Aufnahme: 1994

Pyramide für das Erholungsheim Rosenau

Pyramide aus dem Erzgebirge
st. 1992 entstand im Bergmannserholungsheim Rosenau im Siebengebirge der Wunsch nach einer weihnachtlichen Pyramide. Damalige Erholungssuchende aus den neuen Bundesländern waren begeistert von dieser Idee und versprachen, den Wunsch zu erfüllen. Im vorigen Jahr konnte dies noch nicht verwirklicht werden, aber nun war es soweit. Am ersten Adventssonntag wurde in einer feierlichen Handlung das Wahrzeichen aus dem Erzgebirge auf der Terrasse der Erholungsstätte in Anwesenheit von Bürgermeister Herbert Krämer, dem Heimleiter Willi Dahl sowie dem Leiter des Schnitzvereins „Schlägel und Eisen" aus Schneeberg im Erzgebirge, Werner Peuschel, und dem Bezirksleiter der Industriegewerkschaft „Bergbau und Energie" in Chemnitz, Horst Kissel, in Bergmannstracht enthüllt. Viele Gäste hatten sich zu der Aktion eingefunden und ein „Rosenau Bläser-Sextett" spielte auf.
Mit den Arbeiten für die Weihnachtspyramide wurde im April dieses Jahres begonnen. 16 Hobbyschnitzer wirkten abends nach Feierabend an der Pyramide, die 17 Figuren zeigt, darstellend Waldmenschen und Bergbauern. Wenn man bedenkt, dass an jeder Figur je nach Größe im Durchschnitt 50 bis 70 Stunden geschnitzt wurde   ohne Colorierung, denn alle Darstellungen sind farblich gestaltet,   kann man sich denken, wie viel Arbeit in der Pyramide steckt. Werner Peuschel sagte nach der Enthüllung bei einem Adventskaffee im Saal des Heimes, dass das Handwerk der Holzgestaltung im entscheidenden Maße auch die Geschichte des Bergbaues im sächsischen Erzgebirge beeinflusst habe. Die Drehtürme, allgemein Pyramiden genannt, wurden im wesentlichen von Berginvaliden gebastelt und mit gedrechselten, geschnitzten oder gesägten Figuren bestückt. Dabei wurden Motive der Heimat, Erlebnisse im Schacht und aus der Familie für die Figuren verwendet.
Unter dem Motto „Die Freude, die wir unseren Mitmenschen mit der Erzgebirgischen Volkskunst bereiten, kehrt ins eigene Herz zurück" machten sich die 16 Hobbyschnitzer ans Werk. Die Pyramide, die jetzt im Siebengebirge, im Bergmannserholungsheim Rosenau, zu bestaunen ist, wurde in reiner Handarbeit hergestellt. Wie Peuschel betonte, sollen sich an ihr nicht nur die Leitung des Hauses und das Personal erfreuen, sondern auch die vielen Gäste, die in der Rosenau Erholung suchen, etwa 1700 im Jahr, davon etwa 800 aus den neuen Bundesländern. Wörtlich Peuschel: „Dieses einmalige Volkskunstwerk möge erstrahlen und Licht für den Frieden unter uns Menschen bringen, aber auch für das Näherrücken der deutschen Menschen in Ost und West."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 48 vom 01.12.1994
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Ausflugsziele
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