Aufnahme: 1995
Bronzetafel an der Burgruine Rosenau enthüllt
"Winfried Biesing, der Vorsitzende des Heimatvereins Siebengebirge Königswinter enthüllte hoch oben im Siebengebirge auf dem Gelände der früheren Burg Rosenau eine Bronzetafel, die von dem Königswinterer Künstler Friedemann Sander geschaffen wurde. Sie soll nun die Wanderer über die Geschichte der längst verfallenen Burg aufklären. Die Burg wurde bereits im 12. Jahrhundert errichtet und 1249 von der Ritterfamilie von Rosenau an die Zisterzienserabtei Heisterbach auf Abriß verkauft. Mit dem Abriß der Burg wurde etwa 1250 begonnen. Die Burgruine Rosenau geriet im Verlaufe der folgenden Jahrhunderte in Vergessenheit.
Ihre mit Strauchwerk und sonstigem Grün verdeckten Reste wurden erst 1902 wiederentdeckt, als Wegearbeiten in der Nähe des 1898 errichteten Hotels Rosenau durchgeführt wurden. Das Hotel Rosenau wurde 1954 wieder abgerissen. 1990/91 wurden Konservierungsarbeiten durchgeführt, die dem endgültigen Verfall der Burgruine ein Ende setzten. Zu den Kosten der Konservierung trugen der Eigentümer, die IG Bergbau und Energie, das Land NRW und die Stadt Königswinter bei. Die nun angebrachte Bronzetafel kostete den Heimatverein 2680 Mark. Der Verein hatte die Tafel bereits im vorigen Jahr in Auftrag gegeben. Aber der Künstler stellte sie jetzt erst fertig. Er war bei der Enthüllung nicht zugegen.
Heinrich Blumenthal informierte die Gäste vom Verschönerungsverein für das Siebengebirge, vom Heimatmuseum und von der Revierförsterei über die Geschichte der Burg. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Hannelore Baukloh-Mayer.
Der Ritter Dietrich von Rosenau und seine Ehefrau Agnes hatten vier Kinder. Als Dietrich starb, erbte nicht etwa sein Sohn, der Ritter Florentius, die Burg, sondern Agnes, seine Witwe. Der Abt des nahgelegenen Klosters Heisterbach wollte der Witwe, wie bereits erwähnt, die Burg abkaufen und sie dann zerstören, weil nach der Regel des Zisterzienserordens keine Burg in Klosternähe stehen sollte. Ob nun Agnes in Geldnöten war oder ob sie noch andere Burgen besaß, wo sie hinziehen konnte, ist unbekannt. Jedenfalls schloß sie mit dem Abt 1243 einen Verkaufsvertrag. Eigentlich wäre damit die Geschichte zu Ende, wenn nicht die Schwiegertochter gewesen wäre. Ritter Florentius, der Sohn von Ritter Dietrich und seiner Frau Agnes, war offensichtlich mit einer recht resoluten Dame verehelicht. Die war mit dem Verkauf der Burg ganz und gar nicht einverstanden. Ihre Begründung ist auch unbekannt. Der Rechtsstreit zog sich bis 1249 hin, bis die Burg dann doch verkauft wurde. Unbekannt blieb, wie die streitlustige Schwiegertochter abgefunden wurde."
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