Aufnahme: 1999
Eine Epoche ging zu Ende
Herbert Krämer, Heinz-Martin Bernert und 15 Ratsmitglieder feierlich verabschiedet
"Eine Epoche in der Geschichte der Stadt Königswinter ist zu Ende gegangen. Denn Ratsmitglieder, die teilweise mehr als ein Vierteljahrhundert Stadtgeschichte geschrieben haben, ein Bürgermeister, der 'allgegenwärtig' war, und ein Stadtdirektor, der die Entwicklung Königswinters 23 Jahre begleitet hat, wurden bei einer von Herzlichkeit geprägten Feierstunde im Haus Bachem verabschiedet. Königswinters neuer Bürgermeister, Peter Wirtz, brachte die Verdienste der Ausgeschiedenen auf den Punkt: 'Wir nehmen Abschied von Personen, Institutionen und politischen Urgesteinen, wir verlieren kaum abschätzbare politische Erfahrung.'
Sein Vorgänger, Bürgermeister Herbert Krämer (62), so Wirtz, sei mit der Region verwachsen. Er habe jetzt nach 24 Jahren Ratsarbeit den Weg für die nächste Generation freigemacht und sei dadurch wegweisend im Rhein-Sieg-Kreis gewesen. Als Andenken an die Zeit, in der Krämer immer gut gelaunt von einem Termin zum anderen eilte, überreichte Wirtz seinem Vorgänger ein Gemälde mit dem Konterfei des Scheidenden, welches die Siebengebirgs-Künstlerin Isabella Hannig malte. Wirtz weiter: 'Krämer war in den letzten acht Jahren der meistfotografierte Mann in Königswinter. Fast keine Siebengebirgs-Zeitung, wo er nicht abgebildet war.' Und persönlich werdend: 'Du hast in dieser Stadt Spuren hinterlassen wie kaum ein anderer. Die Stadt und ihre Bürger haben Dir viel zu verdanken.'
Herbert Krämer bedankte sich kurz und sagte in Anlehnung eines Schlagertextes von Trude Herr 'Niemals geht man so ganz' und betonte: 'Ich bleibe ein politischer Bürger und hoffe noch oft unter euch zu sein. Was gut weg ist, kommt nicht schlecht wieder.'
Die Laudatio auf Heinz-Martin Bernert, den scheidenden Stadtdirektor (60) hielt sein vieljähriger Stellvertreter, der Erste Beigeordnete Herbert Losem: 'Sie waren ein hochkarätiger Architekt, der 23 Jahre lang in dieser Stadt viel bewegt hat. Sie waren stets neutral und haben niemandem nach dem Mund geredet. Sie haben ein geordnetes Haus hinterlassen.' Bernert habe nach Jahren als Technischer Beigeordneter und schließlich als Leiter der Verwaltung in Königswinter ein Zuhause gefunden. Bernerts Berufsweg begann als Maurer, dann Architekt, Organisator und Verwaltungsfachmann. In der Stadtverwaltung habe er der Rheinallee ihr unverkennbares Erscheinungsbild gegeben, die Schulumbauten sowie die Drachenburgsanierung mitgestaltet und gegen viele Widerstände den Busbahnhof in Oberpleis durchgesetzt. Als Geschenk überreichte Losem ein Bild der Drachenburg.
Dass in Sachen Stadtplanung starker Wille und ein langer Atem unentbehrlich sei, gab Bernert seinen Nachfolgern mit auf den Weg. Schließlich dauere es manchmal Jahrzehnte, bis ein Projekt verwirklicht werde. Er äußerte die Hoffnung, dass der neue Rat auch weiterhin an Sachthemen orientiert zusammenarbeiten werde. Als wichtige Zukunftsprojekte nannte Bernert die Schaffung von mehr Freizeiteinrichtungen für Jugendliche und ein besseres Wohnangebot für Senioren. Krämer und Bernert erhielten nach der Ehrung minutenlangen Applaus aller Fraktionen.
Es wurden auch 15 Ratsmitglieder verabschiedet. Die Fraktionsvorsitzenden Karl Schmitz (CDU), Franz-Joachim Thür (SPD) und Rolf Kohlhausen (Grüne) ehrten mit lobenden Worten die Ausgeschiedenen ihrer Fraktion.
Christian Frings (CDU) war von Oktober 1994 bis September 1999 im Rat und in fünf Ausschüssen.
Gunhild Hassel-Gabbe (SPD) war Ratsmitglied von 1989 bis 1999 und in sechs Ausschüssen tätig.
Peter Jungbluth (CDU), Ehrenringträger der Stadt, war schon 1964 im Rat der damaligen Gemeinde Ittenbach und danach 30 Jahre Ratsmitglied in Königswinter. Er gehörte in diesen 35 Jahren zahlreichen Ausschüssen an und war Mitglied der Gesellschafterversammlung der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft, zeitweise als Vorsitzender.
Hermann Krauthausen (SPD) war Ratsmitglied von 1979 bis 1982 und dann wieder von 1984 bis 1999, gehörte zehn Ausschüssen an und war stellvertretender Fraktionsvorsitzender von 1992 bis 1994. Von 1994 bis 1999 war er Fraktionsvorsitzender. Auch er ist Träger des städtischen Ehrenringes.
Heinz Liebig (SPD) gehörte dem Rat 1993 und 1994 und dann wieder von 1998 bis 1999 an, war in fünf Ausschüssen und Mitglied der Gesellschafterversammlung der Wohnungsbaugesellschaft.
Krista Meyer (CDU) war Ratsfrau von 1989 bis 1999 und einige Monate im Jahr 1994 stellvertretende Bürgermeisterin. Sie war Mitglied in acht Ausschüssen sowie in der Gesellschafterversammlung der Rheinfähre Königswinter und in der Wirtschaftsförderungs- und Wohnungsbaugesellschaft.
Edmund Schute (SPD) war von 1981 bis 1999 Ratsmitglied, in sechs Ausschüssen und in der Gesellschafterversammlung der Autofähre Bad Godesberg-Niederdollendorf tätig. Er ist Träger des Ehrenringes der Stadt Königswinter und war
von 1983 bis 1999 Vorsitzender des Wohnungsvergabeausschusses.
Karl-Heinz Tewes (CDU) war von 1984 bis 1999 im Rat der Stadt, in sechs seiner Ausschüsse sowie im Aufsichtsrat der Tourismus-GmbH. Von 1994 bis 1999 war er Vorsitzender des Schulausschusses.
Eike Götz-Wendt (SPD) gehörte von 1994 bis 1999 dem Stadtrat an, wirkte in vier Ausschüssen mit und war von 1994 bis 1999 Mitglied des Wasserverbandes Sieg-Kreis und in der Gesellschafterversammlung der Wirtschafts- und Wohnungsbaugesellschaft tätig.
Christof Welters (Grüne) war von 1984 bis 1989 und von 1990 bis 1999 Ratsmitglied und in neun Ausschüssen.
Beate Zierath-Wahl (Grüne) gehörte dem Rat von 1995 bis 1999 an und war Mitglied in einem Ausschuss.
Bernd-Josef Vedders (CDU) war im Rat von 1984 bis 1999 und wirkte aktiv in fünf Ausschüssen mit.
Ausgeschieden sind auch Karl-Heinz Seger (SPD) und Franz Riscop (CDU), deren Aktivitäten und Verdienste bereits in einigen Berichten an dieser Stelle gewürdigt wurden. Die einzelnen Ehrungen wurden musikalisch am Klavier untermalt von Markus Stetzenbach, Dozent der Musikschule Königswinter."
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