Aufnahme: 1992
Mailiebe wurde Liebe fürs Leben
"Auf einer Weiberfastnachtsveranstaltung im Jahre 1937 sahen sie sich zum erstenmal: Josef Schmitz und Christine Güls. Dann trafen sie sich später einmal bei einem Spaziergang durch das Siebengebirge. Da der Stieldorfer Junge wußte, daß seine Angebetete in Heisterbacherrott wohnte, ließ er sich noch im selben Jahr als Maijunge in den Maiclub Heisterbacherrott aufnehmen und ersteigerte sich die hübsche, junge Christine als Maibraut. Aus der Mailiebe wurde dann ein Bund fürs Leben.
Am Samstag, 14. November, feiern die beiden die Goldene Hochzeit. Die Dankmesse findet in der Pfarrkirche St.-Judas-Thaddäus statt. Ein festlicher Abend startet im Haus Schlesien.
Der Goldhochzeiter wurde am 14. April 1915 geboren. Nach der Volksschulzeit erlernte er den Beruf eines Schreiners und übte diesen auch bis zu seiner Pensionierung 1978 aus. Mehr als 30 Jahre war er als Schreiner bei den Stadtwerken Bonn beschäftigt.
Heute sind seine Hobbies Gartenarbeit und Fernsehen. Hauptsächlich schaut er sich Sportsendungen an wie Fußball und Tennis. Während seiner Soldatenzeit übte er den Leichtathletiksport aktiv aus. Den Soldatenrock hatte Josef Schmitz von 1937 bis 1948 (in russischer Gefangenschaft) an. Aus Rußland bekam er Heiratsurlaub. In fröhlicher Stimmung wurde gefeiert, als dann plötzlich die Sirenen zum Fliegerangriff ertönten. Man feierte aber weiter und alles ging gut.
Die Wiege der Goldbraut stand am 16. August 1919 in Heisterbacherrott. Nach ihrer Schulzeit war sie Wirtschafterin in einem Haushalt. Heute ist ihre Lieblingsbeschäftigung die Blumenpflege. Mit ihrem Mann hat sie in den vergangenen Jahren schon viele Reisen ins Ausland unternommen, so nach Spanien, Frankreich, Italien, Bulgarien, die Balkanstaaten und vor zehn Jahren nach Moskau, wo die deutsche Reisegruppe fast wie die Fürsten begrüßt und behandelt wurde.
Das Jubelpaar wohnt im elterlichen Hause der Goldbraut, Petrusstraße 11. Es ist das älteste Haus von Heisterbacherrott: 1560 erbaut. Vor sechs Jahren allerdings fiel die gesamte Inneneinrichtung einem Brand zum Opfer, der wahrscheinlich durch Schweißarbeiten entstand. Die Grundmauern blieben erhalten. Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz.
Der Ehe entstammen vier Töchter, die den Eltern zwei Enkelsöhne schenkten."
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