Aufnahme: 1998
Zehntscheune in Heisterbach
Bei einer Führung werden Erklärungen zur allgemeinen Geschichte des ehemaligen Klosters Heisterbach und der Funktion der Zehntscheune gegeben.
Die Zehntscheune diente zur Aufnahme der Natursteuern wie zum Beispiel Roggen, Weizen oder andere Naturalien, eben den Zehnten, der wie Steuern zu entrichten war. Nach der Aussiedlung der 3 Ansiedlungen Altenrott, Hattenrott und Heisterbach verpflichtete sich der Konvent unter Abt Gervardus für die ausgesiedelten Einwohner anstelle deren Zehnten an das Kloster Vilich 15 Malter Weizen zu liefern.
In späteren Jahren war der Zehnte im Dollendorfer und Heisterbacherrotter Bereich an Kloster Heisterbach zu entrichten.
Im 18. Jh. kam es zu einem Streit wegen des Zehnten zwischen Kloster Heisterbach und der Gemeinde von Heisterbacherrott. Der Anlass war, wie in „800 Jahre Heisterbacherrott“ zu lesen ist, das auch der Zehnte von der „Huersaath“ an Heisterbach zu zahlen sei. Es handelt sich hier um den Ertrag aus einem nicht eigenen Weide- oder Ackerland, was zur Nutzung erworben war. Außer der Pacht sollte hierfür auch noch der Zehnte entrichtet werden. Dieser Beschluss beruhte auf einer Entscheidung von 20. September 1717 der kurfürstlichen Regierung in Düsseldorf.
Mit dieser Entscheidung waren die Heisterbacherrotter nicht einverstanden und verweigerten die Zahlung an Heisterbach. Am 26. Januar 1718 geht daraufhin ein kurfürstlicher Befehl an den Richter des Amtes Löwenburg die Bauern zu Heisterbacherrott, wenn nötig gerichtlich anzuhalten, diesen Zehnten zu entrichten. Weiterhin wurde die Zahlung verweigert. Nach 10 Monaten wurde es dann ernst, denn am 18. Juli 1718 wurde ein Zwangsverfahren eingeleitet. Der Richter namens Graff, vom Amt Löwenburg, beauftrage einen Boten zu Niederdollendorf bei Strafe von 10 Goldgulden, falls die „Widerspenstigen“ die Zahlung des Zehnten weiter verweigerten, sich mit 10 Kugelschützen dort hinzubewegen und mit Gewalt die Zahlung erzwingen. Es wurde anscheinend gezahlt, denn weiterhin war darüber nichts mehr zu lesen.
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