Aufnahme: 1996

40 Jahre Bergmannserholungsheim Rosenau

"Vor 40 Jahren wurde das Bergmannserholungswerk gegründet. Diese vier Jahrzehnte wurden mit einem Festakt im Bergmannserholungsheim Rosenau im Siebengebirge gefeiert.

Hans Berger, der erste Vorsitzende der Industriegewerkschaft Bergbau, betonte in seiner Rede, daß die Gründer des Bergmanns-Erholungswerkes im Jahre 1956 nicht geahnt haben, welche langfristige, weitreichende und positive Auswirkungen ihr damaliger Entschluß gehabt hat. Denn 40 Jahre sind für die Geschichte einer Gewerkschaft und auch für ein solches Haus eine sehr lange Zeit.

Willi Dahl, der Heimleiter auf der Rosenau, sagte, daß das Bergmannserholungsheim eine längere Geschichte hat. Es wurde 1925 gegründet und 1933 von den Nazis beschlagnahmt. Von 1954 bis 1956 wurde ein neues Haus errichtet, welches 1956 in Betrieb genommen wurde. Zu dieser Zeit wurde auch das Bergmannserholungswerk gegründet. Im Laufe der Jahre konnte das Werk drei Häuser betreuen. Aber durch den Rückgang des Bergbaus wurden die beiden anderen Häuser wieder aufgegeben. Seit 1956 haben 58500 Bergleute Erholung im Siebengebirge gefunden, darunter seit 1991 auch die ostdeutschen Bergleute. In den letzten fünf Jahren kamen aus den neuen Bundesländern 1000 Männer des schwarzen Handwerks.

Das Haus Rosenau kostete bei der Errichtung 1,2 Millionen DM, wurde aber 1984 für 12 Millionen DM modernisiert. Seit dem vorigen Jahr trägt das Haus den Namen des Gewerkschaftsführers Heinrich Imbusch.

Im Heim Rosenau wurde hervorragende Arbeit geleistet, sagte Berger weiter und betonte, daß die Ziele und Absichten, die man mit der Gründung verfolgt hat, mehr als erreicht worden sind. 'Die Rosenau ist im Leben der Gewerkschaft eine Institution und genießt bei allen Mitgliedern gleich hohes Ansehen.'

Berger freute sich, daß dieses Haus mitten in der Natur des Siebengebirges liegt. Mit der Stadt Königswinter habe man stets ein gutes Verhältnis gehabt.

Berger hieß unter den vielen Gästen drei Bergleute besonders willkommen. Sie wurden 1963 auf wundersame Weise gerettet. Alle erinnern sich noch an das schwere Grubenunglück in Lengede. Die drei Geretteten erzählten nachher der Presse, daß sie bis zu 14 Tagen eingeschlossen waren und dann wieder Tageslicht sahen. Nach einer längeren Erholungspause sind sie wieder in den Bergbau und unter Tage zurückgekehrt. 'Es war ja unser Beruf, wir hatten die Hoffnung auf Rettung nicht verloren', sagten sie übereinstimmend. Sie waren damals zur Erholung schon einmal auf der Rosenau. Berger äußerte sich stolz, daß diese drei Gerhard Hanusch, Dieter Richey und Paul Syska unter den Festgästen weilten.

Die Festrede hielt der ehemalige Vorsitzende der IG Bergbau und Energie, Walter Arendt, auch einige Jahre Bundesarbeitsminister. Er betonte, daß auch in Zukunft die Rosenau Bestand haben wird, wenn auch die meisten Deutschen nach Kenia, Tunesien oder Acapulco jetten.

Arendt blickte zurück auf die 40 Jahre und betonte, daß Kohle in den 40er und 50er Jahren nicht genug gefördert werden konnte und heute? Die Gründungsversammlung des Bergwerkserholungswerkes fand am 20. Juli 1956 auf der Rosenau statt. Jährlich können 1740 Plätze belegt werden. Der Auslastungsgrad: 100 Prozent.

Franz Aldenhövel, ein Urlaubsgast aus vergangenen Jahren, schilderte seine Eindrücke vom Haus Rosenau: Wunderbar auch die Gegend.

Bürgermeister Herbert Krämers Rede bestand in Dankesworte an die Bergleute. Sie haben nach dem Kriege wesentlichen Anteil am Wiederaufbau der Bundesrepublik gehabt. Stolz sei er auch, daß sich das Bergmannserholungsheim gerade in der wunderschönen Landschaft des Siebengebirges befindet."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 37 vom 12. September 1996
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Foto)
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