Aufnahme: 2001 (2)
Debatte um die Bebauung des Limperichsberges
"Weit über eine Stunde wurde im Planungs- und Umweltausschuss über den Limperichsberg in Thomasberg debattiert, nachdem die Initiative 'Rettet den Limperichsberg', vertreten durch Prof. Andreas Sievers, die Ziele der Initiative vor den Ausschussmitgliedern und den zahlreichen Zuhörern im Sitzungssaal des Oberpleiser Rathauses erläutert hatte.
Die Bürgerinnen und Bürger hatten bereits im April eine Liste mit Forderungen und 1228 Unterschriften an die Verwaltung übergeben. Jetzt bekräftigte die Initiative nochmals ihre Forderung, die Kuppe des Limperichsberges, insbesondere den ehemaligen Sportplatz, von jeglicher Bebauung freizuhalten, einen ausreichenden Abstand der Bebauung zur bewaldeten Kuppe einzuhalten und die weite Sicht in die Lande zu bewahren sowie den Tunnel vom ehemaligen Steinbruch zur Wiesenstraße einschließlich des Tunnelmundes zwischen den Wohnhäusern Wiesenstraße 73 und 75 in die Denkmalliste einzutragen und bis dahin unter vorläufigen Schutz zu stellen.
Der überarbeitete Planentwurf für das Gebiet wurde in der Sitzung ebenfalls vorgestellt, wie auch die Straßenplanung und Verkehrserschließung durch einen Fachberater. Nun soll die ganze Angelegenheit nochmals in den Fraktionen behandelt werden. Bei den Planungen wird der Flächennutzungsplan für den Bereich 'Am Limperichsberg' zum 49. Male geändert und zum siebten Male der Bebauungsplan 'Westlich der Siebengebirgsstraße im Bereich des Limperichsberges'. Danach soll die frühzeitige Beteiligung der Bürger und der Träger öffentlicher Belange durchgeführt werden.
Erfüllt wird auf alle Fälle der Wunsch der Initiative, die Kuppe des Limperichsberges von Bebauung freizuhalten. Zufrieden nahmen die Mitglieder der Initiative zur Kenntnis, dass die Bebauung des ehemaligen Sportplatzes oberhalb des Terrassenweges vom Tisch ist. Allerdings wird nun überlegt, die Aufschüttungsfläche, auf der der Sportplatz angelegt wurde, weitgehend abzutragen und das Material im Bruch zu verkippen. Dagegen wendet sich die Initiative, denn sie strebt die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der gewachsenen Kulturlandschaft Limperichsberg an und nicht die Wiederherstellung eines Zustandes aus der Zeit vor dem Steinbruch. Die Denkmalwürdigkeit der Stollenanlage ist nicht Sache des Bebauungsplanes. Dazu soll jetzt die Bodendenkmalpflege gehört werden.
Die geplanten Durchgangsstraßen von der Wiesenstraße zur Dollendorfer Straße nimmt die Initiative nicht hin. Sie entsprechen nach Ansicht der Bürger nicht den Bedürfnissen der künftigen Anwohner nach einer ruhigen Wohnlage und verhindern die 'Grüne Brücke' zum Rothberg. Zudem beeinträchtige die Straßenplanung in unangemessener Weise die Kulturlandschaft Limperichsberg. Die Erschließung der Baugebiete müsse auf Wohn- und Stichstraßen mit fußläufigen Verbindungen beschränkt werden."
Foto oben: Sprecherrat der Bürgerinitiative "Rettet den Limperichsberg" auf dem um den Limperichsberg führenden Rundweg
Foto unten: Tunneleingang auf Privatgrundstück an der Wiesenstraße (siehe auch Link unten "Oberer Stolleneingang am Limperichsberg")
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