Aufnahme: 1997

Hans Prinz 70 Jahre alt und 40 Jahre Gastronom

"Er ist der 'höchste' Gastronom  im  Siebengebirge: Hans Prinz. Seit 40 Jahren ist er Wirt des Gasthauses auf dem Ölberg. Am 7. Januar konnte er ein Doppeljubiläum feiern. Nicht nur vier Jahrzehnte Ölbergwirt, sondern er wurde an diesem Tage auch 70 Jahre alt. Den ganzen Tag über empfing er mit seiner Familie die zahlreichen Gäste, darunter auch das Kapitel des Königswinterer Ordens 'Wider den quälenden Durst'.

Etwa 30 Jahre war Hans Prinz Vorsitzender des Wirtevereins Ittenbach-Margarethenhöhe, 20 Jahre gehörte das Geburtstagskind dem Vorstand des Hotel- und Gaststättenverbandes Nordrhein an und seit 40 Jahren geht der leidenschaftliche Waidmann auf die Pirsch. Der Verschönerungsverein für das Siebengebirge weiß nach vier Jahrzehnten, daß man sich keinen besseren Treuhänder für die Gaststätte auf dem Ölberg vorstellen kann.

Für den gebürtigen Bad Honnefer war es schon früh beschlossene Sache, später Koch und Konditor zu werden. Seine Berufsziele verwirklichte er in Oberkassel und im Bundeshaus. Als er die Gesellen- und Meisterbriefe in der Tasche hatte, übten der Ölberg und der damalige Bergwirt Wilhelm Steeg schon eine magische Anziehungskraft auf Hans Prinz aus. So wurde 'Opa Steeg' für ihn noch einmal zu einem Lehrmeister, aber auch zu einem väterlichen Freund. Damals gab es noch keine Wasserleitung auf dem Ölberg. Ein Ochsengespann brachte täglich 500 Liter Trinkwasser nach oben. Im Winter wurde einfach der Schnee geschmolzen und als Kaffeewasser verwendet, bis 1951 die Wasserleitung kam. In mehreren An- und Ausbauphasen entstand das heutige Ölberghaus auf dem fast 462 Meter hohen Gipfel. Als Kernzelle diente seit 1919 eine Wanderhütte, die bewirtschaftet wurde.

Zu dem Inventar der gemütlichen Gaststätte mit anheimelnden Sitzecken und rustikalem Kamin gehört auch ein ritterliches Kleinod: Ein Schwert. Es gehörte, so wird erzählt, dem zuletzt auf der Burg Rosenau hausenden und bis hin nach Köln bekannten und berüchtigten Ritter Kunibert, genannt 'Der Fiese'. Ihm entglitt das Schwert beim Selbstmordversuch nach Gattenmord auf dem nächtlichen Ölberg und verschwand in einer Felsspalte, wo es vor etwa 25 Jahren von Hans Prinz gefunden wurde."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 2 vom 9. Januar 1997
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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