Aufnahme: 1995
Verwaltungschef geht in den Ruhestand - Franz-Josef Schmitz hat Königswinter mitgeprägt
"Nach 40jähriger Dienstzeit, davon 25 Jahre als Stadtdirektor von Königswinter, geht Franz-Josef Schmitz mit dem 31. Januar 1995 in den wohlverdienten Ruhestand. Bei einer Abschiedsfeier im Haus Bachem in der Altstadt hielt Bürgermeister Herbert Krämer die Laudatio auf die Ära '25 Jahre Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz'.
Krämer würdigte das Können, die Erfahrung, die Zuverlässigkeit, die guten Kontakte, die Beharrlichkeit, das Durchsetzungsvermögen und das christliche Menschenbild des Scheidenden. Mit allen diesen Attributen habe Schmitz die Entwicklung der Stadt Königswinter ab dem Tag der kommunalen Neuordnung am 1. August 1969 mitgeprägt.
Der Bürgermeister wörtlich: 'Schauen wir zurück, so stellen wir fest, daß die neue Stadt sich prächtig entwickelt hat. Für kräftiges Anpacken waren Sie mit Ihrem preußischen Pflichtbewußtsein in diesen 25 Jahren ein gutes Beispiel, ein Vorbild für Verantwortungsbewußtsein, für fachliche Kenntnisse und für leidenschaftlichen Einsatz für die Stadt. Mit Geschick, persönlicher Autorität und mit Ihren juristischen Fähigkeiten haben Sie eine gut funktionierende Verwaltung aufgebaut. Ihre Verwaltung hat den Stadtrat wesentlich unterstützt, ihm hin und wieder auch seine Grenzen aufgezeigt.'
Franz-Josef Schmitz war Sprecher aller 19 Städte- und Gemeindedirektoren des Rhein-Sieg-Kreises. In dieser Eigenschaft war er oft ein Mahner für Recht und Gesetz beim Oberkreisdirektor und beim Regierungspräsidenten. Krämer ging aber auch auf den Humor und die Gemütlichkeit von Franz-Josef Schmitz ein. Beides habe er oft genug bei den verschiedensten Festen unter Beweis gestellt.
Der Bürgermeister skizzierte auch den beruflichen Werdegang des langjährigen Königswinterer Verwaltungschefs, der am 28. Januar 1931 in Xanten das Licht der Welt erblickte. Sein Abitur bestand er am Bonner Beethoven-Gymnasium. Seine Referendarzeit absolvierte Schmitz beim Amt Duisdorf, beim Landkreis Bonn und beim Kölner Regierungspräsidenten. Dort wurde er zum Assessor berufen. Schmitz kehrte zum Landkreis Bonn zurück, wurde dort Kreissyndikus und schließlich Stellvertreter des Oberkreisdirektors. Nach der kommunalen Neugliederung und der Auflösung des Landkreises Bonn kam er nach Königswinter, wo er in den vergangenen 25 Jahren nach jeder Wahlperiode als Stadtdirektor wiedergewählt wurde.
In den 25 Jahren wurden in der neuen Stadt Königswinter unter der maßgeblichen verwaltungstechnischen Federführung des Stadtdirektors Franz-Josef Schmitz neue Einrichtungen geschaffen, andere ausgebaut. Darüber hinaus war er Chef der Feuerwehr, Vorsitzender des örtlichen DRK, im Vorstand des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge, Vorsitzender der Stiftung Heisterbach, Mitglied der Professor-Rhein-Stiftung und der Studentenverbindung 'Alania'.
Als Abschiedsgeschenk überreichte der Bürgermeister dem Pensionär für den weiterhin richtigen Blick ein Fernglas und bemerkte dazu: 'Sie hatten nämlich in der Vergangenheit auch den richtigen Blick bei den anstehenden Veränderungen der Region durch den Bonn-Berlin-Beschluß, als sie sich nachhaltig für die Weiterentwicklung der Stadt Königswinter einsetzten. Ihre Fernsicht hat auch die Partnerschaften mit Cleethorpes und Cognac mit Leben erfüllt. Sie haben die 25 Jahre genutzt, um Königswinter zu einer liebenswerten Stadt mitzugestalten.'
