Aufnahme: 1995

Offizieller Antrittsbesuch des Oberkreisdirektors

"Die Stadt Königswinter und der Rhein-Sieg-Kreis wollen in Sachen ICE-Neubaustrecke gemeinsam vorgehen und notfalls auch gemeinsam vor Gericht ziehen. Das erklärten Bürgermeister Herbert Krämer und der Oberkreisdirektor Frithjof Kühn. Anlaß war der offizielle Antrittsbesuch Kühns in der Drachenfelsstadt, in der er aber zu Anfang des Jahres bereits schon einmal zu Gast war. Seine erste Amtshandlung als Oberkreisdirektor war damals die Verabschiedung von Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz.

Nach einem Gespräch, an dem auch Stadtdirektor Heinz-Martin Bernert, die Beigeordneten sowie die Fraktionsvorsitzenden teilnahmen, betonte Krämer zur ICE-Trasse der Bahn: 'Der Kreis und die Stadt liegen auf einer Linie. Es geht darum, Mensch und Natur gleichermaßen zu schützen.' Kühn kündigte an, daß die Alternativ-Trasse (Aachener Modell) von Kreis und Stadt weiter verfolgt werde. Der Oberkreisdirektor sprach von einer ernsten Lage, da die Deutsche Bahn bislang kaum auf Änderungswünsche eingegangen sei. Notfalls werde man rechtliche Schritte unternehmen. Zur Zeit läuft noch eine Klage der Stadt gegen das Raumordnungsverfahren. Gegebenenfalls werde die Stadt Königswinter auch gegen das Planfeststellungsverfahren Klage erheben.

Einigkeit herrschte auch beim Thema Anbindung der Südbrücke an die A 3. Man favorisiert weiterhin den Ennerttunnel. In Königswinter sei die Mehrheit des Rates für die Verbindung zwischen der Südbrücke und der A 3. Auch der Rhein-Sieg-Kreis sei dafür. Zur Begründung wurde auf das Ziel der Stadt Bonn verwiesen, 25000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Dadurch würde sich die Zahl der Pendler von heute bereits 50000 um weitere 25000 erhöhen, rechnete Rhein-Sieg-Kreis-Planer Dr. Lothar Franz vor. Allein aus Königswinter pendeln täglich 3000 Personen nach Bonn zur Arbeit. Krämer: 'Wir brauchen die Anbindung.'

Rundum begrüßt wurde die Zusammenarbeit von Königswinter und Bad Honnef beim Fremdenverkehr und auch das Naturschutzmuseum, das in die Vorburg der Drachenburg kommen soll."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 49 vom 7. Dezember 1995
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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