Wernigerode. Auf den letzten 25 km, in Summe 120 km und 1.200 hm, wurde bei angenehmem Rückenwind und leicht abschüssiger Strecke der Turbo gezündet und das Oberpleiser Zweiradkollektiv fuhr in Kolonne mit einem beinahe halsbrecherischen Stundenmittel der sachsen-anhaltinischen Domstadt Halberstadt entgegen.
Auf der 5. Etappe stand die Fahrt von Halberstadt nach Plaue an der Havel auf dem Programm. In Plaue an der Havel residierten die Pleeser im geschichtsträchtigen Schloss Plaue, das so manchen preußischen General und Markgraf beherbergte und wo anschließend zunächst ein Militärlazarett der Roten Armee und später eine Dolmetscherschule des DDR-Außenministeriums Einzug hielten. Auf den Finaltag in Berlin bereitete sich die Truppe in der lauschigen Schlossschänke mit frisch gezapftem Bier und brandenburgischen Tapas vor. Kurz vor 15 Uhr umrundete der TuS-Tross die Siegessäule am Großen Stern und nahm schnell die Hinterachse der Quadriga auf dem verregneten Brandenburger Tor ins Blickfeld.
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