Aufnahme: 1995
Tennisclub „Gut Buschhof" vor einer ungewissen Zukunft
"Der Tennisclub 'Grün-Weiß Gut Buschhof' hat auf seiner gut besuchten Jahreshauptversammlung seine Entschlossenheit bekräftigt, die Weichen für die Zukunft zu stellen: Einstimmig wurde der neu gewählte Vorstand beauftragt, mit Nachdruck Verhandlungen mit der Stadt Königswinter zu führen mit dem Ziel, eine eigene Anlage zu schaffen. Ein Zwischenbericht soll den Mitgliedern bis Ende Juni dieses Jahres vorgelegt werden. Das Endergebnis dieser Verhandlungen bedarf der Zustimmung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung.
Die Forderung in dieser einmütigen Form kam nicht von ungefähr. Seit Jahren bemühten sich die Vorstände bei den jeweiligen Besitzern der Tennisanlage um einen mehrjährigen Vertrag, der dem Verein eine sichere Basis und die Möglichkeit geboten hätte, mittel- oder langfristig zu planen und Aufbauarbeit zu betreiben. Den Ausschlag, sich um ein anderes Domizil umzusehen, gaben jüngste Pachtforderungen, die an die 'Schmerzgrenze' stoßen und nach Befürchtungen des Vorstandes und Berechnungen sachkundiger Mitglieder noch lange nicht das Ende der Fahnenstange bedeuten.
Seit dem 1. August 1994 gehört Gut Buschhof mit allen Anlagen den Saudis. Als Besitzer ließ sich Ahmed Badeeb aus Dschidda in das Grundbuch eintragen. Badeeb wird in Deutschland vertreten durch die Kölner Rechtsanwaltskanzlei Prof. Dr. Dehringer, die dem Anwalt Dr. Christian Borris aus Köln den Auftrag erteilte, Gut Buschhof schnellstens in die schwarzen Zahlen zu führen. Auch der Bereich Tennis soll sich selbst tragen und die zur Renovierung notwendigen Gelder erwirtschaften. Gleichzeitig wurde eine 'Hotel- und Sportanlagen-Betriebsgesellschaft mbH' gegründet, deren Geschäftsführung der Betriebswirt Dr. Wolfgang Deuker aus Bonn übernahm.
Der bestehende Vertrag mit dem Tennisclub wurde zum 31. März 1995 gekündigt und die Pacht ab Oktober 1994 wesentlich erhöht. Ein neuer Vertrag war seitdem mehrfach in Aussicht gestellt, läßt aber bisher auf sich warten. Was dann am 19. Januar dem Vorsitzenden Hans-Joachim Cramer auf den Tisch flatterte, verhieß nichts Gutes: Die Konditionen sahen vor, einen Vertrag aus dem Jahre 1983 wieder inkraft zu setzen, der einen Spielplatz weniger enthielt. Die Pacht sollte weit höher liegen als für die bisher genutzten sieben Plätze. Zusätzlich wurde eine Jahresmiete für das Clubhaus gefordert und dessen Bewirtschaftung durch den Club von bestimmten Auflagen abhängig gemacht. Der Vorstand beschloß, den Vertragsentwurf in dieser Form nicht zu unterschreiben.
Die 'Hotel- und Sportanlagen-Betriebsgesellschaft' zeigte keinerlei Bereitschaft, von ihren finanziellen Forderungen abzugehen. Erreicht wurde in Gesprächen lediglich eine Vertragsverlängerung bis zum 31. Dezember dieses Jahres, allerdings zu den neuen Konditionen sowie mit der Erlaubnis zur Wiederbenutzung des siebenten Platzes. Ein weiterer Vertragsentwurf soll bis zum 30. September vorliegen, über dessen Inhalt sich keiner Illusionen macht. Fazit der Diskussionen: Besser in die eigene Tasche wirtschaften, als ständig finanziellen Überraschungen ausgesetzt zu sein. Es sei Zeit, den Absprung zu schaffen und etwas eigenes aufzubauen.
Unter der Leitung von Hans-Georg Gilka wurde einstimmig folgender Vorstand gewählt: 1. Vorsitzender Hans-Joachim Cramer, 2. Vorsitzende Bergit Nawrath, Sportwart Gerd Fußhöller, Finanzen Manfred Jewanski, Jugendwarte Joachim Clarenbach und Jörg-Rainer Müller, Presse Wolfgang Mayrhofer und Technischer Leiter Johannes Wittstamm."
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