Aufnahme: 1997

Goldhochzeit der Eheleute Lehmacher in Heisterbacherrott

"Die Familien Lehmacher und Patt aus Heisterbacherrott sind eine musikalische Familie. Albert Lehmacher ist seit 1960 Mitglied des Musikzuges 'Bergklänge', spielt dort Trompete und Horn, sang 15 Jahre in der Gruppe 'Original Siebengebirgler' und ist heute Ehrenmitglied des Corps. Seine Frau Gertrud, geborene Patt, singt seit 60 Jahren im Kirchenchor und wurde kürzlich zum Ehrenmitglied ernannt. Tochter Karin spielt gerne Klavier und die beiden Enkelkinder verschönerten das Dankamt anläßlich der Goldhochzeit der Großeltern mit dem Vortrag des 'Ave Maria' auf der Geige bzw. Weihnachtsliedern auf der Klarinette.

Schon als Schulkinder kannten sich Albert und Gertrud. Sie wohnte im Ober- und er im Unterdorf, wo er am 20. November 1923 das Licht der Welt erblickte. Nach dem Schulbesuch erlernte Albert Lehmacher in Mehlem den Klempner- und Installateurberuf, den er zuletzt bei der Firma Lemmerz in Königswinter ausübte, wo er noch seine Meisterprüfung nachholte. 1963 wollte er sich selbständig machen und baute ein Haus in der Dollendorfer Straße, aber Lemmerz ließ ihn nicht gehen. Daraufhin verpachtete er das Ladenlokal an eine Brauerei, die dort die 'Bürgerstube' einrichtete. Natürlich fand jetzt die weltliche Feier der Goldhochzeit in diesem Lokal statt. Albert Lehmacher ist über 60 Jahre Mitglied des örtlichen Sportvereins und wurde zum Ehrenmitglied des TuS Siebengebirge ernannt.

Die Wiege der Goldbraut stand am 4. August 1921 in Benroth im Oberbergischen. Aber schon mit drei Jahren kehrte sie mit ihren Eltern in das heimatliche Siebengebirge zurück. Nach der Schulzeit bis zur Hochzeit war sie Verkäuferin in einer Bonner Bäckerei. Bis 1963 wohnte das Paar mit ihren zwei Töchtern in der Lauterbachstraße. Die Vorfahren der Lehmachers errichteten den Petrusbildstock am Fronhof und waren auch viele Jahre Bewirtschafter des heutigen Haus Schlesien.

Albert Lehmacher wurde im Rußlandfeldzug zweimal verwundet. Seine Frau erinnert sich an ein Nachkriegserlebnis: Es war kurz nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945. Da sang der Kirchenchor bei einem Fest in der Sommerfelder Straße und man verpaßte die Sperrstunde, nach der niemand mehr unterwegs sein durfte. Als die Militärpolizei eintraf, nahm sie fünf Chormitglieder fest. Die anderen konnten fliehen. Die Strafe für die Festgenommenen: Sieben Tage Gefängnis in Siegburg."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 2 vom 9. Januar 1997 (Text) / Nachlass Klöhs (Foto)
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Foto)
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