Aufnahme: 1994

Die Haupttrasse im Neubaugebiet Fronhofgelände ist vorgegeben

Am 02. Oktober 1994 hatten die Räumfahrzeuge im Neubaugebiet "Fronhof"  die Trasse der zukünftigen Straße "Am Fronhof" vorgeräumt.

Am Weilberg darf gebaut werden.
Planungsausschuss beschäftigte sich mit Einwendungen - Planung reduziert

Ist Bienenzucht mit kompakter Bebauung vereinbar, und würde den Insekten das Ausfliegen in Richtung Weilberg und Stenzelberg unmöglich gemacht, wenn, ja wenn das Frohnhofgelände bebaut wird? Das war nur eine der Anregungen und Einwendungen zum umstrittensten Bauvorhaben im Stadtgebiet von Königswinter, mit denen sich der Planungs-, und Umweltschutzausschuss am Donnerstag über fünf Stunden lang befasste.
Am Ende der Diskussion, der auch etwa 20 Einwender beiwohnten, wurde schließlich mit den Stimmen der Fraktionen von CDU und SPD der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan gefasst -vorläufiger Schlusspunkt unter ein jahrelanges Tauziehen, in dessen Verlauf die ursprünglichen Planungen auf etwa ein Drittel reduziert wurden. Die Gründe dafür lagen vor allem in den Belangen des Umwelt-und Naturschutzes. Wer die Auseinandersetzung vorher noch nicht miterlebt hatte, wurde in einem Crash-Kursus mit allen bekannten Argumenten vertraut gemacht.
30 Einwender gegen den Bebauungsplan hatten 131 Bedenken und Anregungen geltend gemacht. Der Ausschuss hatte sich vor einem abschließenden Beschluss über den Gesamtplan mit allen zu beschäftigen. Unter den Einwendern waren viele Anwohner und erklärte Gegner des Projekts. Sie kritisierten zum Teil mit harschen Worten Kommunalpolitiker und Verwaltung dafür, dass sie ihre Bedenken nicht ernst nähmen. Zu den Hauptkritikpunkten gehörten die absehbare Zerstörung einer Kulturlandschaft und das höhere Verkehrsaufkommen durch das Neubaugebiet. Auch wurde die Erforderlichkeit der Bebauung in Frage gestellt.
Auch der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, der Heimatverein Siebengebirge, der Heimatverein Heisterbacherrott, die BUND-Kreisgruppe Bonn¬Rhein/Sieg, der Rhein-Sieg-Kreis, der Regierungspräsident und das Rheinische Straßenbauamt äußerten Bedenken und Anregungen. Der Ausschuss lehnte einen Großteil der Einwendungen, die sich häufig überschnitten, ab und folgte dabei den Vorschlägen der Verwaltung.
Trotz angespannter Diskussionsatmosphäre kam nur an einem Punkt wirklich Spannung auf. Auf die Anregung des Heimatvereins Heisterbacherrott hin, im Anschluss an die bisher vorgesehene Bebauung beiderseits des Nikolausbachs Bauland auszuweisen, schlug die Verwaltung Klärung außerhalb des Verfahrens vor. Die angesprochene Fläche sei im Flächennutzungsplan der Stadt und im Gebietsentwicklungsplan als Wohnbaufläche dargestellt. Ilse Kehren (FDP): „Wir sollten keinen Zweifel daran lassen, dass nicht irgendwann in diesem Gebiet doch gebaut wird." Voraussetzung für ihre Zustimmung zum gesamten Bebauungsplan sei, dass dies nicht geschehe. Kehren möchte eine Unterschutzstellung des betreffenden Gebiets.
Auch für die SPD war diese Einwendung ein heikler Punkt. Hannelore Baukloh-Mayer mochte jedoch - wie auch Karl-Heinz Görres (CDU) - einen ablehnenden Beschluss zu der Einwendung nicht fassen, sondern nur das Bemühen bekräftigen, dass es nicht dazu kommen möge. So wird dieser Punkt nun außerhalb des Verfahrens geklärt. Kehren (FDP) stimmte deswegen gegen den gesamten Satzungsbeschluss.
Dass die Grünen gegen den Bebauungsplan stimmten, konnte niemand überraschen. Schließlich hatten sie über Jahre hinweg eine ablehnende Position vertreten. Der grüne Ratsvertreter Christof Welters zog zu Beginn der Debatte die geballte Wut der großen Koalitionäre auf sich, als er die Beschäftigung mit den Einwendunger als „Alibi-Veranstaltung" bezeichnete und - in Bezug auf ein Zitat des nicht anwesenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinz Seeger - CDU und SPD indirekt vorwarf, das Projekt „durchziehen" zu wollen.
Dagegen verwahrten sich einhellig Görres und Baukloh-Mayer (SPD). Sie legten Wert auf die Feststellung, dass sich Verwaltung und Kommunalpolitiker jahrelang mit den Bedenken der Bürger und vor allem den ökologischen Aspekten beschäftigt hätten. Dabei sei das Bauvorhaben aus genau diesen Gründen auch deutlich reduziert worden.

Mit Spannung wird die Entscheidung erwartet

Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller/Winfried Görres
Räume & Galerien
Aus Siebengebirgs-Zeitung Straßen
Aufrufe
572

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.