Aufnahme: 1997

Bürgermeister hatte Autoren, Heimat- und Bürgervereine eingeladen

"Kritisiert wurde auf einer Zusammenkunft der Bürger- und Heimatvereine sowie der Autoren heimatkundlicher Schriften, zu der Bürgermeister Herbert Krämer in den Sitzungssaal des Hauses Bachem in der Altstadt eingeladen hatte, daß das Archiv der Stadt Königswinter nicht einzusehen sei. Das liege daran, so wurde von der Verwaltung erklärt, daß die Stadt Königswinter keinen Archivar beschäftige, den sie sich aus finanziellen Gründen auch nicht leisten könne. Gesucht und gefunden wurde dann unter den Anwesenden ein ehrenamtlicher pensionierter Heimatfreund, der dieses Amt übernehmen könnte. Spontan meldete sich der Oberhauer Heimatfreund Karl-Hermann Uhlenbruch, der für diese Arbeit zweimal zwei Stunden wöchentlich opfern will. Mit Applaus wurde diese Bereitschaft belohnt.

Wie aus der Diskussion hervorging, leidet die Stadt Königswinter in ihrer Gesamtheit, sowohl im Tal- wie auch im Bergbereich nicht an Themenmangel im heimatkundlichen Bereich. Dennoch, so wurde bedauernd zum Ausdruck gebracht, habe der Talbereich bedeutend mehr literarisches Gut veröffentlicht. So meinte auch Bürgermeister Herbert Krämer, daß es über seinen Heimatort Berghausen so gut wie nichts Geschriebenes gibt.

Es fehle wohl an der Zeit, alles niederzuschreiben, meinte Krämer, der auf einen Spruch des Caesarius von Heisterbach hinwies, der einmal gesagt haben soll: 'Wenn ich alles erzählen wollte, mir würde eher die Zeit fehlen als der Stoff.' Frieder Berres vom Heimatverein Königswinter meinte zu diesem Thema, wenn nicht alte Leute alles gesammelt hätten, wäre man heute nicht in der Lage, niederzuschreiben, was früher geschah. So habe heute schon historische Bedeutung, was sich alles um 1925 ereignete bei der Jahrtausendfeier der Rheinlande. Von den Versammelten wurden die Themen Hochwasser und Originale angemerkt.

Es scheitere auch vieles an der finanziellen Lage. Dazu meinte Dr. Elmar Heinen, es dürfe am Geld nicht scheitern. Es müßten dann eben Sponsoren gesucht werden. Bürgermeister Krämer wies darauf hin, daß es für jedes veröffentlichte Buch aus der Professor-Rhein-Stiftung 1000 DM gebe, ein kleiner Beitrag zu den Druckkosten.

Elmar Scheuren, der Leiter des Siebengebirgsmuseums in Königswinter, appellierte an die Bevölkerung des ländlichen Königswinterer Raumes, dem Museum altes ländliches Gut zur Verfügung zu stellen. Auch Bilder seien erwünscht.

Bei der Vorstellung der Teilnehmer an diesem Gespräch teilte Franz Riscop mit, daß er, wenn er 1999 aus dem Landtag ausscheide, ein Buch über seine politische Tätigkeit seit 1961 schreiben werde. Heinrich Hillen will sein Wissen über die Stieldorfer Passionsspiele zu Papier bringen. Karl-Hermann Uhlenbroch war enttäuscht. Er habe eines seiner Bücher sogar in einer Fernsehsendung vorgestellt. Aber die Resonanz aus der Bevölkerung sei gleich Null. Willi Armbröster erfreute mit der Mitteilung, daß er ein zweites Buch in Arbeit habe. Otmar Rinschede will über den Karneval schreiben. Der Rauschendorfer Brauchtumsverein komme vor lauter feiern nicht zum schreiben, meinte nicht ganz ernsthaft Vorstandsmitglied Rudolf Möller. Der Bürgerverein Stieldorf wird seine alte Fahne zur Aufbewahrung und zum Vorzeigen dem Siebengebirgsmuseum überlassen."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 26 vom 26. Juni 1997 (Text) und Nachlass Klöhs (Foto)
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Foto)
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