Aufnahme: 1999
Löschzug Oelberg: Neues Löschfahrzeug eingeweiht
14000 Liter für 15 Minuten Brandbekämpfung
Ein Schritt zur Lösung des Löschwasserproblems
st. Dreifachen Grund zur Freude und zum Feiern hatten die Mitglieder des Löschzuges Ölberg in Thomasberg Heisterbacherrott. Vor fünf Jahren fand der Zusammenschluss der beiden Löschgruppen statt und vor 15 Jahren wurde die Jugendwehr ins Leben gerufen und drittens wurde hei herrlichem Sonnenschein ein gebrauchter Löschwassertransportwagen in Betrieb genommen. Bei diesem Fahrzeug -unter den Feuerwehrleuten „Tuffi" genannt - handelt es sich um einen Laster, der vollkommen instandgesetzt und neu lackiert wurde. Der Tank fasst 14 000 Liter Wasser und wurde in einer Firma hergestellt, die im allgemeinen Milchwagen haut. Die Erstzulassung des Daimler-Großraumfahrzeuges erfolgte im August 1994. Der Kilometerstand beträgt 427000. Die Maschine hat einen Hubraum von 14,6 Liter bei 437 PS. Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 25 Tonnen. Das Fahrzeug ist in einem guten technischen Zustand, kostete rund 125.000 DM und würde erst zwei Tage vor der Einweihung ausgeliefert.
Das Fahrzeug wurde in Thomasberg stationiert wegen der zentralen Lage und ausreichendem Stellplatz im Gerätehaus. Ein Brand kann sofort bekämpft werden. Der Inhalt des Tanks reicht für 15 Minuten Brandbekämpfung. In dieser Zeit sind dann die Schläuche an den Hydranten angeschlossen. Über die technischen Daten des Fahrzeugs. das in ganz NRW einmalig ist, berichteten Stadtbrandmeister Bernd Walter und der Löschgruppenführer Jürgen Oettler.
Die Indienststellung dieses Löschwassertransportwagens hat nach den Worten von Stadtdirektor Heinz-Martin Bernert, der auch Chef der Wehr ist, einen besonderen Hintergrund. Bekanntlich bestehen in verschiedenen Bereichen des Versorgungsgebietes des Wasserbeschaffungsverbandes Thomasberg Löschwasserprobleme wegen der zu geringen Leistungsfähigkeit des Rohrnetzes. Seit Monaten schwebt ein Streit zwischen dem Verband und der Stadt über die Lösung des Problems. Trotz der gegensätzlichen Auffassungen haben sich beide darauf geeinigt, die Kosten für ein Gutachten zu teilen. Als Grundschutz müssen 800 Liter Wasser über die Dauer von zwei Stunden ununterbrochen zur Verfügung stehen, in dicht besiedelten Gebieten doppelt soviel.
Bernert: „Das hier stehende Großfahrzeug war in der Fahrzeugkonzeption der Feuerwehr und der Haushaltsplanung der Stadt nicht vorgesehen. Es ist eine aus der Not geborene eigenständige Lösung, für den örtlichen Gebietsbereich der Stadt Königswinter. Der Haupt- und Personalausschuss; hat am 25. Januar einstimmig der Beschaffung zugestimmt und die Inanspruchnahme eines Haushaltsrestes gebilligt. “Bernert machte aber auch deutlich, dass auch mit diesem Fahrzeug das generelle Problem der Löschwasserversorgung nicht gelöst werden kann. Auch mit dem in wenigen Wochen fertig gestellten Schlauchwagen könne im Ernstfall die Situation verbessert und entschärft werden, eine Verbesserung des Wasser-versorgungsnetzes bleibe aber unverzichtbare Grundvoraussetzung für einen angemessenen abwehrenden Brandschutz.
Sodann erfolgten die Übergabe der Fahrzeugpapiere und des Autoschlüssels sowie 250 DM für die Förderung der Jugendarbeit in der Wehr. Den kirchlichen Segen erteilte dem neuen Löschfahrzeug Pfarrer Paul Woelki. Im Rahmen der Einweihung des Fahrzeuges und der 15-Jahrfeier der Jugendfeuerwehr fand das zweitägige Feuerwehrfest statt. Es startete am Samstag mit einem Bunten Abend. Für den Sonntag standen Kinderspiele und eine Übung der Feuerwehr auf dem Programm. Die Grüße der Stadt überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Iris Grupp.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.