Aufnahme: 1999
Neues Buch von Willi Schmidt vom Bürgerverein vorgestellt
"Der Thomasberger Bürgerverein stellte am vergangenen Sonntag das neue Buch von Willi Schmidt einer großen Zahl von Interessenten vor. 'Im Beschuß - Als die Amerikaner die Strüch eroberten und was vorher und nachher und drumherum geschah' heißt das neue Werk des Autors der Strücher Chronik, die im Jahr 1993 veröffentlicht wurde.
Lothar Krause, der Vorsitzende des Bürgervereins, begrüßte u.a. Bürgermeister Herbert Krämer, Stadtdirektor Heinz-Martin Bernert sowie CDU-Bürgermeisterkandidat Peter Wirtz. Er schilderte anschaulich die Schwierigkeiten beim Entstehen des neuen Buches, das mit Unterstützung des Bürgervereins verlegt wurde. Die Bildersuche gestaltete sich als überaus schwierig, da zu dieser Zeit kaum jemand fotografierte. Das Buch ist nun in den örtlichen Buch- und Zeitschriftenläden zum Preis von 10 DM zu erwerben. Bürgermeister Krämer wies in seiner Ansprache mit Blick auf den Kosovo auf die 50 Jahre Frieden in Deutschland hin und drückte sein Bedauern darüber aus, daß letztlich die Menschheit noch nicht viel aus der Vergangenheit gelernt habe.
Willi Schmidt stellte sein Werk dann auch selbst vor. Eigentlich scheue er freie Reden, da der einmal angefangene Satz nicht mehr korrigiert werden könne. Der Hinweis von Franz Bellinghausen, der ihm einst gesagt hatte: 'Wer schreiben kann, kann auch reden', könne zum Umkehrschluß führen: Bellinghausen müßte demnach bereits eine ganze Bibliothek voll Bücher erstellt haben. Das alles brachte Schmidt dazu, vom Manuskript vorzutragen. Kurz ging er auf die Schwierigkeiten bei der Fertigstellung des Buches ein, insbesondere wegen seiner schweren Erkrankung. Mit launigen Worten wies er darauf hin, daß er bereits bei Petrus am Himmelstor gestanden habe, der ihn aber mit dem Hinweis auf Strücher Platt 'Das Buch muß erst fertig werden!' abgewiesen habe. Nach der Genesung habe er dann dieses Werk fertiggestellt und sich auch sofort darangemacht, ein weiteres Buch mit 'Tatsachen und Fakten, die noch nicht in der Chronik stehen' zu beginnen. Der Gemischte Chor Thomasberg beschloß die Buchvorstellung.
Das neue Buch beginnt mit einer Übersicht über die militärische Lage Anfang 1945, als die Amerikaner die Brücke von Remagen eroberten und von dort in den Siebengebirgsraum vordrangen. Was die Bewohner von Thomasberg und Umgebung in dieser Zeit mitmachten, ließ sich Schmidt von etlichen Zeitzeugen schildern. Im zweiten Teil der Veröffentlichung werden eigene Erlebnisse - angefangen von der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft - geschildert. Es wird erinnert an die nächtlichen Streifengänge zur Abwehr von marodierenden Banden befreiter Zwangsarbeiter, an Hamsterfahrten mit urkomischen Begebenheiten und an die Schnapsbrennerei - natürlich strengstens verboten - in zahlreichen Häusern. 'Knolli-Brandy' aus Zuckerrüben ließ auch den Stärksten umkippen, erinnert sich Schmidt mit Schaudern.
Willi Schmidt, den viele unserer Leser von seinen Artikeln in der Siebengebirgs-Zeitung kennen werden, hat ein interessantes Buch vorgestellt, das sicherlich viele Anhänger finden wird."
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