Aufnahme: 1997

Dieter Ebel produzierte ein Video

Neues und Altes aus Heisterbacherrott und Thomasberg in Szene gesetzt.

Die große zweiflügelige Tür des Klosters Heisterbach öffnet sich und macht den Weg frei für die Kamera. Es ist die Auftaktsequenz eines Videofilms, der Beginn einer Zeitreise durch die Orte Heisterbacherrott und Thomasberg. Die Klostertür wird sich wieder schließen. 45 Minuten später, nach einer abwechslungsreichen und informativen Kamerafahrt durch die Heimatgeschichte.

Wo anders sollte sie auch beginnen, die Reise in die Vergangenheit der beiden Königswinterer Ortschaften. Wird doch vermutet, dass die Gründung Heisterbacherrotts eng mit der Entstehung des Klosters Heisterbach verbunden ist. Das wusste wohl auch Dieter Ebel, Königswinterer Videofilmer und uneingeschränkter Bewunderer des Siebengebirges, über das er auch schon ein Video gedreht hat.

Dass Heisterbacherrott und Thomasberg mehr zu bieten haben, als es auf den ersten Blick den Anschein hat, will Ebel, der seit 17 Jahren Videos produziert, mit seinem neuen Film zeigen: bewegte Geschichte in bewegten Bildern. Dafür gewann er mit Friedrich Müller und Winfried Görres zwei kenntnisreiche Heimatforscher. Görres schrieb den Text, und Müller besorgte das Material. Darunter auch bisher noch unveröffentliche Texte und Fotos.

Ob Kloster Heisterbach, Fronhof oder Nikolauskapelle, Rosenau, Schule oder die Judas-Thaddäus-Kirche: Ebel bemüht sich darum, die Bilder für sich sprechen zu lassen, unterlegt sie mit harmonischer Klaviermusik und arbeitet die Textpassagen unaufdringlich ein. Mit dem Objektiv in und auf die Kirchen gerichtet, erfährt der Zuschauer auch vieles über das religiöse Leben der Orte.

Etwa die Tatsache, dass die Nikolauskapelle aus dem 12. Jahrhundert stammt, und 1865 die Glocke vom Glockenturm herabfiel. Gott sei Dank nicht während eines Gottesdienstes. Oder man erfährt, dass die kleine Kapelle zu dieser Zeit dem großen Andrang der Gläubigen nicht Herr werden konnte und deshalb eine neue Kirche, die spätere Judas-Thaddäus-Kirche, gebaut werden musste. Nicht zu vergessen die letzte Sau auf dem Fronhof, dem jetzigen Haus Schlesien. Sie säugte im Frühjahr 1980 ihre letzten zehn Ferkel. Nachzulesen ist das alles in einem begleitenden Textheft.

Die vielen kleinen Facetten des damaligen und heutigen Lebens in und um Heisterbacherrott und Thomasberg hat Ebel mit Hilfe sanfter Schnitte und Überblendtechniken und Liebe zum Detail in Szene gesetzt. Riskiert hat er auch so einiges. Mit seiner digitalen Kamera kletterte er in die Wände am Weilberg und Stenzelberg, der besonderen Perspektive wegen.

Hinabgestiegen ist er in den heimatgeschichtlichen Fundus seines Redakteurs Friedrich Müller. Historische Fotos aus dem 19. Jahrhundert zog er hervor. Die alten Motive legte er auf die Bilder der heutigen Standorte. Einiges ist geblieben, wie das älteste noch stehende Haus Heisterbacherrotts, das um 1560 gebaut wurde. Auch der Fronhof oder die Rosenau. Vieles gibt es nicht mehr, wie die „Heisterbacher Thalbahn". Ein Foto vom Fahrplan 1892 erinnert an die 7,2 Kilometer lange Strecke. Viele neue Bürger und Häuser sind dazugekommen. Und so fehlt auch eine Fahrt durch die Neubaugebiete nicht. Das Ende allerdings führt den Zuschauer zu den Wurzeln zurück — zum Kloster, wo sich die Türen wieder schließen.

Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
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Aus Siebengebirgs-Zeitung Presse - Berichte
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