Aufnahme: 2001
Eheleute Herr feierten das seltene Fest der eisernen Hochzeit
"Am gestrigen 24. Oktober waren Leni und Johann Herr aus Heisterbacherrottt 65 Jahre im Bund der Ehe vereint. Johann Herr wurde am 23. September 1910 in Kurscheid, heute zu Hennef gehörend, geboren und Leni Herr stammt aus dem Hause Brodesser aus Steinringen, heute Thomasberg, und wurde am 2. Juli 1914 geboren. Mit 14 Jahren arbeitete Johann Herr als Baumschulist und später als Maurer, um mit dem wenigen verdienten Geld die Eltern und die Familie zu unterstützen. Leni Herr ging nach ihrem Schulabschluss in Stellung, wie man das früher nannte, und arbeitete für Kost und Logis und monatlich 10 RM.
Vor 70 Jahren lernte sich das Jubelpaar beim Weinfest in Oberdollendorf kennen und lieben. Das Ja-Wort gaben sie sich nach fünf Jahren in der Pfarrkirche St. Pankratius in Oberpleis. Die erste Wohnung wurde in Heisterbacherrott in der Stenzelbergstraße bezogen. 1943 konnten die Eheleute Herr in ein kleines Fachwerkhaus in der heutigen Vogtsgasse umziehen, welches der Jubilar nach und nach zu einem ansehnlichen Wohnhaus umbaute, das der Familie Raum und Heimat bietet. Drei Töchter wurden ihnen geschenkt, aus deren Ehen sieben Enkel hervorgingen, fünf Urenkel konnten am Festtag ebenfalls gratulieren.
Johann Herr spielte in jungen Jahren im Mandolinenclub Westerhausen und war auch lange Zeit aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Heisterbacherrott. Nach 40 Jahren als Vorarbeiter bei den Didier-Werken ist Johann Herr seit 1973 Rentner und hielt bis zu diesem Sommer mit seinen handwerklichen Fähigkeiten Haus und Hof in Ordnung. Die Bearbeitung des kleinen Gartens ist ihm aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr möglich. 'Oma Leni', so wird sie genannt, bewältigt heute noch bewundernswert ihren Haushalt. Sie ist eine perfekte Hausfrau und widmet ihre Freizeit den Kindern, Enkeln und Urenkeln. Die schwere Zeit der Inflation und Arbeitslosigkeit in den 20er Jahren hat das Jubelpaar miterlebt und weiß heute unser Wohlergehen zu schätzen. In der Nachkriegszeit bot das Haus Herr Unterkunft und Betreuung für ausgebombte Eltern und Geschwister. Mit bescheidenen Habseligkeiten Bedürftigen zu helfen, war auch eine Eigenschaft, die nicht vergessen ist. Ebenso dass das Jubelpaar 50 Jahre lang in der Oktavzeit zum hl. Judas Thaddäus stets vor seinem Haus einen Segensaltar für die Sakramentsprozession aufgebaut hat.
Der Dankgottesdienst fand am Mittwoch, 24. Oktober, in der Pfarrkirche St. Judas Thaddäus in Heisterbacherrott statt. Anschließend feierten Familie und Freunde im Augustinus-Saal des Klosters Heisterbach."
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