Auf die noch zu erreichenden städtischen Ziele und zukünftigen Probleme wie die ICE-Strecke, die Restaurierung der Drachenburg und die Stadt-Entwässerung eingehend, meinte Herbert Krämer: 'Sie können jetzt mit dem Fernglas von Thomasberg aus in aller Ruhe und Zufriedenheit sehen, wie wir mit diesen und anderen Themen umgehen. Und damit Sie in unserem sagenhaften Königswinter noch viel Neues entdecken, bekommen Sie nicht nur das Fernglas, sondern auch ein Fahrrad.'
In Zukunft mit dem Fahrrad durch die Stadt
Franz-Josef Schmitz freute sich riesig über das Fahrrad. Im Dienst sei er stets mit dem Auto gefahren, jetzt im Ruhestand werde er auch aus gesundheitlichen Gründen mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren. Bürgermeister Herbert Krämer überreichte dem scheidenden Stadtdirektor ferner die Ruhestandsurkunde und ein Bild der Familie Schmitz, aufgenommen in Cleethorpes.
Für alle Fraktionen im Stadtrat sprach Franz Riscop (CDU) die Glückwünsche aus. Er betonte, daß der Scheidende an der Errichtung der CJD-Schule maßgeblich beteiligt war, ebenfalls an der Privatisierung der Kindergärten und Altenheime. Riscop: 'Wenn wir Königswinter und seine Einrichtungen mit denen von 1969 vergleichen, so sind die Veränderungen der anschaulichste Beweis Ihrer Initiativen und Ihrer Kreativität. Die 25 Jahre mit Ihnen zusammenzuarbeiten war schön."
Für die städtischen Beigeordneten würdigte der Erste Beigeordnete Herbert Losem die Verdienste von Franz-Josef Schmitz, 'der 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein liebenswerter Chef war'. In dem vergangenen Vierteljahrhundert habe es keine Konflikte gegeben. Stets habe er sich vor seine Mitarbeiter gestellt, wenn ihnen etwas vorgeworfen worden sei.
Personalratsvorsitzender Hans-Jürgen Wohlang bescheinigte Schmitz, daß er eine gut funktionierende Verwaltung hinterlasse. Während seiner Amtszeit haben 140 Lehrlinge die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und 163 Angestellte und Arbeiter seien vom Stadtdirektor in den Ruhestand versetzt worden. Nun sei er selbst der 164. Als Geschenk des Personalrates übergab Wohlang einen digitalen Fahrradcomputer.
Seine erste Rede als frischgewählter Oberkreisdirektor hielt Frithjof Kühn bei der Verabschiedung des Königswinterer Stadtdirektors. Er bedauerte, daß der dienstälteste Chef einer Verwaltung im Rhein-Sieg-Kreis die Kommandobrücke verläßt.
Auch der Stadtdirektor von St. Augustin, Dr. Walter Quasten, verabschiedete seinen Königswinterer Kollegen und wünschte ihm noch viele gute Jahre als Pensionär. Quasten ist Sprecher der Hauptverwaltungsbeamten im Rhein-Sieg-Kreis.
Unter den rund 200 Gästen des Abschiedsempfanges befanden sich auch die ehemaligen Oberkreisdirektoren Paul Kieras und Dr. Walter Kiwitt sowie aus den Partnerstädten die Cleethorper Bürgermeisterin Margret Solomon und Stadtdirektor Pieter Daniels und aus Cognac das Ratsmitglied Albert Guet. Sie betonten die Freundschaft zwischen den Partnerstädten und dem Königswinterer Stadtdirektor.
Dann bedankte sich Franz-Josef Schmitz für alle ihm erwiesenen Ehrungen und betonte, daß seine Arbeit nur möglich gewesen sei, weil ihn alle seine Freunde und Mitarbeiter dabei tatkräftig unterstützt hätten. Besonders nannte er die Beigeordneten und Amtsleiter, seine Vorzimmerdamen Irmtraud Obliers und Gerda-Marie Monschau sowie seine Fahrer Hans Wuck und Horst Kurenbach. Dank galt auch den Bürgermeistern während seiner 25jährigen Amtszeit: Günter Hank, der ihn nach Königswinter holte, und Herbert Krämer sowie den sechs Räten in dieser Zeit. Die 25 Jahre hätten ihm Spaß bereitet und er sage nicht Ade, sondern Aufwiedersehen. Dann trug sich Franz-Josef Schmitz in das Goldene Buch der Stadt ein. Die Feierstunde wurde musikalisch umrahmt durch die Musikschule der Stadt Königswinter."
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