Aufnahme: 2000

Autobahnbrücke abgerissen

"Bange Minuten zwei Stunden nach Beginn der Abbrucharbeiten an der Autobahnbrücke der Dollendorfer Straße bei Grengelsbitze. Plötzlich rutschte ein 30-Tonnen-Bagger und stürzte ab. Glück im Unglück, denn dem Baggerführer passierte nichts und auch am Fahrzeug entstand kein nennenswerter Schaden. Nachdem der Bagger wieder gehoben worden war, wurde jedoch ein anderes Baufahrzeug eingesetzt.

Aber nicht nur die Brücke wurde abgebrochen, sondern auch zwei Autobahnunterführungen verschwanden ebenso, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Da diese Brücken Am Keth bei Ruttscheid und in Fernthal aus der Unterhaltungspflicht der Autobahn jetzt nach dem Bau der ICE-Trasse in das Eigentum der Deutschen Bahn übergehen, wurde die Fahrbahn über den Unterführungen aufgefräst und nach dem Verfüllen der Unterführungen mit Beton und Schotter wieder mit einem neuen Belag versehen.

Bei der Brücke an der Dollendorfer Straße wurde vor Beginn der Abbrucharbeiten die gesamte Autobahn in diesem Streckenabschnitt mit Kies und Sand abgedeckt, damit herunterfallende Brückenteile die Fahrbahn nicht beschädigten. Mit einem Hammervorsatz für Bagger begannen dann die Arbeiten zunächst an den Seitenteilen und am Samstagabend und in der Nacht wurden die Fahrbahnen der Brücke bei Scheinwerferlicht entfernt. Insgesamt waren acht Bagger, drei Radlader und vier sonstige Fahrzeuge sowie 100 Arbeiter im Einsatz. Eine Sprengung der Brücke konnte nicht erfolgen, weil dabei unter Umständen die neue Brücke beschädigt worden wäre. Die nächsten Wohnhäuser liegen dagegen so weit entfernt, dass ihnen nichts passiert wäre. Insgesamt wurden 4700 Tonnen Stahl abgetragen. Resümee: Alle Beteiligten haben vorzügliche Arbeit geleistet. Nach dem Abbruch der gesamten Brücke wurden die Fahrbahnen der Autobahn von einer Reinigungsfirma gesäubert.

Zahlreiche Schaulustige verfolgten die Arbeiten von der bereits fertigen neuen Brücke, über die die Autos auch während der Abbrucharbeiten fahren konnten. Die Autobahn war dagegen von Samstag 14 Uhr bis Sonntag kurz vor 20 Uhr gesperrt. Die Polizei regelte während der Sperrung den Verkehr. Große Verkehrsbehinderungen traten entgegen der Vorhersage nicht ein. Die Staus hatten nur eine Länge von ein bis drei Kilometer. Die Wartezeiten betrugen im Durchschnitt nur 15 Minuten an den Abfahrten. Die Autofahrer trugen es mit Fassung. Der ADAC hatte gegen die Sperrung der Autobahn Protest erhoben, weil er zusätzlichen Ferienverkehr aus den Niederlanden befürchtete. Regierungspräsident Rothers genehmigte aber die Sperrung der Autobahn, weil dies unmittelbar mit der Situation in NRW nichts zu tun hatte.


                                                                                                                                       



























 




    

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 11 vom 16. März 2000
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter (SZ) / Erich Unkelbach (Foto oben)
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