Aufnahme: 1993
Dr. Wolf Mohr wurde 70 Jahre alt
"Vor dem Standesbeamten erschien heute, der Persönlichkeit nach bekannt, der praktische Arzt, Doktor der Medizin, Gustav Heinrich Mohr, wohnhaft in Frankenhausen und zeigte an, daß von der Paula Mohr, geborene Sindermann, seiner Ehefrau, wohnhaft bei ihm zu Frankenhausen in seiner Wohnung, am 26. März 1923, vormittags um sechs Uhr, ein Knabe geboren worden sei und daß das Kind die Vornamen Wolf Gerhard Gustav Adolf erhalten habe. So die Geburtsurkunde. Und jetzt wurde Dr. Wolf Mohr, alias Thomas Berg, wohnhaft in Thomasberg, (sein Pseudonym für seine unzähligen Schüttelreime, die er nebenberuflich verfaßte) 70 Jahre alt. Diesen Geburtstag feierte der Jubilar im Kreise seiner zahlreichen Freunde, Kommilitonen, Kriegskameraden und der Nachbarschaft.
Die Nachbarschaft hatte sich in einem Gemischten Chor zusammengefunden und das Leben des Geburtstagskindes humorvoll gesanglich gestaltet: 'Holladihi, holladiho! Wolf Mohr ist mit 70 noch munter und froh.' Das Lied hatte, auf der Gitarre von Sohn Bertholt Mohr begleitet, Helmut Zeh verfaßt. Zu den zahlreichen Gratulanten gehörte auch schriftlich Hans-Dietrich Genscher.
Von Beruf war Dr. Wolf Mohr Senatsrat bei der Kultusministerkonferenz. Als Thomas Berg veröffentlichte der frühere Abteilungsleiter ein Liederbuch 'Sieben Berge sieben Tag' und eine Langspielplatte mit Siebengebirgsliedern. Und als Thomas Berg ist der Jubilar durch politisch-satirische und allzumenschlich betrachtende Schüttelverse bundesweit bekannt geworden. Aufsehen erregten Vater und Sohn Burkhard mit einem Gemeinschaftswerk 'Schüttelreimers Bilderbuch'.
Thomas Berg, seit 1950 Heidelberger Burschenschaftler, ist in dem im deutschsprachigen Raum verbreitesten Studentenliederbuch 'Allgemeines Deutsches Kommersbuch' vertreten, so mit dem Bonn-Lied 'Heiter sei die Burschenschaft'.
Auch der Hubertus-Bläserkreis gratulierte musikalisch. Freunde und Familienmitglieder dichteten eine gesprochene und gesungene Moritat auf den Jubilar und Bürgermeister Herbert Krämer übermittelte die Glückwünsche der Stadt.
Der in Bad Frankenhausen am Kyffhäuser geborene Wolf Mohr begann seine literarische Kleinkunst-Karriere 1947 als freier Mitarbeiter des 'Simpl'. Das Schwarz-Rot-Gold der Burschenschaften ist ihm eine verpflichtende Farbe auf Lebenszeit."
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