Aufnahme: 1996

Diamantene im Hause Otto

"Den Neujahrstag 1933 werden die Eheleute Heinrich und Maria Otto, geb. Zens, in Thomasberg, Siebengebirgsstraße, so schnell nicht vergessen. Beim Neujahrsball lernten sie sich in der Gaststätte Raths in Thomasberg kennen und lieben. Knapp vier Jahre später, am 14. November 1936, schlossen sie vor dem Altar der Pankratiuskirche in Oberpleis den Bund fürs Leben.

Der Diamanthochzeiter erblickte, genau wie seine Frau, in Thomasberg das Licht der Welt, er am 11. März 1912 und sie am 12. September des gleichen Jahres. Nach dem Schulbesuch erhielt der junge Heinrich eine Stelle beim Wintermühlenhof in Königswinter. Unvergessen bleibt Heinrich Otto auch der 19. Februar 1942. Da traf ihn an der russischen Front ein Granatsplitter in den rechten Arm, der dadurch amputiert werden mußte. Aufgrund dieser schweren Verwundung wurde er aus dem Wehrdienst entlassen und fand nach Weihnachten 1943 eine Stelle als Kassenangestellter bei der damaligen Amtsverwaltung Oberkassel. Nach gut 30 Dienstjahren trat Heinrich Otto am 1. April 1974 in den Ruhestand.

1945 verloren die Ottos durch Granatbeschuß ihr gesamtes Hab und Gut. Noch im gleichen Jahr zogen sie in das Haus in der Siebengebirgsstraße um, wo sie heute noch wohnen und ihren Lebensabend verbringen. Kurz nach dem Krieg gehörte Heinrich Otto zu den Wiederbegründern der Handballabteilung des TuS Thomasberg, wo er viele Jahre den Posten des Handballobmannes bekleidete. Seit dem Tag der Gründung des VdK Oberpleis leitete er 44 Jahre die Kasse des Verbandes. Mitgründer ist Heinrich Otto auch beim Wasserbeschaffungsverband Thomasberg im Jahre 1951 gewesen. Einige Jahre führte er auch dort die Kassengeschäfte und war längere Zeit Mitglied des Verbandsausschusses. Kegeln und Wandern waren und sind noch heute die Hobbys des Diamanthochzeiters.

In mehreren Haushaltungen in Bonn, Bad Godesberg und Bad Honnef erlernte Maria Otto den Haushalt. Heute wandert sie mit ihrem Mann gern durch das Siebengebirge und arbeitet viel in ihrem Garten. Zu den Gratulanten am Tage der Diamanthochzeit zählen auch zwei Enkelkinder."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 46 vom 14. November 1996
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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