Aufnahme: 1994
Reifferscheid-Ausstellung im Haus Schlesien
"Von einem 'Rheinländer aus Breslau', wie Prof. Heinrich Reifferscheid genannt wurde, sind etwa 50 Gemälde in verschiedenen Techniken bis zum 8. Mai im Haus Schlesien in Heisterbacherrott ausgestellt. Heinrich Reifferscheid gilt als Porträtmaler, wurde aber auch durch Landschafts- und Stilleben-Bilder weit über seine Heimat hinaus bekannt. In einer Vitrine ausgestellt sind auch einige Dokumente über die Familiengeschichte Reifferscheid.
Der Künstler erblickte am 3. Januar 1872 in Breslau das Licht der Welt, kam aber schon im Kindesalter ins Rheinland. Am 8. März 1945 kam er in Niederdollendorf, wo er ein Atelier besaß, bei Artilleriebeschuß ums Leben. Reifferscheid besuchte das Königliche Gymnasium in Bonn und studierte an der Bonner Universität Kunstgeschichte. Danach wechselte er zum Architektenstudium an die Technische Hochschule in Berlin-Charlottenburg. Nach diesem Studium immatrikulierte er sich an der Staatlichen Kunstakademie in Berlin. 1892 ging Heinrich Reifferscheid zur Münchener Kunstakademie und von 1904 bis 1909 war er Leiter der Düsseldorfer Zeichenlehrerschule. Sein weiterer Lebensweg: 1911 Professor der Staatlichen Kunstschule in Berlin, 1930 Stipendiat der Villa Massimo in Rom, 1933 Professor der Kunstakademie in Düsseldorf und 1938 die Verleihung der Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung.
Sein gesamter Nachlaß wurde bis zur jetzigen Ausstellung in seinem Niederdollendorfer Heim aufbewahrt. Begraben liegt Prof. Heinrich Reifferscheid auf dem Alten Friedhof in Bonn im Simrockgrab. Zur Eröffnung der Ausstellung sprach ein Freund der Familie Reifferscheid, Hermann-Josef Bartes, Pfarrer in einem Zülpicher Zisterzienserkloster. Sohn Dr. Gerhard Reifferscheid wohnte der Eröffnung der Ausstellung bei.
Wie Bartels in seiner Rede ausführte, sind alle Arten des umfangreichen Schaffens von Heinrich Reifferscheid mit besten Beispielen vertreten: Ölbilder, Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen und Radierungen. Bartels ging auch auf die Familie des Künstlers ein. Der Urgroßvater war der Verleger von Ludwig van Beethoven, sein Großvater war Karl Simrock, der erste germanistische Lehrstuhlinhaber der Universität Bonn, sein Vater August Reifferscheid wurde als Professor der Altphilologie nach Breslau berufen. Die Familiengeschichte spiegelt die Beziehungen zwischen Schlesien und dem Rheinland und auch den Gelehrtenaustausch zwischen den Universitäten Bonn und Breslau wider."
2000/2001 Sonderausstellung im Brückenhofmuseum Oberdollendorf
mit vielen Bildern und Daten:
"Professor Heinrich Reifferscheid - der Maler der Stille".
Die umfangreiche Dokumentation zu Heinrich Reifferscheid
im Virtuellen Brückenhofmuseum:
Heinrich Reifferscheid - Leben und Werk.
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