Aufnahme: 1999

Gottesdienst in Mundart

"'Här, Du häß enjelade on fiersch met uus e Feß. Du dees at op uus waade, on mir sen all ding Jäß.' Mit diesem Mundartlied auf die Melodie 'Ein Haus voll Glorie schauet' begann ein Gottesdienst in der Thomasberger St.-Joseph-Kirche aus Anlaß des 22jährigen Bestehens der Strücher Karnevalsgesellschaft und des 33jährigen des Damenkomitees. Die Kirche war gefüllt mit Karnevalisten und Prinzenpaaren aus dem Siebengebirge. Pfarrer Paul Woelki hielt seine Predigt ebenfalls in Mundart. Er sprach von einem Wunder zwischen Heisterbacherrott und Thomasberg. 'Die hann sich doch emmer bekrieg on wore spinnefeind. Dann komme se sech nöhter on hann ene Fistrenöll anjefange. Die Huhzitt wor vür e paar Woche, als die zwei Jemeinde dann jehieroot han, e Wunder.' Das Evangelium berichtete dann, von Pfarrer Woelki vorgetragen, von der Hochzeit von Kanaan: 'On och uuse Jesus on sing Frönde woren enjelade. Wie se su örndlich am fiere wore, jing enne op emol de Wing us. Do sät sing Motter janz höörsch für en: 'Jung, se han keene Wing mieh.' Selbst das Vaterunser wurde in platt gebetet.

Während der Predigt wurde 'de Pastur' öfters durch einen Tusch von der Orgel für seine witzigen Worte belohnt. Als Meßdiener fungierten Mitglieder der beiden Jubiläumscorps: Jupp Damm, Willi Weyler, Inge Zimmermann und Maria Reusch. Die Lesung 'Doot üch von Hätze övve uuse Herrjott freue' sprach Renate Hönighausen und die Fürbitten trugen Waltraud Landsberg und Franz Unterstell vor. Die Kollekte war bestimmt für die Strücher Karnevalisten. Mit dem Opferkörbchen gingen Bürgermeister Herbert Krämer, Franz Unterstell, Renate Hönighausen und Waltraud Landsberg rund.

Nach dem humorvollen Gottesdienst, bei dem nur die Wandlungsworte in hochdeutsch gesprochen wurden, fand am Ehrenmal eine Kranzniederlegung statt. Dort und auf dem Weg zum Festsaal spielte das Tambourcorps Siebengebirge Thomasberg auf. Knubbelevoll war es dann beim Jubiläumsfrühschoppen, an dem 'de Pastur' teilnahm. Viele Tollitätenpaare gaben sich ein Stelldichein. Tanzcorps aus der ganzen Stadt erfreuten mit ihren Darbietungen."

unten: Flyer zur Mundartmesse

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 5 vom 4. Februar 1999
Zur Verfügung gestellt von
Walter Weber (Siebengebirgs-Zeitung und Flyer)
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