Gedenktafel für Matthias Schonauer

Aufnahme: 1991 (Gedenktafel)

Gedenktafel für Matthias Schonauer

"'Wie kommt man auf die Idee, einem Bürger, der schon über sechzig Jahre tot ist, eine Gedenktafel zu errichten?' Diese Frage stellte sinngemäß der erste Vorsitzende des Bürgervereins Thomasberg, Lothar Krause, bei seiner Begrüßungsrede anläßlich der Einweihung der Gedenktafel für Matthias Schonauer am 24. November im Eingang der Stadtverwaltung Thomasberg.

Dann betonte Lothar Krause weiter, dass es sich um eine herausragende Persönlichkeit unserer Gegend handeln müsse, wie es Matthias Schonauer gewesen ist, dessen Name beim Durchlesen alter Akten und Schriftstücke immer wieder auftauche. Dazu war Matthias Schonauer ein 'Strücher Jung', der in erster Linie ein hervorragender Geologe war, eine hochgeachtete Persönlichkeit, der mit offenen Augen durch die Welt ging und eine der größten und bedeutendsten Steinsammlungen im Siebengebirge zusammentrug.

Viele Gäste waren der Einladung des Bürgervereins Thomasberg am Sonntagmorgen um elf Uhr gefolgt. Einige Nachkommen von Matthias Schonauer, Frau Ahrens und Frau Greifenstein, hatten sich ebenfalls eingefunden.

Als Vertreter der Stadt waren Bürgermeister Herbert Krämer und der Erste Beigeordnete Erich Lichtenberg sowie die in Düsseldorf geborene und schon viele Jahre in Thomasberg lebende Künstlerin Sigrid Wenzel ebenfalls anwesend. Sigrid Wenzel hat in hervorragender Arbeit die Sandguss-Bronzetafel hergestellt, deren Inschrift lautet: 'Matthias Schonauer, geb. 18.5.1857, gest. 23.8.1931, Heimatforscher und Geologe, Kenner des Siebengebirges, wirkte über 40 Jahre als Schulleiter und Lehrer an der Volksschule in Thomasberg.'

Bürgermeister Herbert Krämer würdigte in seiner Ansprache insbesonders die schulischen Leistungen von Matthias Schonauer, der 42 Jahre im Schuldienst war. Wie Herbert Krämer betonte, war er (Matthias Schonauer) die Schule und hat die Kinder geprägt. Was heute bei den bundesweiten Schulformen und Konzepten nicht mehr so ganz durchschaubar sei. Weiter führte der Bürgermeister aus, dass die Gedenkstätte in der ehemaligen Schule, in der Wirkungsstätte von Matthias Schonauer, dem heutigen Verwaltungsgebäude der Stadt Königswinter, errichtet ist.

Der Gemischte Chor Thomasberg sorgte für den musikalischen Rahmen. Am Schluss der Veranstaltung wurden zwei Lieder vorgetragen: 'Mein Elternhaus' und 'Im schönsten Wiesengrunde', die schon Matthias Schonauer seinerzeit mit dem Chor gesungen hatte. Auf den Notenblättern war zu entdecken 'Gesangverein gemischter Chor 1867'. Paul Otto, der erste Vorsitzende des Gesangvereins, deutete auf die Tatsache hin, dass Matthias Schonauer 40 Jahre Dirigent und Vorsitzender des Gemischten Chores Thomasberg war, und hob besonders die sozialen Taten Schonauers hervor, 'die nicht hoch genug gewertet werden können'. Die Kosten für die Gedenktafel wurden vom Bürgerverein übernommen. Großzügige Spender hatten den Verein unterstützt. Wilhelm Weber, Verfasser vieler Schriften, und Lothar Krause haben noch viel zu tun. So suchen sie derzeit Kirchenzeitungen der katholischen Kirchengemeinde von 1928 bis 1931. Hierbei handelt es sich um gebundene Schonauer-Artikel mit Beiträgen zur Heimatkunde. Diese Unterlagen gehörten der Kirche Oberpleis und sind beim Abtransport der Kirchenunterlagen verschwunden. Möglicherweise tauchen sie wieder auf."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 48 vom 28. November 1991
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller (SZ) und C. Bröhl (Foto von 2013) Erinnerungen an Hauptlehrer Matthias Schonauer
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