50 Jahre Partnerschaft Königswinter-Cleethorpes

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Aufnahme: 2024

50 Jahre Partnerschaft Königswinter-Cleethorpes

Königswinter · 50 Jahre besteht die Städtepartnerschaft zwischen Königswinter und North East Lincolnshire - markiert auch durch Geschichten und Geschichtchen jenseits der hochoffiziellen Pfade. Der General-Anzeiger hat vor den Jubiläumsfeierlichkeiten am Wochenende Lustiges und auch Nachdenkliches aus fünf Jahrzehnten Städtefreundschaft eingesammelt.

Als die Städtepartnerschaft zwischen Königswinter und North East Lincolchire vor 50 Jahren unterzeichnet wurde, hieß die Partnerstadt noch Cleethorpes, das Staatsoberhaupt Queen Elisabeth - und vom Brexit war sowieso keine Spur. Die Freundschaft hat all das überdauert. Der General-Anzeiger erinnert angesichts der Jubiläumsfeiern am Wochenende an Lustiges, aber auch Nachdenkliches aus fünf Jahrzehnten.

? Gut behütet: Eine Geschichte aus den Anfängen der Städtepartnerschaft gehörte zu den gerne erzählten Bonmots von Altbürgermeister Günter Hank, der sowohl die Urkunde zur Partnerschaft mit Cleethorpes als auch der mit Cognac unterzeichnete. Die Frauen der Abordnung aus Königswinter eilten beim ersten Besuch in Cleethorpes flugs in den Hutladen, nachdem sie von den englischen Ladys mit herrlichem Kopfputz begrüßt worden waren. Nachdem sich die Damen aufgerüstet hatten, tauchten die Engländerinnen mit Rücksicht auf die Gäste „oben ohne“ auf. Der Bann war gebrochen.

? Die Royalistin: Monika Effelsberg wäre die Hut-Panne kaum passiert. Sie ist die gute Seele des Vereins zur Förderung der Partnerschaft Königswinter-North East Lincolnshire und die „Royalistin“, die kein Ereignis am Königshof verpasst und Feste organisiert – ob Hochzeiten, das Thronjubiläum oder jüngst die Krönung von Charles und Camilla, die „very british“ gefeiert wurde. In der fünften Klasse hatte sie das englische Fieber gepackt. Die Eltern waren mit dem Kirchenchor Thomasberg in der Partnerstadt. Beim Gegenbesuch war sie als Dolmetscherin gefragt. Die Tochter der Familie Chamberlain regte an, sie einzuladen. „Ich war da vier Wochen, von der Sprache fasziniert, von der Geschichte, ich wollte gar nicht mehr weg. Unsere Familien sind bis heute befreundet, in der dritten Generation.“ In der St.-Pauls-Kathedrale erwarb Monika einen Silberlöffel mit dem Bild von Lady Di und dem gerade geborenen William. „Den habe ich heute noch.“ Vor der Abschlussfahrt ihrer Klasse mit Lehrerin Ruth Kirchheim nach London schrieb sie gar an den Buckingham Palace: Ob die Klasse zum Tee kommen dürfe? Die abschlägige Antwort enthielt den Tipp, wann Elisabeth den Palast verlassen würde. „Wir haben ein Transparent für die Queen gemalt. Sie trug ein giftgrünes Kostüm.“ 2023 übernahm Effelsberg die Nikolaustour, mit einem neuen Nikolaus, Christian Treczoks.

? Der Nikolaus: Ulrich Berres (66) war der Nikolaus vom Dienst ab Ende der 80er Jahre bis zum Ruhestand – jedes Jahr fuhr er nach Cleethorpes, um Kindergärten, Schulen und Altenheime zu besuchen. Im Gepäck hatte er Wein, Stollen, Spekulatius, er trug Bischofskostüm und Rauschebart. Anfang der 90er Jahre fanden Weihnachtsmärkte statt, mit einer Grotte, in der die Kinder Father Christmas Wünsche aufsagen durften. Stadtdirektor Peter Daniels hatte die Idee: „Da setzen wir doch zwei in die Grotte.“ Und so nahm Berres mit dem englischen Kollegen Wünsche entgegen. Ein Mädchen kam bei eisigen Temperaturen im Tüllkleid für ein Foto mit ihm. Unauslöschlich ist die Erinnerung an den Besuch im Kinderhospiz. Die Bewohner von Haus Katharina hatten ein Lebkuchenhaus gebastelt. Berres ersteigerte es und übergab es den Kindern. „Das war deutsche Weihnacht zum Anfassen.“

? Die Lehrerin: Ruth Kirchheim unterrichtete an der Realschule Oberpleis Englisch und Erdkunde. Mit Leidenschaft organisierte sie den Austausch mit. Die Kinder lebten in Gastfamilien, die Lehrer nahmen die Kollegen bei sich zu Hause auf. Freundschaften entstanden. „2002 hatten wir einen Megaaustausch mit jeweils 80 Kindern.“ Dann wurde es weniger, bedauert die 77-Jährige. Das lag auch daran, dass der Sprachunterricht in England reduziert wurde. Hinzu kamen Probleme wegen der neuen englischen Richtlinien hinsichtlich Sicherheit und Gesundheit der Schüler. Bürgermeister Peter Wirtz schrieb 2004 an den Buckingham Palace und an Bundespräsident Horst Köhler. Kirchheims Kollegin Elisabeth Prüsener vom Gymnasium erhielt Antwort aus dem Palast. Es gab noch kleinere Austausche, dann war Schluss. Kirchheim: „Ich bin froh, dass wir eine so gute Zeit gehabt haben. Wir treffen uns noch immer privat.“

Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger Bonn - sieh Ling unten.

Quelle
General-Anzeier Bonn vom 22.08.2024; Foto: Frank Hohmann; Bericht: Roswitha Oschmann Zum vollständigen Bericht im General-Anzeiger Bonn, vom 22.08.2024
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