Geschichtshäuschen am Düfelsarsch schließt nach 22 Jahren

Abgebildete Personen

Aufnahme: 2024

Geschichtshäuschen am Düfelsarsch schließt nach 22 Jahren

Es sind wohl hunderte Puppen, die im Geschichtshäuschen am Düfelsarsch gesammelt sind. Wie viele Puppen in dem kleinen Museum sind, kann Hannelore Weber nicht schätzen. Überhaupt kann sie keine Größenordnungen angeben, was ihr Museum angeht. Weder wie viele Besucher sie in den 22 Jahren empfangen hat oder wie viel Geld sie in das Museum gesteckt hat, geschweige denn, wie viele Stunden Arbeit sie in das Museum investiert hat. „Es gab Verwandte, die haben gesagt, ihr seid ja wohl bekloppt. Für so eine Idee muss man Idealist sein, das kostet ja alles Geld“, sagt Hannelore Weber. Und eine Idealistin war sie in der Tat. Ein Milchbauer aus der Umgebung sagte mal: „Jetzt mäht se mit dem ahle Zeuch noch e Jeschäft“, zitiert Weber und lacht: „Der dachte, ich würde Eintritt verlangen und das große Geld verdienen. Aber ich habe nur zwei Euro pro Person genommen, und später 2,50.“

Die 84-Jährige sitzt in der Museumsküche, umgeben von Milchkannen, goldumrahmtem Geschirr, Kartoffenschäler, Bohnenschneidern und braunen Kommoden. Hier steht ein alter Wasserkocher neben der Kaffeemühle aus dem vorigen Jahrhundert und hängen Schilder mit Sprüchen wie „Gott segne dich“ an den Wänden. Wer die Küche zum ersten Mal betritt, der meint, der Platz sei ausgereizt, in diesen Raum passe nichts mehr herein. Weit gefehlt, einiges ist schon weg. „Ich habe schon viel an umliegende Museen verschenkt“, sagt Hannelore Weber. Denn das Geschichtshäuschen am Düfelsarsch soll bald die Türen schließen. Und trotzdem stehen die Tische, Schränke und Regale immer noch voll. Die Bezeichnung am Düfelsarsch leitet sich von einem kleinen Quellbach, dem Teufelsarschbach und von einer alten Flurbezeichnung oder Gemarkung des Gebiets am Geschichtshäuschen ab.

Ein großer Teil von Webers Sammlung geht in das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen nach Düsseldorf. Textilien gibt Weber nach Kuchenheim an das Textilmuseum, Technik an das Technikmuseum nach Troisdorf. Außerdem verschenkt sie einige Gegenstände an das Freilichtmuseum Lindlar, an das Siebengebirgsmuseum Königswinter und an das entstehende Gesindehaus auf Schloss Drachenburg. Die Museen hat sie bewusst ausgewählt. „Ich freue mich, dass die Stücke an die richtigen Museen gehen und in Ehren gehalten werden“, sagt die Sammlerin.

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeige und zur Galerie: "In der Schuhmacherwerkstatt", im Virtuellen Heimatmuseum Thomasberg/Heisterbacherrott  - siehe Links unten.

Quelle
General-Anzeiger vom 11.07.2024; Foto: Frank Homann Bericht: Maike Velden Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger - Zur Galerie: In der Schuhmacherwerkstatt
Räume & Galerien
Aus den Dörfern ringsum Kulturelles Presseberichte Presseberichte 3 (ab 2001)
Aufrufe
448

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.