Aufnahme: 1995
Erholungsheim heißt jetzt „Heinrich-Imbusch-Haus"
"Das Bergmannserholungsheim 'Rosenau', mitten im Siebengebirge bei Königswinter gelegen, erhielt in einer Feierstunde mittels einer Denkmalenthüllung am Eingang des Hauses den Namen des vor 50 Jahren, am 16. Januar 1945, im Untergrund verstorbenen christlichen Gewerkschaftsfunktionärs Heinrich Imbusch. Die Nachkommen des Verstorbenen, Sohn Ernst Imbusch mit Frau Hella und Schwägerin Ruth Winkler sowie Sozialminister Norbert Blüm, wohnten der Feier, die anschließend im Saal des Hauses fortgesetzt wurde, bei.
Nach den Worten des Vorsitzenden der Industriegewerkschaft 'Bergbau und Energie', Hans Berger, wurde durch die Namensgebung 'Heinrich-Imbusch-Haus' ein herausragender Vertreter der deutschen Bergarbeiterbewegung geehrt. Imbusch starb im Alter von 66 Jahren nach kräfteverzehrender Flucht vor den Nazis in Essen. 1933 blieb er standfest gegenüber den Nationalsozialisten und konnte der drohenden Verhaftung nur durch die Flucht ins Exil entgehen. Im damals noch freien Saargebiet stemmte er sich mit Macht, aber schließlich ohne Erfolg, gegen den nationalsozialistischen Taumel in seiner Rede.
Heinrich Imbusch gilt wohl zu recht als der herausragende Repräsentant der christlichen Bergarbeiter und der gesamten christlichen Gewerkschaftsbewegung vor 1933. Wie kein anderer hat Heinrich Imbusch die christlichen Bergarbeiterbewegung geprägt und zu bedeutenden Erfolgen geführt. Berger: 'Sei es als Vorsitzender des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter oder als Abgeordneter der Zentrumspartei im deutschen Reichstag - sein unermüdliches Wirken galt dem Wohl der Bergleute und ihrer gesellschaftlichen Anerkennung.'
Während der Amtszeit von Heinrich Imbusch erwarb der Gewerkverein christlicher Bergarbeiter 1925 ein Hotel auf der Bergkuppe Rosenau. Nach einer gründlichen Renovierung wurde das 1898 erbaute Haus als Erholungs- und Schulungsheim der christlichen Bergarbeitergewerkschaft genutzt. Mit der Auflösung der christlichen Gewerkschaften Ende 1933 kam das Hotel in den Besitz der nationalsozialistischen Deutschen Arbeitsfront. Während des Krieges wurde das Gebäude durch Bombentreffer erheblich beschädigt. Trotzdem diente es nach Kriegsende als Unterkunft für Flüchtlinge. 1949 schließlich wurden Haus und Grundstück an die Einheitsgewerkschaft IG Bergbau und Energie als Rechtsnachfolgerin des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter zurückübereignet. Seit 1956 ist es ein Erholungsheim für Bergleute.
54000 Bergleute haben dort Erholung gesucht und gefunden. So soll es auch weiterhin sein.
Heinrich Imbusch wurde am 1. September 1878 in Oberhausen geboren. 1892 trat er in der Zeche Oberhausen seinen Dienst an, 12 Jahre später war er Hauer. Seit 1897 war er Mitglied des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter, 1905 wurde er Mitarbeier der christlichen Bergarbeiterzeitung 'Bergknappen'. Er galt als scharfzüngiger Publizist und legte 1908 eine über 700 Seiten füllende Geschichte der Bergarbeiter vor.
Nach der Wahl in den Hauptvorstand 1913 übernahm Heinrich Imbusch 1919 das Amt des ersten Vorsitzenden im Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands und wurde Mitglied der Weimarer Nationalversammlung.
Weitere Redner bei der Widmungsfeier waren Klaus Tenfelde und Norbert Blüm."
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