Aufnahme: 1993
Ministerin Brusis übergab Mietverträge
"Die Ministerin für das Bauwesen in NRW, Ilse Brusis, kam in den Königswinterer Stadtteil Thomasberg, um den Mietern von vier Einfamilienhäusern, die mit einem Förderungsprogramm des Landes erstellt worden sind, die Mietverträge zu übergeben. Es handelt sich um Wohnhäuser, eines davon behindertengerecht errichtet, in die kinderreiche Familien eingezogen sind. Die Ministerin gab ihrer Freude über den Bau in einer so schönen Gegend des Landes Ausdruck. Mit einer Miete von gut 700 Mark ohne Nebenkosten seien die Häuser für das Land entsprechend teuer gebaut worden, aber für die kinderreichen Familien passend. Im freifinanzierten Wohnungsbau wären diese Wohnungen mindestens doppelt so teuer. 'Und das kann sich eine Familie mit mehreren Kindern heute nicht leisten.'
Bürgermeister Herbert Krämer hieß den Gast aus der Landeshauptstadt herzlich willkommen und nannte diesen Tag bei herrlichem Sonnenschein ein Freudentag für die Stadt. 'Und nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Wohnungsbaugesellschaft und für die Familien selbst.' Nachdem die Ministerin die Verträge an die Haushaltungsvorstände überreicht hatte, schenkten ihr die Kinder der vier Familien je einen bunten Sommerstrauß.
Grußworte sprach zu Beginn der kleinen Feierstunde der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Wohnungsbaugesellschaft, Franz Riscop, der auch dem Landtag angehört. Er betonte, daß die Lage der Wohnungen mitten im Siebengebirge sehr gut sei. Die Geschäfte für den täglichen Bedarf seien nur einige 100 Meter entfernt.
Die vier Reihenmieteinfamilienhäuser kosteten 1,5 Million Mark. Sie wurden vom Land mit 734000 Mark gefördert. 80000 Mark zahlte die Stadt und stellte auch für 87000 Mark das Grundstück zur Verfügung. Den Rest in Höhe von 599000 Mark wurde aus Eigenmitteln der Gesellschaft bereitgestellt. Weiter wurden zwei freifinanzierte Einfamilienhäuser errichtet, die inzwischen verkauft sind.
Viele Wohnungsprobleme sind in der Stadt zu lösen, so suchen 600 Familien bei fast 40000 Einwohnern eine Wohnung. Der Wohnungsbau genießt nach den Worten von Riscop in der Stadt hohe Priorität. Die Stadt bietet vielfältige Möglichkeiten, um neuen Wohnraum zu schaffen. In der Stadt werden viele Wohnungen mit öffentlichen Mitteln gebaut.
Nach den Worten von Riscop mußte Wohnraum in Übergangsheimen für 638 Aussiedler geschaffen werden. Jetzt beginnt man mit dem Bau eines Übergangsheimes für Asylbewerber, von denen auch über 600 in der Stadt leben. Alle Übergangsheime werden nach Abebben der Aussiedler- bzw. Asylbewerberflut als öffentlich geförderter Wohnraum vermietet. Riscop erläuterte der Ministerin, daß planungsrechtlich Wohngebiete ausgewiesen werden, in denen neue Wohnungen gebaut werden können. So hat die Städtische Wohnungsbaugesellschaft bisher 92 Wohnungen in den letzten drei Jahren errichtet und dafür 16 Millionen Mark investiert. Ein freier Träger hat in Niederdollendorf mit dem Bau von 100 Wohnungen begonnen. Ebenso werden in der Altstadt auf dem Torso-Platz weitere 100 freifinanzierte Wohnungen errichtet. 150 Einfamilienhäuser können auf dem jetzt ausliegenden Bebauungsplan Fronhof in Heisterbacherrott auf städtischem Grund und Boden errichtet werden. Hinzu kommt eine Reihe von Baulücken, die zur Zeit bebaut werden bzw. in rechtskräftigen Bebauungsplänen nach erfolgter Kanalisation bebaut werden. Dies sind zusammen rund 500 Wohnungen, die in Königswinter derzeit errichtet werden.
In 1992 wurden 25 Eigenheime in Königswinter mit Mitteln des Landes NRW gebaut, sagte Riscop, worüber die Ministerin sehr erfreut war. Aber Riscop berichtete auch über weitere Pläne der Wohnungsbaugesellschaft. So will man in Niederdollendorf ca. 20 öffentlich geförderte Mietwohnungen errichten, deren Erdgeschosse für Behinderte und Altenwohnungen reserviert werden sollen, in den Obergeschossen sollen Wohnungen im zweiten Förderweg errichtet werden. Auch will die Gesellschaft in Stieldorf und Heisterbacherrott auf städtischem Grund und Boden Mietreiheneinfamilienhäuser bauen lassen. An Brusis gewandt: 'Wir hoffen dazu auf weitere Fördermittel aus Ihrem Haus.'"
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