Aufnahme: 1991 (1)
Mo(h)ritat auf Ritter Kunibert den Fiesen
"Zunächst wurde auf dem Ölberg eine Feuerzangenbowle gebraut. Dorthin hatte Hans Prinz, der Inhaber der höchsten Gaststätte im Siebengebirge, eingeladen. Grund zu diesem morgendlichen Treffen war die Aufführung einer 'Mo(h)ritat' von Dr. Wolf Mohr alias Thomas Berg mit seinen beiden Söhnen. Über das vor 30 Jahren am Ölberg gefundene Schwert hatte Dr. Mohr eine Moritat geschrieben: 'Ritter Kunibert, genannt der Fiese'. Diese trug er nun unter dem Beifall der Gäste mit seinen Söhnen als die 'Los Imperfectos' vor. Während die Thomasberger die Moritat sangen, stärkten sich die Zuhörer nicht nur mit der Feuerzangenbowle, sondern auch in Anbetracht des Martinstages mit Weckmännern.
Auf den Ölberg und auf das 'Prinzen-Paar' umgedichtet hatte Dr. Mohr auch das Märchen vom Dornröschen und als Schüttelparodie das bekannte Lied 'Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein'. Hans Prinz erfreute zwischendurch mit einer 'Winden-Ballade', auf Kölsch kurz 'Furz-Ballade' genannt.
Die 'Los Imperfectos' gaben mit der Kunibert-Moritat am Ort des Geschehens Licht in die Herkunft des Ölbergschwertes. Hans Prinz fand das Schwert 1961. Wissenschaftler fanden heraus, daß es sich bei diesem 80 Zentimeter langen Schwert um ein gotisches Jagdschwert aus dem 13. Jahrhundert handelt. Vermutlich hätte es ein Ritter bei der Jagd in den Wäldern des Siebengebirges auf dem Ölberg verloren. Prinz bat damals darum, das Schwert behalten und in der Gaststube der Öffentlichkeit präsentieren zu dürfen. Darauf ging der Landeskonservator prompt ein. Im Klingenmuseum in Solingen wurde das Schwert konserviert und wird seitdem von den Gästen des Restaurants auf dem Ölberg bewundert und hat u.a. auch die 'Ölbergmänner', zwei Studienräte, die über 600 mal hier zu Gast waren, zu manchen Gedichten angeregt."
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