Aufnahme: 1993

Erinnerung an die Petersbergbahn

"An der Stelle auf dem Petersberg, an der sich 69 Jahre lang die Bergstation der Petersbergbahn befand, wurde jetzt eine Gedenktafel durch Dieter Streve-Mülhens, einem Nachfahre der Familie Mülhens, die seit 1913 die Bahn betrieb, enthüllt. Die Tafel ist an vier Basaltsäulen unterschiedlicher Größe befestigt, die die aufsteigende Bahnstrecke versinnbildlichen sollen. Entworfen wurde die Tafel von dem Schweizer Architekten und Ingenieur Nikolaus Riggenbach. An der Feierstunde nahmen die Aufsichtsratsmitglieder der Bergbahnen im Siebengebirge unter Leitung des Geschäftsführers Jürgen Limper teil.

Die am 20. April 1889 eröffnete Zahnradbahn auf den Petersberg hatte eine Spurweite von 1000 mm, die Gesamtstrecke betrug 1,35 Kilometer auf eigenem Bahnkörper. Die Lok mit ihren Wagen mußte eine Steigung von 26 Prozent mit einem Höhenunterschied von 275 Metern überwinden. Von 1913 bis zur Stillegung im Jahre 1958 war die Bahn im Eigentum der Familie Mülhens in Köln.

Die Talstation befand sich gegenüber des Königswinterer Bahnhofes. Die Bergbahn führte durch Waldgebiet und diente ausschließlich dem Ausflugsverkehr und der Versorgung des Hotels auf dem Petersberg. Von der ganzen Länge entfielen 684 Meter auf gerade Strecken und 531 auf Kurven. Die Fahrzeit betrug auf- und abwärts jeweils zehn Minuten. Die Lokomotiven wurden in der Maschinenfabrik in Eßlingen gebaut. Schon zu Pfingsten 1890 wurden an den beiden Tagen 2500 Fahrgäste auf den Berg befördert.

Dem Bau der Zahnradbahn auf den Petersberg gingen längere Planungen voraus. Für den Bau wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Grundkapital von 250000 DM ins Leben gerufen. Gründer der AG waren Hermann Hager, Julius Hager, Friedrich Kühner, Wilhelm August Schmitz und Wilhelm von Tippelskirch. Mit dem Bau der Bahn wurde nach Ostern 1888 begonnen. Ausgangspunkt war hinter der Villa Lessing, dann führte die Strecke zunächst parallel neben der Bremsseilbahn der Provinzialverwaltung her, ehe sie bergwärts in südlicher Richtung verlief und in einem scharfen Winkel das Plateau erreichte. Zum Zwecke der Bahnanlage war Ende Juni 1888 bereits eine Brücke in nächster Nähe der Bremsseilbahnbrücke über den Mirbesbach gebaut worden. Zur Eröffnung der neuen Zahnradbahn wurde die Festgesellschaft mit zwei Sonderzügen auf den Petersberg gefahren."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 48 vom 12. Dezember 1993 (Text)
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter (SZ) / Verein Gutenberghaus Bad Honnef (Foto)
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